Studieneingangsphase

Gestaltung der Orientierungs- und Studieneinstiegsphase

Die gegenwärtige Studierendengeneration ist durch eine zunehmende Vielfalt gekennzeichnet: Nicht nur haben Studentinnen und Studenten sehr unterschiedliche soziale und ethnische Hintergründe und bringen heterogene Bildungsbiographien mit, sondern sie sind bedingt durch die verkürzte Abiturphase (G8) bei Studienbeginn auch oft jünger als früher.

Individuelle Übergange
Aufgrund der Vielzahl der Studienoptionen und der Dynamik auf dem Arbeitsmarkt fällt die Entscheidung für den richtigen Studiengang oft nicht leicht. Die Studierenden sollen zudem – anders als in der Schule – Verantwortung für ihren eigenen Lernprozess übernehmen. All dies macht den Übergang zwischen Schule und Hochschule sowie die Orientierungs- und Studieneingangsphase im engeren Sinne zu einer bedeutenden Herausforderung. Darüber hinaus kann der hochschulische Lernweg nicht mehr nur linear betrachtet werden: also als Lebensphase, die strukturiert ist durch das Aufeinanderfolgen von Abitur – Studium – Berufstätigkeit. Vielmehr wird das Studium vor dem Hintergrund des lebensbegleitenden Lernens eher als „Student Life Cycle“ verstanden, zu dem es unterschiedliche Zugänge – individuelle Übergänge, Aus- und Wiedereinstiege – gibt, in das Abiturientinnen und Abiturienten ebenso wie Berufsqualifizierte mit und ohne traditionelle Hochschulzugangsberechtigung eintreten.

Projektziele

nexus unterstützt in diesem Bereich die Hochschulen mit zwei inhaltlichen Schwerpunkten aus Sicht von drei Fachkulturen – Ingenieur­wissenschaften, Medizin/Gesundheits­wissenschaften und Wirtschafts­wissenschaften – und mit Hilfe guter Beispiele aus der Projektdatenbank:

  • bei der Gestaltung der Studieneingangsphase unter Berücksichtigung heterogener Eingangsvoraussetzungen
  • bei der Sichtung und Bewertung von geeigneten Studienmodellen, die eine flexible Gestaltung des Studiums („Studieren in Teilzeit“) und eine Verzahnung von Berufstätigkeit und Hochschulbildung ermöglichen

Maßnahmen

  • Vernetzung engagierter Hochschulangehöriger (z.B. Lehrende, Studierende, Leitungen, Dekanate, Projektmitarbeiter des Qualitätspakts Lehre zur Studieneingangsphase, Mitarbeitende anderer zentraler Einrichtungen wie Qualitätssicherung), um Erfolgsfaktoren für eine fachspezifische Übertragbarkeit der Maßnahmen zu identifizieren
  • Entwicklung fachspezifischer Konzepte zur Studieneingangsphase und zum aktivierenden Lehren und Lernen

Ergebnisse

Mit der Auftaktveranstaltung "Flexibilisierung und Mobilität im Europäischen Hochschulraum" an der Universität Konstanz im März 2015 hat nexus den Erfahrungsaustausch zur Reform der Studieneingangsphase eröffnet. In der Reihe „Hefte zur Bildungs- und Hochschulforschung“ ist eine Nachlese aus dieser Veranstaltung erschienen.

In der nexus-Jahrestagung an der FH Münster im März 2016 wurden insbesondere die Erfolgsfaktoren in der Studieneingangsphase erörtert. Viele Maßnahmen zielen auf die Senkung von Studienabbruchquoten als Indikator für die angestrebte Erhöhung des Studienerfolgs und auf die Verbesserung der Studierfähigkeit zunehmend heterogener Studierender. Aber ist die zunehmende Heterogenität tatsächlich das Problem? Aus Sicht der Teilnehmenden müssen die Wirkungen stärker in den Blick genommen und die Nachhaltigkeit erfolgreicher Maßnahmen gefördert werden. Die Leitfrage zur weiteren Verbesserung der Hochschullehre sollte lauten: Wie können Studierende an ein selbstbestimmtes Studium früh herangeführt werden?

Mit den institutionellen Strategien zur Weiterentwicklung der Lehre beschäftigt sich die Jahrestagung 2017 an der Universität Bochum am 14.-15. März .

In den Runden Tischen fand eine fachspezifische Debatte zu den Maßnahmen in der Studieneingangsphase statt. Auf diese Weise konnten besondere Erfolgfaktoren und Ansätze für eine Verstetigung aus der Sicht der mit nexus kooperierenden Fachkulturen identifiziert werden. Entlang der Leitfrage „Wie sensibilisieren, fördern und unterstützen wir die Hochschulen?“ erarbeitete der Runde Tisch Wirtschafts­wissenschaften die Handreichung "Die Studieneingangsphase in den Wirtschafts­wissenschaften".
Die Frage, welche Faktoren den Erfolg von extracurricularen Maßnahmen in der Studieneingangsphase mitbestimmen, steht im Fokus einer Handreichung des Runden Tisches Ingenieur­wissenschaften.

In Zusammenarbeit CHE Consult entsteht ein Fachgutachten (VÖ 2017), in dem Vorschläge zur Analyse und Bewertung von Modellansätzen für die Gestaltung der Studieneingangsphase gemacht werden. Eine erste Werkstattpräsentation steht zur Verfügung.  

 

 

Themenfelder
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Kontakt
Dr. Peter A. Zervakis

Projektkoordinator Inhalte, Referent Medizin und Gesundheitswissen- schaften

zervakisnospam-hrk.de

0049/(0)228/887-190

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