Wirtschafts­wissenschaften – Projektziele



Die wirtschaftswissenschaftlichen Fächer sind an den deutschen Hochschulen nicht nur  zahlenmäßig stark nachgefragt, sondern sie sind darüber hinaus durch die Besonderheit geprägt, dass sich unter den Studierenden überproportional viele mit beruflicher Ausbildung befinden.

Dies stellt die Fakultäten und Fachbereiche in Fragen der Durchlässigkeit und der Anrechnung, der Gestaltung der Studieneingangsphase wie auch der Arbeitsweltorientierung vor besondere Herausforderungen: Unter dem Oberbegriff „Student Life Cycle“ sollen Aspekte der Übergänge in das Studium, der Qualifizierungsphase sowie des Übergangs in Berufsfelder inner- und außerhalb der Hochschule betrachtet werden.

Der Runde Tisch Wirtschafts­wissenschaften erarbeitet konkrete Handlungsempfehlungen und unterstützt die Hochschulen bei der Umsetzung praxisorientierter Lösungen, um die Qualität von Studium und Lehre in den Fachgebieten weiter zu verbessern.

Arbeitsschwerpunkt 2015: Studieneingangsphase

Der Runde Tisch Wirtschafts­wissenschaften arbeitete im Jahr 2015 zum Schwerpunktthema „Übergang in die Hochschule - Studieneingangsphase in den Wirtschafts­wissenschaften“. Die Verbesserung des Studienerfolgs auch und gerade heterogener Studierendengruppen durch eine Neugestaltung der Studieneingangsphase stand hierbei im Mittelpunkt:

  • Welche Kenntnisse sind erforderlich, um ein wirtschaftswissenschaftliches Studium erfolgreich beginnen zu können?
  • Welchen Herausforderungen stellt sich speziell die Gruppe der beruflich Qualifizierten beim Übergang ins Hochschulstudium?
  • Welche studienvorbereitenden und -begleitenden Betreuungsformate eignen sich besonders, um der heterogenen Studierendenschaft gerecht zu werden?
  • Mithilfe welcher fachspezifischer Lehr- und Lernformate kann die Studieneingangsphase unter Berücksichtigung von Lernerverschiedenheiten gestaltet werden?

Entlang der Leitfrage „Wie sensibilisieren, fördern und unterstützen wir die Hochschulen?“ erarbeitete der Runde Tisch Wirtschafts­wissenschaften im Jahresverlauf 2015 die Handreichung „Die Studieneingangsphase in den Wirtschafts­wissenschaften“. Die Handreichung thematisiert insbesondere die Herausforderungen, die sich aus der Heterogenität der Studierenden unter anderem für die Gestaltung der Studienorientierung, passgenauer Unterstützungsangebote und aktivierender Lehr-/Lernformen ergeben. Die vorgeschlagenen Maßnahmen können Lehrende und Studierende des Fachgebiets vor dem Hintergrund ihrer spezifischen Herausforderungen didaktisch weiterentwickeln und anwenden sowie den Diskurs um „gute Lehre“ in den wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen weiter vorantreiben.

Arbeitsschwerpunkte 2016 - 2018: Qualifizierungsphase und Übergang in den Beruf

In den Jahren 2016 bis 2018 widmete sich der Runde Tisch Wirtschafts­wissenschaften der Qualifizierungsphase und dem Übergang in den Beruf. Auf Basis der Neufassung des Qualifikationsrahmens für Deutsche Hochschulabschlüsse (HQR) haben sich die Mitglieder des Runden Tisches der Entwicklung eines Kompetenzprofils wirtschaftsbezogener Handlungskompetenzen/Problemlösefähigkeiten gewidmet. Dieses mündete in eine Empfehlung zur Entwicklung und Umsetzung eines Fachqualifikationsrahmens, welche durch die jeweiligen Vorsitzenden in die Fachbereichs- und Fakultätentage hineingetragen wurde und dort weiter diskutiert werden soll. Die Hochschulen und Fachbereiche haben auf diese Weise die Möglichkeit, eigene Standards für Kompetenzdimensionen zu setzen, an denen sich qualitätsgesicherte Anerkennungs- und Anrechnungsverfahren orientieren können. Aufgrund der Beschreibung der zu erwerbenden Lern- und Qualifikationsziele können die Studiengangsgestaltung, die didaktische Konzeption der Veranstaltungen und das kompetenzorientierte Prüfen in den Wirtschafts­wissenschaften unterstützt werden.

Die Arbeit des Runden Tisches Wirtschafts­wissenschaften zu den thematischen Schwerpunkten in den Jahren 2016 bis 2018 mündete in drei Publikationen: