Erfahrungsaustausch über Studienreformprojekte in den Ingenieur­wissenschaften

Erfahrungsaustausch über Studienreformprojekte in den Ingenieur­wissenschaften

Mittwoch 10. Juni, 14:00 bis 17:15 Uhr
Fachhochschule Köln, Campus Südstadt, Claudiusstr.1

Öffentliche Veranstaltung der FH Köln in Zusammenarbeit mit dem Runden Tisch Ingenieur­wissenschaften.

Gemeinsam mit dem Präsidenten der Fachhochschule Köln Prof. Dr.-Ing. Christoph Seeßelberg lud der Runde Tisch Ingenieur­wissenschaften die Lehrenden und Studierenden der regional umliegenden Hochschulen zu einem Erfahrungsaustausch über Studienreformprojekte in den Ingenieur­wissenschaften an die FH Köln am 10. Juni 2015, 14:00 bis 16:30 Uhr ein.

Präsentationen im Plenum:

Zu Beginn des Nachmittags wurden zwei Reformprojekte der Fachhochschule Köln präsentiert, die beide durch das Maschinenhausprojekt des VDMA ausgezeichnet wurden.

Prof. Dr.-Ing. Christian Averkamp:
„Heterogene Studierendenschaft: Möglichkeiten der individuellen Angebote und Betreuung“.

Den Sonderpreis des VDMA-Hochschulpreises „Bestes Maschinenhaus 2013“ erhielt die Fakultät für Informatik und Ingenieurwissenschaft für die beste Berücksichtigung der individuellen Biographien der Studierenden. Herr Professor Averkamp, der Dekan der Fakultät, stellte ein Studiengangkonzept vor, das von Maßnahmen der Studienorientierung bis in den Übergang in den Beruf reicht. Herr Averkamp erläuterte das Vorgehen des Campus Gummersbach, wie vor dem Hintergrund eines hohen Anteils Studierender mit Migrationshintergrund, die Abbruchquoten in den ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen gesenkt werden können. Der Fachbereich entwickelte ein mehrstufiges Konzept mit ineinander verzahnten Maßnahmen, wie online-Einstufungstest, Mentoring, und Tutorien.

Prof. Dr.-Ing. Hans-Willi Langenbahn:
„Die Curriculumwerkstatt als Beitrag kompetenzorientierter Studiengangs­entwicklung"

Die FH Köln konnte im Jahr 2014 das Maschinenhaus-Transfer-Projekt für mehr Studienerfolg im Ingenieurstudium mit dem VDMA „Kompetenz- und anwendungsorientierte Curricula“ (Fakultät für Anlagen, Energie- und Maschinensysteme) erfolgreich abschließen. Der Dekan der Fakultät, Herr Professor Langenbahn stellte die „Curriculumwerkstatt“ als einen Ansatz zur Veränderung der Lehr- und Lernkultur mit Ausrichtung auf eine kompetenzorientierte Studiengangentwicklung vor.Herr Langenbahn präsentierte den Prozess einer outputorientierten Studiengangs­entwicklung, die ausgehend von den erwarteten Kompetenzen von Absolventen, Module (Inhalte und Abfolge) aufeinander abgestimmt und miteinander verzahnt wurden. Dies wurde in Form einer Curriculumwerkstatt als fortlaufender und verpflichtender Prozess implementiert.

World Café mit Posterpräsentationen

Prof. Dr.-Ing. Martina Klocke präsentierte das Projekt „Guter Studienstart“ der FH Aachen und RWTH Aachen. Das Besondere an diesem Projekt ist, dass es eine Kooperation auf Augenhöhe zwischen der Universität und der Fachhochschule am Ort gibt, die eine breitgefächerte Studienorientierung ohne Druck ermöglicht. In einem „nullten Semester“ erhalten die Studienanfänger die Gelegenheit, reguläre Vorlesungen beider Hochschulen zu besuchen und Prüfungen abzulegen, die beiderseits anerkannt werden. Die realistischen Einblicke ins Studium ermöglichen eine fundierte Fächer- und Hochschulwahl und helfen damit, die Abbruchquote langfristig zu senken.

Prof. Dr. Peter Riegler präsentierte sein Projekt „constructively aligned“ zu Prüfungen in der Ingenieurmathematik. Der Clou dieses Projektes besteht darin, die Studierenden dafür zu gewinnen, nicht nur Fakten zu lernen, sondern sich ein komplexes Verständnis des jeweiligen fachlichen "Hintergrundes" anzueignen. Der Lehrende erteilt Aufgaben, die bearbeitet werden müssen. Über Email eingegangene komplexe Fragen dazu werden in der Lehrveranstaltung beantwortet bzw. mit den Studierenden diskutiert. In diesem Sinne ist die Umsetzung des bekannten Anspruchs "Geprüft wird, was gelehrt wird" für Lehrende und Lernende eine Herausforderung. Die Diskussion machte insbesondere deutlich, dass die Studierenden erst an die neuen Formate herangeführt werden müssen. Gleichzeitig wurde betont, dass die Studierenden vieles können, wenn man ihnen die Gelegenheit dazu gibt.  

Prof. Dr. Konrad Wolf diskutierte mit den Teilnehmer/innen anhand von vier auf Projektarbeiten basierenden Modulen den Ansatz „Kompetenzorientiertes Lernen und Prüfen – der Weg ist das Ziel“. Neben geeigneten Prüfungsformaten von Projektarbeiten, die von Klausuren mit Transferaufgaben hin zu Präsentationen reichen können, standen vor allem die Lernprozesse im Mittelpunkt, die während des eigenständigen Erarbeitens einer Aufgabenstellung im Team durchlaufen werden. Hier kann durchaus kontrovers diskutiert werden, inwieweit erworbene Kompetenzen und Prüfungsformat in Kongruenz zu bringen sind. Dagegen bestand Einigkeit darüber, dass es essenziell ist, Transparenz über learning outcomes, Prüfungsanforderungen und Bewertungskriterien herzustellen.

Dr.-Ing. Ute Berbuir stellte ein Teilprojekt von ELLI mit dem Themenschwerpunkt problembasiertes Lernen (PBL) vor. Neben der Diskussion passender Prüfungsformate für PBL-Projektarbeit, standen Rolle und Anspruch der Lehrenden im Fokus. PBL ist als gemeinsamer pädagogischer Prozess zu verstehen, in dem sich Lehrende und Lernende auf Augenhöhe begegnen. Die Herausforderung besteht auf der Seite der Lehrenden darin, zu einem neuen Selbstverständnis zu gelangen, in dem sich der Lehrende nicht als Experte sondern mehr als Begleiter versteht. Umgekehrt müssen die Lernenden zu einer selbstverantwortliche Lernhaltung finden und sich dem Umgang mit unsicheren Fragestellung aus einem Lernfeld stellen.

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