Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Orientierungspraktikum im Lehramt: Praxiseinblick und Reflexion der Berufswahl

20. Oktober 2017

Das dreiwöchige Orientierungspraktikum für Lehramtsstudierende an der Universität Freiburg trägt dazu, dass Studierende ihre Studien- und Berufswahl überprüfen und sich auf Grundlage einer bildungswissenschaftlich fundierten Reflexion für oder gegen das Lehramtsstudium entscheiden.

Als neues Element im Lehramtsstudium wird seit dem Wintersemester 2015/16 das Orientierungspraktikum (OSP) vom Zentrum für Schlüsselqualifikationen der Universität Freiburg koordiniert. Entwickelt wurden das Konzept und die curriculare Ausgestaltung vom Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Freiburg. Das Orientierungspraktikum ist im Rahmen des polyvalenten zwei-Fächer-Bachelor Lehramtsstudiums Bestandteil des Moduls Bildungswissenschaften. Dieses besteht aus einer Vorlesung („Einführung in die Bildungswissenschaften“), dem Praktikum sowie einem Vor- und Nachbereitungsworkshop. Das gesamte Modul zielt auf eine optimale Verzahnung von universitärer Ausbildung und Praxisphasen in der Lehrerausbildung ab, um so zu einer professionsorientierten Lehrerausbildung beizutragen.

Durch die systematische Auseinandersetzung mit den vielfältigen und komplexen Anforderungen des Lehrerberufs im Praktikum wird den Studierenden die Möglichkeit gegeben, ihre Studien- und Berufswahlentscheidung frühzeitig zu reflektieren bzw. zu überprüfen. Im Zentrum des OSP steht die wissenschaftliche Beobachtung zentraler Tätigkeiten einer Lehrkraft - die sogenannte „core practices“ (McDonald, 2013) - wie z.B.: Erklärungen geben, Fragen stellen, auf Unterrichtsstörungen reagieren, Medien gestalten, Regeln einführen/beobachten.  Die Workshops zu Vor- und Nachbereitung werden von erfahrenen Lehrkräften der staatlichen Seminare gestaltet. Die durchgeführten Evaluationen der ersten zwei Durchläufe des OSP zeigen sehr deutlich, dass die Studierenden von der Vermittlung bildungswissenschaftlicher Inhalte durch kompetente Lehrkräfte, die einen fundierten Bezug zur Schulpraxis haben, nachhaltig profitieren. Sie überprüfen ihre subjektiven Theorien und Schemata und erleben im Praktikum Schule und Unterricht „hautnah“. 

Die Studierenden führen verschiedene Aufgaben durch, z.B. kriteriengeleitetes Beobachten von Unterricht auf der Grundlage bildungswissenschaftlicher Theorien und Modellen. Im Rahmen eines ausführlichen E-Portfolios können die Studierenden ihre Erfahrungen reflektieren. Von den Schulen wird rückgemeldet, dass die Studierenden sehr gut vorbereitet und sehr zielstrebig ins Praktikum starten. Im OSP werden die Kompetenzen vieler Akteure der Lehrerbildung gebündelt und in einem abgestimmten Vorgehen umgesetzt.

Weitere Infos auf der Internetseite des Zentrums für Schlüsselqualifikationen der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg