26. Juni 2019, Oldenburg

Anerkennung und Anrechnung an Hochschulen

Die Verfahren zur Anerkennung hochschulischer Kompetenzen als auch zur Anrechnung außerhochschulischer Kompetenzen gemeinsam zu denken, die Unterschiede aber nicht außer Acht zu lassen, stand im Mittelpunkt der Tagung „Anerkennung und Anrechnung an Hochschulen“, die das Projekt nexus in Kooperation mit der Carl von Ossietzky Universität am 26. Juni in Oldenburg ausgerichtet hat.

In ihrer Begrüßung betonte die Vizepräsidentin für Studium, Lehre und Gleichstellung der Universität Oldenburg, Professorin Dr. Sabine Kyora, die hohe Bedeutung fairer und rechtskonformer Anerkennungs- und Anrechnungsverfahren. Sie betonte, dass sich die Universität Oldenburg als offene Hochschule verstehe und diesbezüglich bereits zahlreiche Maßnahmen, insbesondere im Bereich der Anrechnung, unternommen habe. Sie verwies insbesondere auf den seit 2017 bestehenden „Prior Learning Assessment and Recognition-Service“ (PLAR-Service), der Teil des Projektes PLARnet, das vom Europäischen Sozialfonds (ESF), dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) und der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg gefördert wird. Der PLAR-Service unterstütze Studierende bei der Erfassung von außerhochschulisch erworbenen Lernergebnissen und Kompetenzen und fördere damit die Anrechnung beruflicher Kompetenzen in enger Kooperation mit den jeweiligen Fachvertretern und -vertreterinnen und Prüfungsausschüssen.

Nach einer kurzen Begriffsklärung von Anerkennung und Anrechnung verwies Professor Dr. Axel Benning in seiner Keynote auf die unterschiedlichen formalen Rahmenbedingungen beider Verfahren und verdeutlichte die Veränderungen der Rechtslage vor und nach der Verabschiedung des Studienakkreditierungsstaatsvertrages. Zur Förderung der Durchlässigkeit und der Mobilität – insbesondere im Kontext von Internationalisierungsstrategien – sei es gewinnbringend, beide Themen gemeinsam zu denken. So sind beide Verfahren Verwaltungsakte, die auf Antrag das Ersetzen einzelner Module oder Studienabschnitte ermöglichen und dadurch die Studiendauer bzw. -belastung verkürzen könnten.

Drei interaktive Workshops boten den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Möglichkeit zur Vertiefung einzelner Themen. Im ersten Workshop vermittelte Tilman Dörr, nexus-Projektleiter, Grundlagen zur Gestaltung von Anerkennungs- und Anrechnungsverfahren und diskutierte verschiedene rechtliche und organisatorische Aspekte. Prof. Dr. Axel Benning ermöglichte im zweiten Workshop die Diskussion von Kriterien zur Prüfung des wesentlichen Unterschieds bei Anerkennungsanträgen. Anhand von Fallbeispielen setzten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vertieft mit der Gleichwertigkeitsprüfung bei Anrechnungsanträgen im dritten Workshop auseinander, der von PD Dr. Wolfgang Müskens von der Universität Oldenburg geleitet wurde.

Vier Impulse aus der Hochschulpraxis in der Region verdeutlichten abschließend, welche Maßnahmen und Instrumente genutzt werden können, um die Anerkennung als auch die Anrechnung hochschulweit zu verbessern. Als wesentliches Fazit aus den Impulsen zeigte sich, dass die Vernetzung und der Austausch der am Prozess beteiligten Personen eine wesentliche Voraussetzung für gelungene Anerkennungs- und Anrechnungsverfahren an Hochschulen sind.

 



Vortragsfolien

Impuls
Anerkennung und Anrechnung an Hochschulen: Gemeinsamkeiten und Unterschiede
Prof. Dr. Axel Benning, Fachhochschule Bielefeld


Parallele Workshops

Workshop 2: Anerkennung - der wesentliche Unterschied
Prof. Dr. Axel Benning, Fachhochschule Bielefeld

Workshop 3: Anrechnung - die Gleichwertigkeit
PD Dr. Wolfgang Müskens, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg


Impulse aus der Hochschulpraxis

Hochschulweite Umsetzung: Die AG Anerkennung
Ilka Knippel, Hochschule Bremen

Die Anerkennungs- und Anrechnungsdatenbank
Nermin Köklüce, Fachhochschule Bielefeld

Anrechnung im Bereich wissenschaftlicher Zertifikatsprogramme
Alexander Karsten Wolf, Hochschule Osnabrück

Anrechnungsberatung: Der PLAR-Service
Anja Eilers-Schoof
, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg