Projekt nexus: Aufgaben und Ziele

Um die Hochschulen bei der Weiterentwicklung der Studienprogramme und dem Ausbau der Studienqualität zu unterstützen, führt die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) mit Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) seit 2014 das Projekt "nexus - Übergänge gestalten, Studienerfolg verbessern“ durch.

Schwerpunkte des bis Ende April 2020 angelegten Vorhabens sind:

  • die Optimierung der Studieneingangsphase
  • die Förderung der Mobilität während des Studiums sowie
  • der Übergang in das Beschäftigungssystem

Orientierungspunkt „Student Life Cycle“

Das Projekt setzt an den wichtigsten Stationen des sogenannten Student Life Cycle an. Dabei beschäftigt es sich mit der Gestaltung von Übergängen: Wie können Studierende mit unterschiedlichen Biografien und Hintergründen besser an den Hochschulen ankommen und erfolgreicher studieren? Wie können Studien- und Prüfungsleistungen, die in einer anderen Hochschule erworben wurden, transparent anerkannt werden? Wie sollte ein wissenschaftliches Studium ausgestaltet sein, das die Absolventinnen und Absolventen auf dem Arbeitsmarkt erfolgreich sein lässt?

Grafik Student Life Cycle

„Runde Tische“: Exemplarische Lösungen für Medizin und Gesundheits­wissenschaften, Ingenieur- und Wirtschafts­wissenschaften

Das Projekt arbeitet dabei gezielt mit ausgewählten Fachgruppen in den Ingenieur-, Wirtschafts- und Gesundheits­wissenschaften/Medizin zusammen, um exemplarische Lösungen zu entwickeln. Dafür wurden „Runde Tische“ einberufen, die sich während der gesamten Projektlaufzeit vertieft mit Problemen und Lösungsansätzen aus fachspezifischer Perspektive befassen. Den Runden Tischen gehören Lehrende, Didaktiker und Studierende der jeweiligen Fachrichtung an, zu denen im Bedarfsfall weitere Expertinnen und Experten hinzugezogen werden.  In der im Februar 2018 veröffentlichten Broschüre "Übergänge gestalten, Studienerfolg verbessern" ziehen die Sprecher und Vorsitzenden der Runden Tische eine Zwischenbilanz aus ihrer Arbeit.

Weiterer Schwerpunkt: Anerkennung von Studienleistungen

Zusätzlich zu diesen drei fachspezifischen Runden Tischen wurde ein vierter Runder Tisch einberufen, der sich mit dem Thema „Anerkennung“ befasst. Dabei sollen Maßnahmen zur Verbesserung der Anerkennung von im In- und Ausland erbrachten Studien- und Prüfungsleistungen entwickelt werden. Zu den geplanten Maßnahmen gehören unter anderem die Erarbeitung einer Handreichung und anwendungsorientierten FAQ zur Anerkennung in Hochschulen sowie die Durchführung von Informations- und Beratungsveranstaltungen zu den vielfältigen Aspekten der Anerkennung.

Ausgewählte Projektergebnisse

Gestaltung der Studieneingangsphase
Der Fokus der ersten Projektphase (2014-2016) lag auf einer Bestandsaufnahme von Maßnahmen zur Gestaltung der Orientierungs- und Studieneinstiegsphase. In den Runden Tischen fand eine fachspezifische Debatte zu den Maßnahmen in der Studieneingangs­phase statt. Auf diese Weise konnten besondere Erfolgs­faktoren und Ansätze für eine Verstetigung aus der Sicht der mit nexus kooperierenden Fachkulturen identifiziert werden. Entlang der Leitfrage „Wie sensibilisieren, fördern und unterstützen wir die Hochschulen?“ erarbeitete der Runde Tisch Wirtschafts­wissenschaften die Handreichung Die Studieneingangsphase in den Wirtschafts­wissenschaften. Die Frage, welche Faktoren den Erfolg von extracurricularen Maßnahmen in der Studieneingangsphase mitbestimmen, steht im Fokus einer Handreichung des Runden Tisches Ingenieur­wissenschaften. In einer weiteren Handreichung werden Ansätze und Maßnahmen zur Gestaltung der curricularen Lehre vorgestellt, die sich innerhalb eines existierenden Fachcurriculums leicht umsetzen lassen. Im Auftrag von nexus hat sich das Beratungsunternehmen CHE Consult in einem Fachgutachten mit Modellansätzen ausgewählter Hochschulen zur Neugestaltung der Studieneingangsphase beschäftigt und darauf Erfolgsfaktoren abgeleitet.

Kompetenzentwicklung 
In der von 2016-2018 stand die Kompetenzentwicklung vor dem Hintergrund des Übergangs der Absolventinnen und Absolvneten in den Arbeitsmarkt im Mittelpunkt der Projektaktivitäten. Hier wurde 2016/207 die Debatte um Qualitätsstandards für Praktika mit einem Fachgutachten und zwei Tagungen bereichert. Bei der Jahrestagung von nexus am 27./28. März 2018 an der Humboldt Universität in Berlin wurde die Umsetzung der Kompetenz­­orientierung zusammen mit der Hochschulöffentlichkeit diskutiert und vertieft. 

Qualifikationsrahmen
In der Empfehlung zur Entwicklung und Umsetzung eines Fachqualifikationsrahmens in den Wirtschafts­wissenschaften hat der Runde Tisch Wirtschafts­wissenschaften den neuen Qualifikationsrahmen für deutsche Hochschulabschlüsse (HQR) fachspezifisch übersetzt.

Anrechnung
nexus hat sich 2017/2018 intensiv mit der Anrechnung von Kompetenzen aus der Berufswelt auf ein Hochschulstudium auseinandergesetzt und zusammen mit den Expertinnen und Experten aus den Runden Tischen Anerkennung und Wirtschafts­wissenschaften Leitlinien für gute Anrechnungsverfahren erarbeitet.

Interprofessionell lehren und lernen in Gesundheitsfachberufen
Ein im Rahmen des Rundes Tisches Medizin- und Gesundheits­wissenschaften entstandenes Impulspapier erörtert auf Grundlage von einschlägigen Projekten Chancen und Herausforderungen für das interprofessionelle Lehren und Lernen von der Studieneingangsphase bis zum Übergang in den Arbeitsmarkt. 

Anerkennung: Beratung und Fortbildung für Hochschulen
Der Runde Tisch Anerkennung hat ein Beratungs-und Fortbildungsangebot für Hochschulen konzipiert. Das Format wird individuell mit den Hochschulen abge­stimmt und beinhaltet Themen wie etwa die rechtlichen Grundlagen, Definitionen des wesentlichen Unter­schieds, Fragen zur Akkreditierung oder die praktische Umsetzung an den Hochschulen. Die Handreichung Kriterien für gute Anerkennung und gute Anerkennungspraxis mit häufig gestellten Fragen liefert u.a. Antworten zur Rechtssicherheit und Kriterien für praktische Hinweise zur Ausgestaltung von Anerkennung.

Vorgängerprojekte

Die Hochschulrektorenkonferenz unterstützt die deutschen Hochschulen seit vielen Jahren bei der Gestaltung der Europäischen Studienreform, und zwar durch mehrere vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekte: