"Prüfungen gestalten - Kompetenzen abbilden"

29. und 30 Oktober 2019, Philipps-Universität Marburg

Die curriculare Verankerung der Kompetenzorientierung in Studium und Lehre ist eines der zentralen Ziele der Bologna-Reform. Doch was ist Kompetenz? Und wie können Kompetenzen geprüft werden? Die Vielschichtigkeit dieses Themenbereiches erlebten und diskutierten die rund 130 Teilnehmer der nexus-Tagung „Prüfungen gestalten – Kompetenzen abbilden“ am 29. und 30. Oktober 2019 an der Philipps-Universität Marburg.

Für die Lehrenden ergibt sich die Herausforderung, Prüfungsszenarien so zu gestalten, dass sie eng auf die angestrebten Lernergebnisse und die Lehr-/Lernszenarien abgestimmt sind und damit den Anspruch der Kompetenzorientierung erfüllen. Ziel kompetenzorientierter Prüfungen sollte sein, dass Studierende nachweisen, über welche fachlichen und überfachlichen Kompetenzen sie verfügen, die es ihnen ermöglichen, in komplexen und unbekannten Handlungssituationen zu agieren. Das kompetenzorientierte Prüfen als wesentliches Element des Lehrens und Lernens war daher der Dreh- und Angelpunkt der Veranstaltung.

An zwei Tagen boten verschiedene Workshops die Möglichkeit zu diskutieren und neue Impulse zu bekommen. Neben innovativen Prüfungsformaten und deren praktischer Umsetzung in der Lehre wurden fächerspezifische Herausforderungen genauer beleuchtet. Darüber hinaus wurden Möglichkeiten und Chancen des Einsatzes digitaler Medien bei Prüfungen zur Diskussion gestellt. Des Weiteren erörterten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Fragen nach einem geeigneten Mechanismus zur Messung und Erfassung erworbener Kompetenzen sowie Grundlagen des Prüfungsrechts, die bei der Ausgestaltung von Prüfungsformaten relevant sind.

Im Rahmen der Veranstaltung wurde ein Disqspace angeboten, bei dem von Hochschulen eingereichte Beiträge zur praktischen Umsetzung neuer oder besonderer Prüfungsformen mit Postern vorgestellt wurden. Interessierte tauschten sich über Disziplingrenzen hinweg über Themen, Methoden und Strategien aus.

Die gemeinsame Rückschau der Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Ende der Tagung machte klar, dass es auch darum gehen müsse, sich als Lehrender zu trauen, Prüfungsvielfalt zuzulassen und innovative Prüfungsformate zu kreieren, auch, um der Vielfalt innerhalb der Studierendenschaft zu begegnen. Kompetenz müsse ein „Arbeitsbegriff“ im Hochschulalltag werden und Studierende sollten Verantwortung für den eigenen Bildungsprozess übernehmen können, so Frau Prof. Dr. Evelyn Korn, Vizepräsidentin für Studium und Lehre in Marburg.  

Ergebnisse und Impressionen

Eine Fotoauswahl, eine Zusammenfassung des Streitgespräches, die Impulsvorträge und Ergebnisse der Workshops sowie die Poster des Disqspace finden Sie im Folgenden.



Vortragsfolien, Zusammenfassungen, Ergebnisse

Streitgespräch

Kompetenzorientiertes Prüfen an Universitäten zwischen Berufsfeldbezug und Wissenschaftsorientierung.

Ein Streitgespräch zwischen
Prof. Dr. Wolfgang Meseth, Prof. Dr. Malte Schwinger, Dr. Jost Stellmacher und Prof. Dr. Evelyn Korn (Philipps-Universität Marburg)

Zusammenfassung (Sebastian Becker, Carolin Müller und Vera Wolf, HRK nexus):
Der Frage, wie sich kompetenzorientiertes Prüfen an Universitäten im Spannungsfeld zwischen Berufsfeldbezug und Wissenschaftsbezug gestalten lässt, gingen Herr Prof. Dr. Wolfgang Meseth, Prof. Herr Dr. Malte Schwinger sowie Herr Dr. Jost Stellmacher (alle von der Phillips-Universität Marburg) in einem Streitgespräch, moderiert von Frau Dr. Evelyn Korn (Vizepräsidentin für Studium und Lehre, Phillips-Universität Marburg), nach. 

Eine Herausforderung, die sich im Zuge der Kompetenzorientierung für die Lehre und das Prüfen an Hochschulen ergibt, ist zunächst die Definition des Begriffs „Kompetenz“ und die damit verbundene Frage, wie diese als Teil eines Prozesses oder als Ergebnis einer akademischen Ausbildung zu werten sind. Im Streitgespräch wurde die häufig verwendete Definition von Weinert angeführt, bei der Kompetenzen einen Bezug zu einem Kontext aufweisen und drüber hinaus Werte sowie Haltungen widerspiegeln. Aus psychologischer Perspektive stellt sich neben der Definition von Kompetenzen die Frage, wie Menschen ihre Fähigkeiten (weiter-)entwickeln. Hierfür ist die Kognition ausschlaggebend, die auf der Vorstellung beruht, dass jeder Mensch per se Fähigkeiten besitzt, die aktiviert werden können.

Im Laufe der Zeit ist eine Veränderung der Anforderungen für Hochschulen hin zu einer stärkeren Betrachtung individueller Kompetenzentwicklung („Individuumsorientierung“) erkennbar. Daraus entsteht ein Spannungsfeld zwischen zum einen einheitlichen Prüfverfahren und zum anderen Prüfungssettings, die die unterschiedlichen individuellen Fähigkeiten ansprechen. Die stärkere Betrachtung des Individuums wirft die Frage nach gerechten Prüfungsszenarien und deren Gestaltung auf. Die Gesprächspartner waren sich einig, dass häufig in Prüfungen noch abstraktes Wissen verlangt wird; wünschenswert wären jedoch individualisierte Prüfungssettings, die ein zielgerichtetes Verhalten und Fertigkeiten in einem bestimmten Kontext beinhalten. Hochschulen seien ein Ort, an dem Wissen in einem ungewissen Umfeld betrachtet wird. An diesem Prozess nehmen die Studierenden aktiv teil. Daraus ergibt sich vor allem für Lehrende die Chance, durch Diskussionen mit den Studierenden die jeweilige Kompetenzentwicklung als iterativen Prozess gemeinsam zu reflektieren.

Im Plenum wurde anschließend diskutiert, wie Prüfungen konzipiert werden könnten, die sowohl den Ansprüchen an die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses genügen als auch gleichzeitig ausreichend Berufsfeldbezug für die Absolventinnen und Absolventen haben. Einerseits könnten unterschiedliche Studiengänge mit einer jeweiligen Orientierung in Richtung Forschung oder Praxis eine Möglichkeit darstellen, ebenfalls denkbar könnten anderseits eingebettete Module mit Wahloption sein.

Des Weiteren wurde gefragt, wie durch Prüfungen – die den Lernprozess der Studierenden steuern –die gewünschten Kompetenzen adressiert werden können. Eine Lösung könnte sein, Prüfungen so zu gestalten, dass diese Reflexionswissen abfragen und einen Anwendungsbezug aufzeigen, sodass auch höhere Kompetenzniveaus erreicht werden. Darüber hinaus bietet sich durch die Kopplung unterschiedlicher Lernorte die Chance, vor allem die Handlungsfähigkeit der Studierenden zu fördern.

Workshops

Workshop 1 & 5 - Fächerperspektive:
Zeig es mir! - Durchführung einer Parcoursprüfung im Modul Steuer- und Regelungstechnik

Zeig es mir! - Durchführung einer Parcoursprüfung im Modul Steuer- und Regelungstechnik
Prof. Dr. Thomas Schanze und Stefan Gräf, Technische Hochschule Mittelhessen

Zusammenfassung (Carolin Müller, HRK nexus):
Der Beitrag von Herrn Prof. Dr. Thomas Schanze und Herrn Stefan Gräf der Technischen Hochschule Mittelhessen im Workshop 1 und 5 „Zeig es mir! – Durchführung einer Parcoursprüfung im Modul Steuer- und Reglungstechnik“ setzte sich mit Parcoursprüfungen in Lehrveranstaltungen am Beispiel einer ingenieurwissenschaftlichen Veranstaltung auseinander. Sie zeigten mit Ihrer Parcoursprüfung auf, wie praktische Aufgaben und Werkzeuge als Elemente einer Prüfung eingesetzt werden können. Ziel bei der Parcoursprüfung ist es, die Handlungskompetenz der Studierenden, die in der Lehre vor allem auch durch Laborpraktika gefördert wird, anschließend auch in einem Prüfungsszenario abzubilden und somit die Studierenden zur Reflexion ihres eigenen Handelns aufzufordern.

Nachdem die Workshopteilnehmerinnen und -teilnehmer selber eine abgewandelte Station der Parcoursprüfung durchspielen konnten, diskutierten sie verschiedene Fragestellungen, so u.a. auch den personellen Aufwand und die logistischen Herausforderungen einer Parcoursprüfung. Die Referenten stellen besonders hervor, dass eine Schulung der Prüferinnen und Prüfer eines solchen Szenarios besonders wichtig sei, da pro Prüfungsstation jeweils zwei Prüfer anwesend seien, die anschließend ihre Einschätzungen zum Prüfungsergebnis an Hand eines Prüfungsbogens abgleichen.
Ebenfalls wurde darüber diskutiert, dass es sinnvoll sei, unterschiedliche Prüfungsszenarien im gesamten Verlauf eines Studiengangs anzubieten, um so der Vielfältigkeit der Studierenden gerecht zu werden.

Im Workshop waren auch Studierende der Technische Hochschule Mittelhessen anwesend und beteiligten sich an dem Austausch. Auch wenn sie anfangs unsicher waren, was sie bei dieser Prüfung erwarte, loben sie im Nachgang das Prüfungsformat, da sie besonders gut ihre erworbenen Fähigkeiten aus den Laborpraktika zeigen konnten und dadurch ein tieferes Verständnis resultiere.

Workshop 2 - Innovative Prüfungsformate:
Peer-Review-Verfahren formativ und summativ

Peer-Review-Verfahren formativ und summativ
Prof. Dr. Evelyn Korn, Philipps-Universität Marburg

Zusammenfassung (Tilman Dörr, HRK nexus):
Der Beitrag von Frau Prof. Dr. Evelyn Korn im Workshop 2 „Innovative Prüfungsformate: Peer-Review-Verfahren formativ und summativ“ setzte sich mit dem Format des Peer-Review in Lehrveranstaltungen am Beispiel einer Veranstaltung im Bereich Wirtschafts­wissenschaften auseinander, um aufzuzeigen, wie es möglich ist, Studierende an der Gestaltung von Veranstaltungen und der Leistungsrückmeldung zu beteiligen. In dieser Veranstaltung lernen Studierende das Peer-Review-Verfahren kennen und wenden es für die Texte ihrer Kommilitoninnen und Kommilitonen an. Auf diesem Weg sollen sie die Fähigkeit entwickeln, Texte sowohl fachlich fundiert und überzeugend zu schreiben als auch zu analysieren, zu hinterfragen und ihren Inhalt zu bewerten. Dabei wird das Verfahren gezielt im fachlichen Kontext des Seminars eingesetzt, so dass Studierende zusammen mit den fachlichen Inhalten auch ein zentrales Element wissenschaftlicher Arbeit kennenlernen. Die Workshop-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer diskutierten verschiedene Fragestellungen, so u.a. auch wie viel Verantwortung z.B. bei der Leistungsbewertung an Studierende delegiert werden kann.

Workshop 3 - Kompetenzentwicklung:
Bewertungsraster

Bewertungsraster
Dr. Stefan Vörtler, Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe

Zusammenfassung (Sebastian Becker, HRK nexus):
In diesem Forum wurde der Versuch unternommen, sich der Thematik einer Strukturierung von Bewertungsmustern bzw. -rastern in unterschiedlichen Prüfungssituationen anzunähern. Prof. Stefan Vörtler führte in diesem Rahmen aus, dass es das erklärte Ziel sein sollte, Prüfungen im Allgemeinen besser zu machen. Im ersten Schritt müsse hierfür zunächst für die gesamte Veranstaltung ein Ziel definiert werden, welche sich an der Frage orientiert, „Was möchte ich den Studierenden an Fachwissen und Kompetenzen vermitteln“. Aus der Beantwortung dieser Frage ergebe sich dann, im Sinne eines Constructive Alignment, die zu wählende Prüfungsform und die Ausgestaltung des Lehrformats. Ferner sei es sinnvoll, vor der eigentlichen Prüfung einen geeigneten Kriterienkatalog für die Bewertung ebendieser zu erstellen, die gestützt und untermauert wird durch die Bloomschen Taxonomiestufen. In der anschließenden Diskussion wurde die Frage diskutiert, ob nicht die Gefahr bestünde, dass leichter zu objektivierenden Kriterien (wie z.B. formale Kriterien) stärker gewichtet werden würden und ob es überhaupt sinnvoll erscheint, „weichere“ Kriterien wie Innovativität bzw. Kreativität in Bewertungsrastern zu erfassen. Hier wurde festgestellt, dass es eine verallgemeinernde Antwort nicht geben kann und sich dies nicht zuletzt aus unterschiedlichen Fachkulturen und Prüfungstraditionen ergibt.

Workshop 4 - Rechtlicher Fokus: Herausforderungen des Prüfungsrechts

Herausforderungen des Prüfungsrechts
Prof. Dr. Christian Birnbaum, Rechtsanwalt, Siegburg

Zusammenfassung (Katharina Hombach, Philipps-Universität Marburg):
Die Gestaltung von Prüfungen im Hochschulen bewegt sich zwischen didaktischen Überlegungen zur Sichtbarmachung von Kompetenzen und prüfungsrechtlichen Anforderungen. Prof. Dr. Christian Birnbaum führte aus seiner Perspektive als Rechtsanwalt in die Thematik ein, indem er vier prüfungsrechtliche Problemfelder der Abbildung von Kompetenzen aufzeigte:

  1. „Ein Modul – eine Prüfung“
  2. Anrechnung und Anerkennung
  3. Antwort-Wahl-Verfahren
  4. Nachteilsausgleich

An seinen Kurzvortrag schloss sich eine Frage- und Diskussionsrunde mit den Teilnehmenden des Workshops an, in der u.a. die Schwierigkeit der Definition, was juristisch unter einer Prüfung zu verstehen ist, die Unrechtmäßigkeit von Gruppenprüfungen, die Schwierigkeit von elektronischen Prüfungen, der Nachteilsausgleich bei einer Beeinträchtigung der Leistungsumsetzungsfähigkeit und die Anrechnung von Leistungen besprochenen wurden.

Prof. Birnbaum erläuterte, dass das Prüfungsrecht in der Praxis ein Prüfungsverfahrensrecht ist. Die erfolgreiche Anfechtung einer Prüfung führe zur Wiederholung der Prüfung, nicht jedoch zu einer besseren Bewertung der Leistung. Dass Prüfungsbewertungen subjektive Anteile erhalten, sei höchstrichterlich bestätigt.

Aus Unsicherheit ließen Lehrende oftmals mehr durchgehen, als juristisch erlaubt sei. Dies führt Prof. Birnbaum am Beispiel des Nachteilsausgleichs aus: Eine dauerhafte Prüfungsbeeinträchtigung führt juristisch zu einem Nachteilsausgleich, während eine Prüfungsunfähigkeit zum Rücktritt von der Prüfung führt. In der Praxis werde dies jedoch oft vermischt, beispielsweise, wenn Studierende mit einem Attest eine entsprechend zeitliche Verlängerung zur Erstellung ihrer Abschlussarbeit erhalten. Aus juristischer Sicht sei dies jedoch falsch.

Workshop 6 - Innovative Prüfungsformate:
Digitale Prüfungen zur Messung digitaler Kompetenzen

Digitale Prüfungen zur Messung digitaler Kompetenzen
Dr. Sabine Hammer, Dr. Sarah Ottinger und Prof. Dr. Martin Hobelsberger, Hochschule München

Zusammenfassung (Philipp Lindenstruht, Philipps-Universität Marburg):
Dr. Sabine Hammer, Dr. Sarah Ottinger und Prof. Dr. Martin Hobelsberger fokussierten sich in ihrem Vortrag darauf, dass digitale Medien, digitale Kompetenzen und damit auch digitale Prüfungsformate im universitären Alltag immer wichtiger werden. Die digitalen Medien sollten dabei jedoch nicht als bloße „Eingabewerkzeuge“ gedacht werden, sondern vielmehr als Lösungswerkzeuge, die eine Bearbeitung neuartiger Fragestellungen und Probleme ermöglichen und neue Lösungswege für bekannte Fragestellungen eröffnen. Digitale Kompetenzen und deren Überprüfung müssen demnach ebenfalls weitergedacht werden. Im Workshop diskutierten die Teilnehmenden in Gruppen über ihre bisherigen Erfahrungen mit digitalen Prüfungsformaten, deren Kompetenzorientierung und Mehrwert. Sie ermittelten relevante digitale Kompetenzen im eigenen Fachgebiet und überlegten verschiedene Möglichkeiten, wie herkömmlich geprüfte Kompetenzen mit einem Mehrwert digital überprüft werden können.

Anschließend wurde das an der Hochschule München entwickelte digitale Prüfungssystem EXaHM als eine Möglichkeit vorgestellt, mit der die zuvor diskutierten Punkte in digitale Prüfungen eingebracht werden können. EXaHM ermöglicht einerseits die Gestaltung der Rahmenbedingungen von digitalen Prüfungen am Computer (z. B. benutzbare Programme und Webseiten, zeitlicher Rahmen, Konformität mit Prüfungsordnung und -recht). Andererseits erlaubt es z. B. durch Live-Programming und Instant Feedback die Beobachtung des Lösungsprozesses und dadurch eine bessere Abbildung der überprüften digitalen Kompetenzen, als die herkömmlich eingesetzten „analogen“ Prüfungsformate. EXaHM ist als Plattform für unterschiedlichste Prüfungsformen und Fachgebiete vielseitig einsetzbar, erlaubt eine zeiteffiziente Durchführung von Prüfungen und wurde von Studierenden als fair und lernförderlich evaluiert.

Workshop 7 - Kompetenzenentwicklung:
Messung von Kompetenzen und Kompetenzenentwicklung

Messung von Kompetenzen und Kompetenzenentwicklung (keine Präsentation)
Prof. Dr. Carina Peter und Dr. Jost Stellmacher, Philipps-Universität Marburg

Zusammenfassung (Sebastian Becker, HRK nexus):
In diesem Workshop präsentierten Frau Prof. Carina Peter und Herr Dr. Jost Stellmacher ihr Konzept zur Entwicklung eines Kompetenzstrukturmodells. Hierzu wurde zunächst der Begriff der Kompetenzen abgegrenzt, als Fähigkeiten, über welche die Individuen verfügen oder welche erlernbar sind, um bestimmte Probleme zu lösen. Zur Erhebung und Messung von Kompetenzen werden in der Forschung in der Regel Strukturen und ggf. unterschiedliche Niveaus definiert, um den aktuellen Lernstand bzgl. spezifischer Kompetenzen und der Kompetenzentwicklung zu quantifizieren. Dafür wird ein entsprechendes Kompetenzstrukturmodell bzw. ein Strukturniveaumodell modelliert. Bei diesem Verfahren müssen folgende Schritte eingehalten werden: Zunächst die Formulierung eines theoretischen Kompetenzmodells, dann die Operationalisierung zum Testinstrument und abschließend die finale empirische Prüfung. Prof. Peter zeigte im Folgenden auf, wie eine praktische Operationalisierung eines solchen Kompetenzstrukturmodells für Studierende aus dem Bereich Geographie aussehen könnte. Dabei durchlaufen die Studierenden mehrere Niveaustufen bei der Erstellung und Auswertung eines Modells für Trampelpfade. In einer ersten Stufe geht es darum eine sinnvolle Darstellungsform zu finden und den zu untersuchenden Raum zu definieren. Im zweiten Schritt sollen dann funktionale Zusammenhänge eigenständig gefunden und verstanden werden. In der letzten Arbeitsphase übertragen die Studierenden dann diese funktionalen Zusammenhänge in ein anwendungsorientiertes Modell und übernehmen die fiktive Rolle eines Raumplaners, welche einen Fußwegebedarf für einen Campus ermitteln müssen. An dieser Stelle war es den Referenten besonders wichtig darauf hinzuweisen, dass dieses Modell der Kompetenzmessung nicht ein Tool zur Überführung in eine Abschlussnote darstellt, sondern in erster Linie dazu dient, empirische Daten zu sammeln, um daraus ein geeignetes Messinstrument zur Feststellung von Kompetenzen zu entwickeln.

Workshop 8 - Digitalisierung:
Prüfungsunterstützung durch digitale Medien

Prüfungsunterstützung durch digitale Medien
Sophia Hercher, Philipps-Universität Marburg

Zusammenfassung (Astrid Bendix, Philipps-Universität Marburg):
Digitale Medien unterstützen Lehrende und Lernende zunehmend bei der Bewältigung ihres täglichen Ausgabenspektrums. Auch Prüfungsformate werden zunehmend digital umgesetzt. Dabei haben sich neben einer einfachen digitalen Übersetzung ehemals analoger Verfahren auch vielfach neue Methoden entwickelt, die ohne die digitalen Verschneidungsmöglichkeiten nicht oder nur schwer umsetzbar sind. 

In ihrem einleitenden Kurzvortrag gibt Frau Sophia Hercher zunächst eine Übersicht zur digitalen Prüfungsunterstützung und deren Vorteil gegenüber analogen Methoden. Auf Administrationsebene ist eine mögliche automatische Auswertung der Prüfungsformate natürlich ein sehr großer Gewinn hinsichtlich Zeit und auch Genauigkeit. Das Gebiet der Learning Analytics unterstützt Lehrende dabei, Lernfortschritte ihrer Gruppe nachzuverfolgen und zu messen. Damit können Problembereiche erkannt und optimiert werden, und so den Lehr-Lernprozess verbessern. Schließlich fördert auch der Umgang mit digitalen Objekten in Prüfungen die gesamten digitalen Kompetenzen der zu Prüfenden. Da der Begriff „Digitales Lernen“ im Sprachgebrauch verschieden aufgefasst wird, zeigt die Referentin drei Ebenen des digital gestützten Lernens auf: Die unterste Ebene stellt dabei die Werkzeuge dar, die Analoges digital abbilden. Dies kann z. B. eine digitale Textsammlung auf einer Lernplattform sein, die den traditionellen Handapparat in der Bibliothek ersetzt. Zwar kommen hier PDF-Dateien als digitale Werkzeuge zum Einsatz, jedoch ändert sich dadurch die Lernaktivität der Informationsbeschaffung zunächst nicht, die Textsammlung wird ebenso zur Verfügung gestellt wie der Handapparat.

Die zweite Ebene des digitalen Lernens umfasst die Benutzung digitaler Tools, wie z. B. ein konventionelles Statistik- oder Grafikprogramm. In Kontexten, in denen Studierende sich mit diesen Instrumenten auseinandersetzen, benutzen sie zwar ein digitales Tool, jedoch steht die Nutzung des Tools mit der Erreichung eines anderen Ziels in Zusammenhang. Die dritte Ebene wird daher von inhärent digitalen Werkzeugen bestimmt, z.B. Wikis. Wikis sind kollaborativ erstellte, hypertextuell verlinkte Informationseinheiten. Sie ermöglichen eine neue Arbeitsweise, die im Prä-Computer-Zeitalter nicht existierte, d.h. sie sind nur digital nutzbar.

In einem praktischen Arbeitsteil wurden die Erstellung, die Vor- und Nachteile verschiedener Tools über Etherpad aber auch analog diskutiert.

Workshop 9 - Innovative Prüfungsformate:
PINGO - Peer Instruction for very large Groups

PINGO - Peer Instruction for very large Groups
Dominik Niehus, coactum GmbH

Zusammenfassung (Vera Wolf, HRK nexus):
Dominik Niehus, Mitbegründer und Geschäftsführer der coactum GmbH, präsentierte in seinem Vortrag das Live-Feedbacksystem PINGO, das er mitentwickelt hat. Innerhalb des Workshops hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, PINGO live zu testen.

PINGO (Peer INstruction for very large GrOups) ist ein seit knapp 10 Jahren genutztes und etabliertes Live-Feedbacksystem, das von Anfang an kostenlos und weltweit nutzbar war. Das Tool ist simpel, konzentriert sich auf wenige verschiedene mögliche Formen der Fragegestaltung und die Fragen und Antworten können über die Webseite selbst eingegeben und administriert werden. Um Befragungen durchzuführen, ist lediglich ein Internetzugang nötig. Das Tool an sich ist webbasiert, so dass keine Installation notwendig und es schnell einsetzbar ist.

Seit der Einführung bis Oktober 2019 wurden bereits knapp 500.000 Umfragen mit über 8 Millionen Stimmabgaben durchgeführt, und weiterer Zuwachs ist abzusehen. Dabei wird PINGO nahezu weltweit eingesetzt, wobei bislang Nordrhein-Westfalen eine Vorreiterrolle in Deutschland hat.

Der Referent verweist bei der Frage, inwieweit PINGO in der Lehre eingesetzt werden kann und diese sinnhaft unterstützen kann, auf verschiedene didaktische Modelle. Allen gemein ist die Herausforderung, geeignete (Prüfungs)Fragen zu formulieren. Sofern dies gelingt, hat sich der Einsatz von PINGO bei Unterrichtskonzepten wie zum Beispiel Peer Instruction, Classwide Discussions und Just-In-Time Teaching als zielführend und unterstützend gezeigt.

Im Anschluss an den Vortrag berichteten die Teilnehmenden ihre persönlichen Erfahrungen und diskutierten (vermeintliche) Vor- und Nachteile im Plenum. Beispielsweise soll der Einsatz von PINGO eher punktuell und vereinzelt stattfinden, um einen Gewöhnungseffekt zu vermeiden. Die Anonymität der Antwortenden führt laut den Teilnehmenden eher zu einer höheren Beteiligung beim Feedback, gleichzeitig besteht dadurch aber auch die Gefahr von Missbrauch der freien Antwortmöglichkeit. Generell wird die Möglichkeit, sehr schnell, individuell und ohne hohen Technikaufwand Erwartungen, Meinungen oder Rückmeldung abzufragen, als sehr positiv im Plenum wahrgenommen.

Workshop 10 - Fächerperspektive:
Kompetenzorientiert und interdisziplinär - Medizinischer Prüfungsparcours als Vorbild für Modulprüfungen

Kompetenzorientiert und interdisziplinär - Medizinischer Prüfungsparcours als Vorbild für Modulprüfungen (Handout)
Dr. Eva Christina Stibane, Philipps-Universität Marburg

Zusammenfassung (Christian Schmollinger, HRK nexus):
Dieser von Frau Dr. Eva Chrstina Stibane geleitete Workshop wurde im MARIS, dem Marburger interdisziplinären Skills Lab (Link zur HP: www.uni-marburg.de/de/fb20/bereiche/rpz/maris) durchgeführt. Die Medizinstudierenden werden hier geschult und geprüft. Eigens konstruierte Lernumgebungen wie z.B. ein Operationssaal oder ein Klinikzimmer simulieren spezielle Situationen für die angehenden Mediziner. Die Studierenden werden mit Hilfe von eigens dafür geschulten Schauspielern in der jeweiligen Situation unterstützt.

Die im MARIS stattfindenden „objective structured clinical examination“, auch OSCE-Prüfungen genannt, decken alle Fächer eines Semesters ab und werden über die Dimensionen Anamnese, Einholung diagnostischer Informationen (Labor, Bildgebend), Interpretation von Werten/Informationen, Therapieempfehlung und differentialdiagnostisches Denken mit der Notenskala bestanden/nicht bestanden/mit Auszeichnung bestanden bewertet. Feedback wird hier als essentieller Baustein der Konstruktion und Durchführung von Prüfungssituationen verstanden.

Im Workshop wurde die Konzeption der Prüfungsformate anhand eines detaillierten Handouts (Download s.o.) erläutert und mit den Teilnehmenden diskutiert.

Workshop 11 - Kompetenzgerechtigkeit:
"Inclusive Assessment"

"Inclusive Assessment" (keine Präsentation)
Prof. Dr. Frank Linde, Technische Hochschule Köln

Zusammenfassung (Sebastian Becker, HRK nexus):
Der Workshop setzte sich mit der Frage auseinander, inwieweit Prüfungsverfahren so gestaltet werden können, dass auch für Prüflinge mit körperlichen und/oder geistigen Einschränkungen eine faire und ihren Fähigkeiten angemessene Prüfung gewährleistet werden kann. Hierzu wurde zunächst durch Prof. Frank Linde ein Experiment mit den Teilnehmenden durchgeführt, um einen Eindruck zu vermitteln, wie Personen mit Sehbeeinträchtigungen in Gruppenarbeitsprozesse integriert werden. Hier wurde festgestellt, dass sich selbst mit dem festen Vorsatz, empathisch zu sein, ein Integrationsprozess schwierig gestaltet. Im Besonderen wäre ein erhöhtes Maß an Kommunikation wünschenswert gewesen, auch von Seiten der „Beeinträchtigen“. Übertragen auf den studentischen Alltag referierte Prof. Linde, dass Studierende oftmals keinen Anspruch auf einen berechtigen Nachteilsausgleich anmelden, da sie ihre Studienleistungen wie alle anderen Kommilitonen erbringen möchten. In diesem Zusammenhang wurde jedoch darauf hingewiesen, dass ein identisches Prüfverfahren für alle Studierenden nicht zwangsläufig die Kriterien für eine gerechte Prüfung erfüllt. Eine Möglichkeit, diesem Problemfeld zu begegnen, wäre die prüfungsrechtliche Verankerung mehrerer möglicher Prüfungsformen für eine Veranstaltung. Prof. Linde führte hierzu aus, dass dieses Verfahren bereits im anglo-amerikanischen Raum genutzt wird und auf positive Resonanz stößt. Ferner sollten sich Dozenten bzw. Prüfer Gedanken darüber machen, ob zeitliche Begrenzungen für Prüfungsleistungen (z.B. bei Klausuren) didaktisch erforderlich bzw. hinsichtlich einer Kompetenzbildung sinnvoll erscheinen. Durch den Wegfall dieser Begrenzungen könnten unter anderem Fragen bezüglich eines Nachteilsausgleichs hinfällig werden.

 

 

Workshop 12 - Digitalisierung:
Qualitätssicherung im E-Assessment

Qualitätssicherung im E-Assessment
Uwe Frommann und Dr. Pascal Fischer, Universität Kassel

Zusammenfassung (Carolin Müller, HRK nexus):
Im Workshop 12 „Digitalisierung: Qualitätssicherung im E-Assessment“ referierten Herr Dr. Pascal Fischer und Herr Uwe Frommmann über das Qualitätsmanagement im E-Assessment der Universität Kassel. Zunächst grenzten die beiden Referenten E-Klausuren von E-Assessment ab: Während der Begriff „E-Klausuren“ nur online-Klausuren beinhaltet, handelt es sich bei E-Assessment neben den Klausuren unter anderem auch um online durchgeführte Evaluationen und formative Assessmentszenarien.

Die Teilnehmenden des Workshops arbeiten mehrheitlich bereits in Servicestellen, die auch E-Assessment anbieten, sodass der Austausch der Erfahrungen ebenfalls als Ziel dieses Workshops aufgegriffen wurde.

Die Teilnehmenden tauschten sich über das Anmeldeverfahren zum E-Assessment aus. Beim Anmeldeverfahren zum E-Assessment können mögliche kurzfristige Anmeldungen, die an einigen Hochschulen möglich sind, zu Problemen führen, da die Kapazität der Arbeitsplätze mit Computer in der Prüfung dann ggf. nicht mehr ausreicht. Abmeldungen im System, auch noch am selben Tag der Prüfung, hingegen lassen sich besser verarbeiten, da die geblockten Plätze nicht besetzt werden und keine zeitlichen Verzögerungen entstehen. Die Teilnehmenden waren sich darüber hinaus einig, dass E-Assessment langfristig nicht aus Projektmitteln finanziert werden kann, da E-Assessment viel Support – sowohl in der Vorbereitung der Prüfungen, bei der Durchführung der Prüfung an den Computern und in der Nachbereitung – benötigt, der nachhaltig und langfristig ausgerichtet sein sollte.

Disqspace

Poster 1: Digital Examination Spaces - 3rd Generation

Poster 1: Digital Examination Spaces - 3rd Generation

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Alexander Schulz & Radu Tetcu, Universitätsbibliothek – Center für Digitale Systeme (CeDiS), Freie Universität Berlin

Abstract: Der Frage, welche substanziellen Bedingungen Examination Spaces an der Freien Universität Berlin aufweisen müssen, um die Verzahnung von physischem und digitalem Examination Space nachhaltig und skalierend gelingen zu lassen, widmet sich das Center für Digitale Systeme (CeDiS) seit dem Jahr 2004. Bedingt durch sinkende Preise für Laptops und der damit einhergegangenen Zunahme der Verbreitung von Laptops unter den Studierenden wurden ab 2005 in technisch niedrigschwelligen Bring-Your-Own-Device-Szenarien (BYOD) Prüfungen zunächst mit Laptops der Studierenden in zu Mobile Examination Spaces temporär technisch umfunktionierten Mensen und Cafeterien der Universität erprobt. Dabei zeigte sich, dass sowohl die grundsätzliche Akzeptanz computergestützter Prüfungen unter den Studierenden und Lehrenden hoch ist, aber dass eben auch der aus den raumtechnischen Bedingungen resultierende Rüstzeitaufwand vor und nach den Prüfungen unterschätzt wurde. Um den Einflussfaktor des technischen Rüstzeitaufwands besser kontrollieren zu können, begannen ab 2006 die Planungen und Umsetzung der aus heutiger Sicht ersten Generation der Digital Examination Spaces an der Freien Universität. Diese wurden 2007 in Form von vier dauerhaft technisch ausgerüstete Mobile Examination Spaces (insges. 221 Plätze) in Betrieb genommen. Als zweite Generation der Digital Examination Spaces wurde 2013 das E-Examination Center (EEC) als für rechtssichere Prüfungen optimierter Raum in Betrieb genommen. Dieser markierte die Abkehr von dem bis dato verfolgten BYOD-Konzept. Anfang 2018 hat die Freie Universität begonnen die dritte Generation digitaler Examination Spaces zu bauen. Das EEC2 wird im Februar 2019 erneut einen Schritt nach vorne gehen, denn während Digital Examination Spaces der ersten und zweiten Generation primär mit dem Fokus auf die Prüfungsteilnehmenden konzipiert wurden, wird der Digital Examination Space der dritten Generation demgegenüber auch als dauerhafter Workspace für die dort tätigen technischen Aufsichten konzipiert.

Poster 2: GRÜNDER:portfolio - Ein kompetenzorientiertes interdisziplinäres Prüfungsformat für unternehmerisch denkende und handelnde Intra- und Entrepreneure

Poster 2: GRÜNDER:portfolio - Ein kompetenzorientiertes interdisziplinäres Prüfungsformat für unternehmerisch denkende und handelnde Intra- und Entrepreneure

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Monika Waschik, Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt

Abstract: Initiativen, innovative Gründungen aus der Hochschule zu erhöhen und gleichzeitig Gründungslehre kompetenzorientiert zu vermitteln, gibt es punktuell in verschiedensten Bereichen. BWLer/innen berechnen den perfekten Businessplan, ITler/innen tüfteln an neuartigen Codes und doch scheitern erfolgversprechende Einzelinitiativen an fehlender Bündelung und interdisziplinärer Koordination der unterschiedlichen Lehrformate und Prüfungsformen.

Im Rahmen des QPL-Projektes BEST-FIT gestaltet das Modul PIONIER den Prozess der intensiven Vernetzung der Studierenden und der standortübergreifenden Fakultäten mit dem regionalen, sowie überregionalen Netzwerk und sogar mit Unternehmen.

Als Bestandteil des Third Space vereint PIONIER die eigens konzipierte, für nahezu alle Studierenden wählbare Vorlesungsreihe gründen@fhws mit einem fakultätsübergreifenden Laborcluster zum Pretotypenbau und rundet mittels Sharing interner und externer Netzwerkangebote, sowie dem Einsatz eines interaktiven Planspiels die Lehre ab. Diese Heterogenität der Formate, die die Studierenden durchlaufen, schlägt sich auch in der Darstellung der Prüfungsform nieder, die sowohl das erworbene vertiefte Sachwissen, als auch den Zuwachs der fachlichen und überfachlichen Kompetenzen erfasst.

Mittels des konzipierten „GRÜNDER:portfolios“ wird die Entwicklung der Studierenden auf die zu Beginn festgelegten wissenschaftlich basierten und durch Unternehmens-befragungen evaluierten Lern- und Entwicklungsziele hin dokumentiert und bewertet.

Poster 3: Vom ideellen Kompetenzprofil zur praxistauglichen Messung: Entwicklung eines validen Instruments zur Feststellung relevanter Kompetenzen im Bachelorstudiengang Maschinenbau

Poster 3: Vom ideellen Kompetenzprofil zur praxistauglichen Messung: Entwicklung eines validen Instruments zur Feststellung relevanter Kompetenzen im Bachelorstudiengang Maschinenbau

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Lisa Lehmann, Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt

Poster 4: MEDEA - Mesurement of Competencies based on E-Assessments

Poster 4: MEDEA - Mesurement of Competencies based on E-Assessments

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Katharina Riebe und Armin Varmaz, Hochschule Bremen

Abstract: In Untersuchungen an der Hochschule Bremen haben wir die Auswirkungen eines Blended Learning Kurses (BLC) mit kompetenzorientierten Prüfungen analysiert. Dabei werden die Lernergebnisse von Studierenden eines BLC mit Studierenden eines traditionellen Präsenzkurses (F2F) verglichen. Bisherige Untersuchungen konzentrieren sich häufig auf Vorteile von Online-Technologien, um traditionelle Vorlesungen zu verbessern, nur wenige Studien vergleichen BLC mit traditionellen Vorlesungen. Diese Studien zeigen keine signifikanten Unterschiede in den Lernergebnissen der Studierenden von BLC und F2F Vorlesungen. In unserer Vorgängerstudie, in der wir uns auf ein Modell der Kompetenzbildung von Cunha & Heckman stützen, modellieren wir die Lernentscheidung der Studierenden durch ein einfaches, nutzenbasiertes Modell, in dem die Motivation und die Anzahl der Lernstunden mit dem Lernnutzen von Studierenden steigt. Erste Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass die Implementierung eines BLC positive Auswirkungen auf die Lernergebnisse der Studierenden hat. Das Poster wird anhand einer konkreten Vorlesung eine technische und didaktische Umsetzung von kompetenzorientierten Prüfungen auf der Lernplattform ILIAS zeigen. Studierenden wird innerhalb eines Kurses auf der Lernplattform die Beschreibungen der Zielkompetenzen (mit Abstufungen) bereitgestellt, so dass sie Selbsteinschätzungen vornehmen und durch die Tutoren/Lehrenden Fremdeinschätzungen vorgenommen werden können. Mittels der konsequenten Überprüfung von Lernergebnissen in kompetenzorientierte Assessments, wird evaluiert, inwiefern Studierende den beabsichtigten Kompetenzerwerb erreichen.

Poster 5: E-Portfolio als Leistungsnachweis - Spuren des Kompetenzerwerbs sichtbar machen

Poster 5: E-Portfolio als Leistungsnachweis - Spuren des Kompetenzerwerbs sichtbar machen

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Birgit Döringer, Hochschule Fresenius

Abstract: Die Portfolioarbeit ist ein bereits etabliertes Lehr-/Lern-Medium, mit dem Lernende Ihre „Eigendarstellung“ an Hand von diversen Artefakten konzipieren und somit Lern- und Praxisfelderfahrung in den Lehr-/Lernprozess einbringen. In der Konzeptionierung der drei Studiengänge zu Angewandten Therapiewissenschaften wurde das E-Portfolio als Leistungsnachweis eingeführt. Diese Prüfungsform ermöglicht die Koppelung selbstreflexiver Prozesse von Seiten der Lernenden mit kompetenzorientierten Prüfungen. Bei der Remodellierung innerhalb der letzten Reakkreditierung wurden fünf Portfolioprüfungen ausgearbeitet und eingeführt, die insgesamt nach Schwerpunktlegung der Artefakte drei verschiedene Portfoliotypen aufzeigen, das Prüfungs-, Fallarbeits- und das Reflexionsportfolio. Die Entscheidung für E-Portfolios als Leistungsnachweis hat mehrere Aufgaben innerhalb der Konzeption zur Folge:

  1. Definition verschiedener Portfolio“typen“ gemäß Studiengangprofil
  2. Inhaltliche Gestaltung der Leistungsnachweise gemäß Learning-outcomes
    • Definition und Ausarbeitung der Artefakte
      • Ausarbeitungen von Reflexionsfragen/-bögen (paper-pencil oder als Online-test)    - es besteht nur ein „leeres“ digitales Objekt Portfolio auf ILIAS, aber keine Kompetenzmatrizen, diese mussten innerhalb der Konzeption ausgearbeitet Werden.
  3. Ausarbeitung von Bewertungsraster
  4. Generierung der Struktur an Hand von Orientierungspunkten auf der E-Learningplattform
Poster 6: Prüfen reflexiver Praxis: Ein Kriterienraster zur Bewertung

Poster 6: Prüfen reflexiver Praxis: Ein Kriterienraster zur Bewertung

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Julia Philipp, Ruhr-Universität Bochum

Abstract: Prüfen reflexiver Praxis: ein Kriterienraster zur Bewertung
In der hochschuldidaktischen Beratung, speziell im Zusammenhang mit dem Lernportfolio als Prüfungsform, stellen Lehrende immer wieder die Frage, wie reflexive Kompetenzen Studierender bewertet und möglicherweise auch benotet werden können. Dabei geht es um die Selbstreflexion der Lernenden und ihres Lernfortschritts. Um den ratsuchenden Lehrenden eine Hilfestellung geben zu können, wurde im Zentrum für Wissenschaftsdidaktik der Ruhr-Universität Bochum einen Entwurf für ein beispielhaftes Kriterienraster entwickelt, das unterschiedliche Aspekte aus der theoretischen Literatur aufgreift. Dieses wird neben einer Definition von Reflexion im akademischen Kontext und einer Einordnung von (Selbst-)Reflexion in unterschiedliche Ebenen auf dem Poster dargestellt. Dabei wird auch auf den Unterschied zwischen Bewerten/ Beurteilen und Benoten/ Prüfen eingegangen. Diese unterschiedlichen Aspekte wurden zusammengeführt und in praktische Kriterien für die Beurteilung der Reflexionskompetenz von Studierenden übersetzt. Das neu entwickelte analytische Kriterienraster soll den Lehrenden als Vorlage dienen, um eigene Varianten auszuformulieren und diese zur Bewertung und möglicherweise daran anschließende Benotung reflexiver Leistungen von Studierenden zu nutzen. Das Poster bietet den Teilnehmenden der Tagung die Möglichkeit, über die Bewertung bis Prüfung reflexiver Kompetenzen der Studierenden anhand des Kriterienrasters zu diskutieren und sich Impulse für die eigene Praxis zu erarbeiten.

Poster 7: Reflexion fördern - Kompetenz prüfen - von einem innovativen Exkursions-Modell zur Portfolio-Prüfung in der Biologie

Poster 7: Reflexion fördern - Kompetenz prüfen - von einem innovativen Exkursions-Modell zur Portfolio-Prüfung in der Biologie

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Julia Steffen, Ruhr-Universität Bochum

Abstract: Exkursionen sind ein wertvoller Teil der Ausbildung von BiologInnen. Dabei vermitteln sie meist die lebendigen Besonderheiten fremder Länder und Ökosysteme. Verloren geht bei diesem Trend in die Ferne jedoch nicht selten die Kompetenz, Phänomene vor der eigenen Haustür zu erkennen und kritisch zu reflektieren:

Was zeichnet geschützte Naturgebiete unseres eigenen Landes aus? Welche ökologischen und sozioökonomischen Perspektiven stecken hinter der Einrichtung von Nationalparks? Diese Leitfragen waren die Grundlage eines innovativen Exkursionsangebots der biologischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum. Im Rahmen der zehntägigen Reise wurden vier deutsche Nationalparke mit ihren (botanischen) Eigenheiten erforscht Gekoppelt wurde das neue Format an die kompetenzorientierte Portfolio-Prüfung: Begleitet von einem Moodle-Kurs waren die Teilnehmenden aufgefordert, jeweils vor Kursstart, während der theoretischen Auseinandersetzung im Seminar und nach der erlebten Exkursionsreise ein persönliches Essay mit den eigenen Erwartungen, Beobachtungen und Reflexionen zu verfassen. Zur transparenten Bewertung des ungewohnten Essay-Formates wurde ein Kriterienkatalog entwickelt. Studierende gleichwie Lehrende erfuhren durch das neue Konzept eine höhere Motivation zur Auseinandersetzung mit den (selbstgestellten) Fragestellungen und ein tiefergreifendes Lernen und Erleben vor Ort. Neben Seminarvortrag und Fachprotokoll flossen die drei Essays in die Modulnote ein.

Poster 8: Der Weg zur guten Prüfung(sfrage)

Poster 8: Der Weg zur guten Prüfung(sfrage)

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Dr. Jens Bücking, Universität Bremen & Dr. Xenia V. Jeremias, Technische Hochschule Wildau

Abstract: E-Assessments, sowohl lernprozessintegrierte Formen, die primär didaktische Funktionen erfüllen, als auch summative Prüfungen, die gesellschaftliche Funktionen wie Zertifizierung verfolgen, sind bundesweit auf dem Vormarsch. Während organisatorische, technische und rechtliche Fragen intensiv diskutiert werden, stehen didaktische Fragen häufig hinten an. Konsens ist, dass die Digitalisierung von Prüfungen an sich noch kein Garant für eine höhere Qualität ist. Im Gegenteil zweifeln viele Lehrende angesichts der (angeblichen) Dominanz von automatisiert bewerteten Auswahl-fragen diese eher an. Die Validität von Prüfungen und Prüfungsfragen misst sich aber im Wesentlichen daran, ob mit ihnen die intendierten Lernergebnisse adäquat adressiert werden und ob aus der Leistung der Studierenden mit hinreichender Sicherheit auf die zu Grunde liegenden Kompetenzen geschlossen werden kann. Dass sich das Vorurteil, das Auswahlfragen primär oberflächliches Wissen oder nur das Wiederkennen von Fakten prüfen, in der Praxis häufig bestätigt, hat dabei wenig mit dem Format, sondern mehr mit zu geringem prüfungsdidaktischem Wissen und zu geringer Investition von Zeit in Konzeption und Erstellung zu tun. Das Poster dient zugleich der Vorstellung eines Projekts der Autor*innen zur Erstellung einer praxisorientierten Handreichung für Lehrende, die im E-Assessment nach einer Balance zwischen Effizienz und Qualität suchen. Dabei wird es vorrangig um praktische Hilfestellungen gehen, die sich aus der jahrelangen E-prüfungsdidaktischen Beratungspraxis in Wildau und Bremen speisen.

Poster 9: Auf das Berufsbild ausgerichtete Fachkompetenzorientierung mit "Digital Enriched Items" in E-Klausuren

Poster 9: Auf das Berufsbild ausgerichtete Fachkompetenzorientierung mit "Digital Enriched Items" in E-Klausuren

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Dr. Julia Steinhoff-Wagner, Rheinische-Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Abstract: Mit einem Matrixmodell aus Frageformat und Anreicherung mit digitalem Material (Foto, Ton, Grafik, Video) sollten systematisch neue, digital angereichte Aufgaben generiert werden. Diese Aufgaben wurden in einer eKlausur in einem Wahlfach des Bachelorstudiengangs Agrarwissenschaften erprobt. Die semesterbegleitende Probeklausur als Möglichkeit der Selbsteinschätzung und die anschließende Rückmeldung zu den Aufgaben wurde von den Studierenden durchweg positiv bewertet. Die Studierenden beurteilten außerdem mit einer 7-stufigen Skala die Wichtigkeit der nachfolgenden Kompetenzen jeweils für die beiden Klausuren dieses Lehrprojektes, einzelne Aufgaben innerhalb dieser Klausuren, bisherige eKlausuren im allgemeinen und ihr späteres Berufsfeld: 1. Wiedergeben von auswendig gelerntem Wissen, 2. Verstehen von komplexen Zusammenhängen, 3. Bewerten von Zusammenhängen, 4. Analysieren von Problemen, 5. Herstellen von Bezügen zur Praxis, 6. Kennen von zusätzlichen Beispielen, 7. Entwickeln von Lösungsansätzen. Studierende stuften die Wiedergabe von auswendig gelerntem Wissen für bisherige eKlausuren als besonders wichtig ein, wohingegen sie für das spätere Berufsbild das Analysieren von Problemen, das Herstellen von Bezügen zur Praxis, und das Entwickeln von Lösungsansätzen für wichtig erachteten.

Poster 10: Digitale Kompetenzen FÖRDERN und PRÜFEN - Entwicklung eines Studienstrukturmodells für die Deutschlehrerkräftebildung

Poster 10: Digitale Kompetenzen FÖRDERN und PRÜFEN - Entwicklung eines Studienstrukturmodells für die Deutschlehrerkräftebildung

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Marie Güntzel, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Abstract: Künftige Lehrkräfte auf die veränderten Anforderungen an schulische Bildung in einer digitalen geprägten Welt vorzubereiten, sind die Universitäten in der Verantwortung. Die Förderung der dafür notwendigen Kompetenzen (KMK, 2016, Bildung in der digitalen Welt), aber auch das Weiterentwickeln bestehender Lehr-Lernstrukturen ist daher eine zentrale Aufgabe für die Lehrkräftebildung (Monitor Lehrerbildung, 2018, Lehramtsstudium in der digitalen Welt). Das Projekt [D-3] - Deutsch Didaktik Digital der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg unterstützt die qualitative Verbesserung der universitären Ausbildung angehender Deutschlehrkräfte. Ein Schwerpunkt ist dabei die kompetenzorientierte, curriculare Weiterentwicklung bestehender Studienprofile der verschiedenen Lehramtsstudiengänge. Im Posterbeitrag soll der derzeitige Arbeitsstand zur Entwicklung eines Studienstrukturmodells vorgestellt werden. Zentrale Modellierungsaspekte sind die systematische Ausbildung digitaler Kompetenzen über den Studienverlauf hinweg und die Abstimmung und Integration geeigneter Prüfungsformate (u.a. E-Portfolio, Medienprodukt) im Sinne des Constructive Alignment. Dabei finden didaktische, empirische und institutionelle Faktoren im Entstehungsprozess Berücksichtigung. Ziel des Vorhabens ist ein Modell, dass das Lehren, Lernen und Prüfen im Fach Deutsch vor dem Hintergrund digitaler Möglichkeiten neu konzipiert, verzahnt und als Gestaltungsgrundlage für die weitere Curriculumsentwicklung, auch über das Fach hinaus, dient.

Poster 11: Building a Learner Corpus for Curricular and Testing Purposes

Poster 11: Building a Learner Corpus for Curricular and Testing Purposes

Erdal Ayan, Universität Kassel/Herder-Institut Marburg

Abstract: Digital texts such as essays and periodic writing tasks produced by language learners at university level are of extraordinary significance for specialists working on Computational and Corpus Linguistics and also teachers from various fields all around the globe in terms of developing school/course curricula and testing materials. These texts are unique resources to store, re-use and improve individual learning procedures for current and future generations. Therefore, studies on building learner corpora for these purposes are on the ascent. From one perspective, it is as yet a huge inquiry to explore that precisely what kinds of words, associations and grammatical features are frequently considered by the students. On the other hand, content based error analysis can be applied to digital texts via Natural Language Processing (NLP) methods. Both perspectives may provide experts and teachers with close insights into the progress of the learners, potential components of course curricula and diagnostic measuring scales for testing processes in accordance with the proficiency level of the learners. Thus, purpose of the current work is to build up a data processing model and workflow based on NLP methods and text mining procedures via Python programming. In this study, it is hypothesized that building up learner corpus may assist people to understand how to gather, clean and annotate digital text created by the learners and extract required information from the corpus as curriculum development assistance and testing resource. Results of the study could be used by all followers including researchers and learners for educational and further research purposes.

Poster 12: Best-Practice-Beispiele für Kompetenzorientierte E-Klausuren

Poster 12: Best-Practice-Beispiele für Kompetenzorientierte E-Klausuren

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Martin Klehr, Philipps-Universität Marburg

Abstract: Durch den E-Klausuren-Service der Philipps-Universität Marburg wurden seit 2010 über 1400 elektronische Prüfungen mit folgenden Zielen begleitet: Durchführung von rechtssicheren schriftlichen Prüfungen, Effizienzsteigerung durch automatisierte Auswertung, Erfassung und Sicherung der Testqualität sowie Kompetenzorientierung. Speziell die Umsetzung der Kompetenzorientierung bei E-Klausuren stellt eine Herausforderung dar. Obwohl grundsätzlich auch mit geschlossenen Frageformaten (z.B. Multiple Choice) Anwendungskompetenz geprüft werden kann, lassen sich in der Praxis viele Prüfungsaufgaben aus E-Klausuren eher den Niveaus „Kennen“ und „Verstehen“ zuordnen (Bloom‘sche Taxonomie). In dem Posterbeitrag werden zwei Best-Practice-Beispiele für elektronische Prüfungsformate vorgestellt, die sich auf den Ebenen „Anwenden“, „Analysieren“ und „Bewerten“ der Bloom‘schen Taxonomie bewegen. In beiden Fällen wird dem Modell des „Constructive Alignments“ gefolgt: die Prüfungen bzw. Prüfungsfragen folgen konkreten Lernzielen und sind den passenden Lehr-/Lernformaten zugeordnet.

Poster 13: Konzept und Mehrwert des Prüfungsparcours "OSCE-Entscheidungsfindung"

Poster 13: Konzept und Mehrwert des Prüfungsparcours "OSCE-Entscheidungsfindung"

Dr. Eva Christina Stibane, Philipps-Universität Marburg

Poster 14: Einführung von Zwischentests zur Anregung frühzeitigen Lernens

Poster 14: Einführung von Zwischentests zur Anregung frühzeitigen Lernens

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Dr. Sonja Köke, Christian-Albrechts Universität zu Kiel

Abstract: Zur Anregung frühzeitigen Lernens (Problem: hohe Durchfallquote da zu spät mit Lernen begonnen wird) soll in der Vorlesung Umweltökonomik die freiwillige Teilnahme an Wissens-/Verständnistests angeboten werden. Diese Tests sollen zu Beginn von vier Vorlesungen und ohne Vorankündigung durchgeführt werden. Um den Korrekturaufwand gering zu halten, sollen Ankreuzantworten gegeben werden (Papierformat oder als OLAT-Test). Richtige Antworten führen zu Punkten, die auf die Klausur angerechnet werden. Die Antworten auf die Tests geben Informationen über Verständnislücken und erlauben eine Überarbeitung der Vorlesungsunterlagen. Zur Einführung der Tests wird die Unterstützung eines HiWis benötigt. Danach können die Tests ohne zusätzliche Unterstützung weitergeführt werden.

Poster 15: Prüfung berufsrelevanter Kompetenzen in der Programmierausbildung

Poster 15: Prüfung berufsrelevanter Kompetenzen in der Programmierausbildung

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Prof. Dr. Marc Hensel, Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg

Abstract: Der Beitrag berichtet von Ansätzen und Erfahrungen bei der Einführung kompetenzorientierter Lehre am Beispiel der objektorientierten Programmierung im Bachelorstudiengang Elektro- und Informationstechnik der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) Hamburg. In ihrer ursprünglichen Form bestand die Prüfung aus einer schriftlichen Klausur in Papierform, also aus einem Format, das zur Überprüfung von Kompetenzen in der Softwareentwicklung wenig geeignet scheint. Nach Änderung des Formats in eine praktische Programmierprüfung am Computer mit optionalem theoretischem Teil ergaben sich neue Möglichkeiten der Prüfungsgestaltung. Es stellte sich hierbei insbesondere die Frage des konkreten Aufbaus der Prüfungen. Zur Beantwortung dieser Frage wurden typische Tätigkeiten nach erfolgreichem Abschluss des Studiums und Wechsel in das Berufsleben betrachtet. Es wurden für die Gestaltung der Prüfungen also Anforderungen an Absolventen und Absolventinnen aus Sicht späterer Arbeitgeber zugrunde gelegt. Naturgemäß waren diese mit den Möglichkeiten der in Zeit und Ressourcen beschränkten Lehre sowie dem vertretbaren Prüfungsumfang in Einklang zu bringen. Es wurden drei Kernkompetenzen identifiziert, die typischer Weise in der industriellen Softwareentwicklung benötigt werden. Interessanter Weise befinden sich die zu den Kompetenzen gewählten Prüfungsansätze auf unterschiedlichen Taxonomiestufen (Stufen drei bis fünf). Nach Ausarbeitung des dreiteiligen Prüfungsansatzes wurde ein Lernziel formuliert, das die zugehörigen Kompetenzen abbildet. Die Lehrmaterialien sowie die Aufgabenstellungen der praktischen Labore wurden auf das Lernziel und die Prüfung ausgerichtet. Den Studierenden ist somit nicht nur bekannt, welche Kompetenzen sie in der Prüfung nachweisen müssen. Sie erwerben vielmehr durch ihre Prüfungsvorbereitung gezielt für ihr späteres Berufsleben relevante Fertigkeiten.


Beitrag zur Tagung im Deutschlandfunk

Frau Thekla Jahn vom Deutschlandfunk interviewte zum Thema "Prüfungen gestalten – Kompetenzen abbilden" Frau Prof. Dr. Evelyn Korn, Vizepräsidentin für Studium und Lehre, Marburg, und Herrn Tilman Dörr, Projektleiter des Projektes nexus
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