Kompetenzorientierung in den Geistes- und Kultur­wissenschaften

Abstract: PD Dr. Rene Dausner, Technische Universität Dresden

Die bildungspolitische Entscheidung zugunsten der Kompetenzorientierung ist das eine; deren Akzeptanz und Relevanz nicht zuletzt in den Geistes- und Kultur­wissenschaften ist das andere. Um die drohende Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit zu schließen oder zumindest zu verringern, wurde im Jahr 2015 eine fakultätentagsübergreifende Kommission eingesetzt, die im Oktober 2016 eine gemeinsame Stellungnahme zu dieser Thematik vorgelegt hat.

Ziel des Impulsreferates war es, den innovativen Vorstoß der vier beteiligten Fakultätentage in die aktuelle Hochschul- und Bildungspolitik darzulegen. In einem ersten Schritt präsentierte der Vorsitzende der Kommission die Zielsetzung und Argumentation der gemeinsamen Stellungnahme. Dabei wurde deutlich, dass die Stellungnahme, die in einem Prozess von mehr als anderthalb Jahren entstanden ist, eine erfreulich klare und ausgewogene Position bietet, die auf dem Fundament eines breiten Konsenses innerhalb der universitären Selbstverständigung beruht. In einem zweiten Schritt wurde dieses deutliche Plädoyer zugunsten eines differenzierten Begriffs der Kompetenzorientierung aus der Perspektive der Theologie beleuchtet, um die pluralen Studienanforderungen im Kontext einer Fachdisziplin zu verorten und zu reflektieren. Zur Diskussion standen dabei die Chancen und Herausforderungen, die eine Kompetenzorientierung in den Geistes- und Kultur­wissenschaften implizieren.