Anerkennung

Förderung nationaler und internationaler Mobilität von Studierenden

Zehn Jahre nach seiner Vereinbarung am 16. Mai 2007 wurde das „Übereinkommen über die Anerkennung von Qualifikationen im Hochschulbereich in der europäischen Region“, die sogenannte Lissabon-Konvention, wurde in Deutschland ratifiziert und in Bundesrecht überführt. Die Konvention regelt die Anerkennung von Hochschul-zugangsberechtigungen, Studienzeiten und Studienabschlüssen in den Mitgliedstaaten.

Die entscheidende Neuerung gegenüber älteren Verträgen ist das Konzept des wesentlichen Unterschieds: dies besagt, dass alle im Ausland erworbenen Studienzeiten und Abschlüsse anerkannt werden, sofern nicht ein wesentlicher Unterschied zu den zu erwerbenden Kompetenzen vorliegt. Mit der Annahme von wesentlichen Unterschieden zwischen Studienprogrammen wird Anerkennung zum Regelfall. Den zweiten Paradigmenwechsel vollzieht die Konvention mit der Umkehr der Beweislast, die nunmehr bei der anerkennenden Institution liegt.

Die Lissabon-Konvention setzt damit neue Standards und wurde ein wichtiger Meilenstein zur Förderung der Mobilität von Studierenden. Sie fördert Transparenz, den Austausch zwischen unterschiedlichen Hochschulsystemen, -typen und -kulturen, das Lebenslange Lernen und ermöglicht individuelle Bildungsbiographien der Hochschulabsolventinnen und -absolventen.

Zugleich stellt sie die Hochschulen vor eine Reihe von Herausforderungen, da die Prüfung auf wesentliche Unterschiede der Kompetenzen kombiniert mit der Beweislastumkehr deutlich komplexer ist als die herkömmliche Prüfung der Gleichwertigkeit anhand verschiedener Faktoren wie Semesterwochenstunden oder Prüfungsformen.

Zugleich müssen Hochschulen den Anforderungen der Transparenz und Kohärenz von Verfahren und Entscheidungen genügen, sehen sich aber begrenzten Kapazitäten und eingeschränkter Akzeptanz der Konvention in den Hochschulen gegenüber.

Die Ausweitung des Geltungsbereiches der Konvention durch die KMK auf alle hochschulischen Leistungen, die im Inland oder weltweiten Ausland erbracht wurden, trägt dem Gebot der Gleichbehandlung Rechnung und rückt das Thema Anerkennung aus dem Bereich internationaler Mobilität stärker in den Fokus allgemeiner Studierendenangelegenheiten.

Projektziele

Die Erhöhung der Mobilität in allen Studienphasen ist ein zentrales Thema im HRK-Projekt „nexus - Übergänge gestalten, Studienerfolg verbessern" (2014 – 2018). Viele Studierende möchten für einen Aufenthalt an einer anderen Hochschule im In- oder Ausland keine Verlängerung der Studiendauer in Kauf nehmen.

Eine wichtige Voraussetzung hierfür ist die möglichst umfassende Anerkennung von Studien- und Prüfungsleistungen im nationalen und internationalen Kontext. Und auch bei Fach- oder Studiengangswechsel an derselben Hochschule muss die Anerkennungspraxis verbessert werden.

Aufbauend auf den Ergebnissen des ersten HRK-Projekts "nexus - Konzepte und gute Praxis für Studium und Lehre" (2010 - 2014) sollen gemeinsame Qualitätsstandards für die Anerkennung von Studienleistungen geschaffen und die Entwicklung von institutionellen Anerkennungsverfahren und eine gute Anerkennungskultur gefördert werden.

Maßnahmen

  • In einem Runden Tisch mit Expertinnen und Experten aus Hochschulen und anderen relevanten Institutionen werden Leitlinien für institutionelle Anerkennungsverfahren entwickelt.
  • Beratung und Fortbildung zu Anerkennungsverfahren für Hochschulleitungen sowie Dekaninnen und Dekane bzw. für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hochschulverwaltung
  • Über die Website des Projekts nexus werden wichtige Informationen und Beispiele guter Praxis bei der Anerkennung von Studien- und Prüfungsleistungen bereitgestellt.
  • Nutzerfreundliche Publikationen zur Anerkennung informieren über Kriterien der Anerkennung sowie die rechtlichen Grundlagen, und zeigen Wege zur Gestaltung und Weiterentwicklung von Anerkennungsverfahren.

Ergebnisse

Die bisherigen Ergebnisse spiegeln sich in zahlreichen Anerkennungstagungen,
Publikationen und Arbeitshilfen sowie in den Arbeitssitzungen des Runden Tisches Anerkennung wider.

Themenfelder
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Kontakt
Tilman Dörr

Projektkoordinator Organisation, Referent Anerkennungsverfahren

doerrnospam-hrk.de

0049/(0)228/887-203

Kontaktdaten
Mina Wiese

Projektreferentin Anerkennungsverfahren

wiesenospam-hrk.de

0049/(0)228/887-201

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Präsentation

In 6 Schritten zur Anerkennung