Universität Hamburg
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Überschneidungen vermeiden, Studierbarkeit sichern mit dem Zeitfenstermodell

12. April 2012

Hochschulen, die Kombinationsstudiengänge anbieten, stehen vor der Heraus­forderung, für fakultätsinterne und fakultätsübergreifende Fächerkombinationen größtmögliche Überschneidungsfreiheit zu gewährleisten, da zeit­liche Überschneidungen von Lehrveranstaltungen maßgeblich dazu beitragen können, die Studi­en­zeit zu verlängern.

Bei Studienangeboten in der gestuften Lehrerbildung vergrößert sich diese Herausforderung insofern, als diese Angebote nicht nur die Lehrveranstaltungen der beiden jeweiligen Studienfächer, sondern auch diejenigen der Erziehungs- und Bildungswissenschaften be­in­­halten.

Die Universität Hamburg, die Universität Duisburg-Essen, die Johannes Gutenberg-Universität Mainz und die Julius-Maximilians-Universität Würzburg stellen sich dieser Heraus­for­de­rung u.a. mit Hilfe des von Prof. Dr. Alexander Kreuzer  von der Universität Hamburg ent­wic­kelten Zeitfenstermodells, das auf der Grundlage der Bildung von Fächergruppen für verschiedene Fächerkombinationen graduelle Unterscheidungen von Überschneidungsfreiheit, sog. Überschnei­dungstypen, zulässt und somit begründete Priorisierungen ausgewählter Fächerkombination ermöglicht, für je­des Studienfach klar definierte Zeitfenster für jährlich angebotene Pflichtveranstaltungen, sog. Kern­zeiten, und für halbjährlich angebotene Pflicht-, Wahlpflicht- und Wahlveranstaltungen, sog. Wahl­zeiten, innerhalb der jeweiligen Semesterwochenplanung festlegt und Studierenden in der gestuften Lehrerbildung dergestalt größtmögliche Überschneidungsfreiheit garantiert und (auf der Grund­lage entsprechender Dokumentationen) einen vorausschauenden Umgang mit eventuellen Lehr­veranstaltungsüberschneidungen ermöglicht.

Netzwerk "Überschneidungsfreies Studieren an Hochschulen“
Zum Thema Überschneidungsfreiheit von universitären Studiengängen fanden sich einige Universitäten im November 2016 in Essen zusammen und gründeten ein bundesweites Netzwerk, welches einen kollegialen Austausch zur Überschneidungsfreiheit von akademischen Lehrveranstaltungen und Prüfungsphasen ermöglichen soll. Auch um die guten Erfahrungen mit dem Instrument zu teilen, wurde das bundesweite Experten-Netzwerk „Überschneidungsfreies Studieren an Hochschulen“ (NüSaH)"  gegründet. Hierfür arbeitet die Universität Hamburg künftig mit den Universitäten Duisburg-Essen, Würzburg und Münster zusammen. Im November 2017 findet die erste Netzwerktagung unter Beteiligung weiterer Hochschulen in Münster statt.