Anerkennung an Hochschulen

15. Januar 2019, Leipzig

Der enge Zusammenhang zwischen Anerkennungsverfahren und internationaler Mobilität der Studierenden stand im Mittelpunkt der Tagung „Anerkennung an Hochschulen“, die das Projekt nexus in Kooperation mit der Universität Leipzig am 15. Januar in Leipzig ausgerichtet hat.

In ihrer Begrüßung betonte die Rektorin der Universität Leipzig, Prof. Dr. med. Beate A. Schücking, die hohe Bedeutung, die transparente, faire und mit der Lissabon-Konvention konforme Anerkennungsverfahren für die Mobilität von Studierenden und die Internationalisierung von Hochschulen besitzen.

Michaela Fuhrmann, Geschäftsführerin des Zentrums für Qualitätsentwicklung in Lehre und Studium der Universität Potsdam, führte in inhaltliche sowie strategische Aspekte von Anerkennung an Hochschulen ein. Als grundlegende Bestandteile von Anerkennung gemäß der Lissabon-Konvention nannte sie u.a. das Konzept des wesentlichen Unterschieds, die Kompetenz­orientierung und die Beweislastumkehr. Da Anerkennung ein „lebendiges Verfahren“ sei, benötige es eine regelmäßige Überprüfung zur Qualitätssicherung. An der Universität Potsdam wurde als Ausgangspunkt eine Metaevaluation durchgeführt, bei der an eine Begutachtung ein Follow-up-Prozess angeschlossen wurde. Zentral sind dabei laut Fuhrmann das Einbinden der verschiedenen, an der Hochschule mit Anerkennung befassten, Akteure und die Schulung der konkret mit Anerkennungsfällen befassten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anhand der entwickelten Leitlinien und -fäden. Der Vortrag bildete den Auftakt für eine lebhafte Diskussion verschiedener Themen wie Anerkennungsdatenbanken, die Frage nach der Anerkennung nicht bestandener Leistungen oder die Rechtsgrundlage bei der Anerkennung inländisch erlangter hochschulischer Leistungen.

Drei interaktive Workshops boten den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Möglichkeit zur Vertiefung einzelner Themen. Workshop 1, geleitet von Tilman Dörr, nexus-Projektleiter, vermittelte Grundlagen und diskutierte verschiedene rechtliche und organisatorische Aspekte der Anerkennung. Professor Dr. Klaus Peter Kratzer von der Hochschule Ulm ermöglichte im zweiten Workshop die Diskussion von Kriterien zur Prüfung des wesentlichen Unterschieds bei Anerkennungsanträgen. Verschiedene Möglichkeiten Mobilitätsfenster in Theorie und Praxis zu gestalten sowie deren Vor- und Nachteile standen im Fokus des dritten, von Dr. Isabelle Maringer von der Universität Leipzig geleiteten, Workshops.

Vier Impulse aus der Hochschulpraxis in der Region verdeutlichten abschließend, wie vielfältig Anerkennung zur Erhöhung der Mobilität eingesetzt werden kann. Als zwei übergreifende Ergebnisse des Tages kristallisierten sich die hohe Bedeutung der Beteiligung verschiedener Akteure und die Fortbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für gelungene Anerkennungsverfahren an Hochschulen heraus. Eine wichtige Perspektive ergänzte Professorin Dr. Doris Weidemann von der Westsächsischen Hochschule Zwickau: Um Mobilität zu ermöglichen, müsse auch die „andere Seite“, also die kooperierenden Hochschulen und die Anerkennungsbedürfnisse deren Studierender, mitbedacht werden.



Vortragsfolien


Parallele Workshops

Workshop 1: Anerkennung - Organisation und Verfahren
Tilman Dörr, Hochschulrektorenkonferenz

Workshop 2: Anerkennung - inhaltliche Bewertung
Prof. Dr.-Ing. Klaus Peter Kratzer, Universität Ulm
Blitzfragen und Fallbeispiele

Ergebnisse:


Impulse aus der Praxis der Hochschulen

Anerkennungsbeauftragte an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)
Torsten Glase, Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)

Mobilitätsfenster an der Westsächsischen Hochschule Zwickau
Prof. Dr. Doris Weidemann, Westsächsische Hochschule Zwickau

Anerkennungsverfahren an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig
Rolf Hagge, Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig

Internationales Studienmodul an der Universität Leipzig
Andreas Schneider, Universität Leipzig