Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Peer-to-Peer-Lernen in der Studierwerkstatt

12. September 2018

Viele Studierende mussten in ihrer Schulzeit nie längere Arbeiten schreiben, haben nicht gelernt, wie man ein Referat wissenschaftlich fundiert gestaltet oder wie man es ansprechend präsentiert. Auch bei anderen Schlüsselkompetenzen, wie etwa bei Lernstrategien und Prüfungsvorbereitung entdecken manche Studierende oft erst in der Studieneingangsphase eigene Defizite. Diese können im Studienalltag eine Herausforderung sein – für die Studierenden ebenso wie für die Lehrenden.

Dem begegnet die Universität Würzburg mit der Studierwerkstatt.
Das Prinzip: Alle Lehrformate sind in studentischer Hand. Ausschließlich fortgeschrittene, vom professionellen Koordinatoren-Team speziell geschulte Studierende unterrichten ihre jüngeren Kommilitonen auf Peer-to-Peer-Basis in zentralen Themenbereichen der Studierkompetenzen. Das Besondere: Hilfesuchende werden durch Mentorinnen und Mentoren von Beginn an begleitet und können bei Bedarf Kontakt aufnehmen.

Vor ihrer Tätigkeit durchlaufen die Mentorinnen und Mentoren ein speziell zugeschnittenes, durch Evaluationen, Aufbauschulungen und Lernportfolios qualitätsgesichertes Trainingsprogramm. Als studentische Dozierende halten sie in der Studierwerkstatt Lehrveranstaltungen, vermitteln Grundbegriffe und Techniken wissenschaftlichen Arbeitens sowie Schlüsselkompetenzen, die auch nach dem Studium relevant sind. Zudem stehen sie im Studienalltag für Beratungen zur Verfügung.

Schon kurz nach Semesterbeginn finden Workshops zu den Schwerpunktthemen statt. Sehr gefragt sind Workshops zu „Lernstrategien und Zeitmanagement“, „akademischer Schreibkompetenz“, „Präsentieren und Moderieren“, oder auch „Effizienter Lesen und Informationsmanagement“.

Für spezifische Zielgruppen, wie etwa ausländische Studierende oder auch Lehramtsstudierende gibt es speziell ausgerichtete Workshops. Ziel ist es, an der Universität Würzburg die Studienerfolge zu verbessern, Abbrecherquoten in vielen Fächern zu verringern und Studierende bereits ab dem ersten Semester dabei zu unterstützen, Selbstvertrauen zu entwickeln.

Die Leistungen können auch im Pool der Allgemeinen Schlüsselqualifikationen kreditiert werden. Bei den Studieneinsteigerinnen und Studieneinsteigern kommt das studentische Lehrformat in seiner Vielfalt sehr gut an: Anfangs hatte die Studierwerkstatt 30 TeilnehmerInnen, heute wird das Programm in jedem Semester von Hunderten erfolgreich genutzt.

Die Studierwerkstatt der Universität Würzburg gibt es seit 2012. Entwickelt wurde die Initiative durch das im Netzwerk Tutorienarbeit zertifizierte KOMPASS-Programm an der Philosophischen Fakultät der Universität Würzburg, gefördert im Rahmen des Qualitätspakts Lehre.

Weitere Informationen gibt es auf der Homepage