Technische Universität Dortmund

Forschendes Lernen im industriellen Projektmanagement

22. August 2012

Die Lehrveranstaltung „Industrielles Projektmanagement 1“der Studiengänge Logistik, Wirtschaftsingenieurwesen und Maschinenbau als Wahlpflichtfach im Hauptstudium der Diplomstudiengänge sowie im zukünftigen Masterstudium am Lehrstuhl für Fabrikorganisation (LFO) an der Fakultät Maschinenbau der Technischen Universität Dortmund angeboten.

Sie umfasst vier ECTS-Leistungspunkte. Die Veranstaltung gliedert sich in fünf Phasen. Die ersten drei Phasen orientieren sich am Wissenschaftssystem. Die Phasen 4 und 5 finden in Unternehmen statt.

Forschungshandwerk
Im Rahmen der Veranstaltung besteht das forschende Lernen zunächst darin, dass die Studierenden das wissenschaftliche Handwerk erlernen: Sie recherchieren in der wissenschaftlichen Literatur, schreiben einen wissenschaftlichen Beitrag zu einem veranstaltungsinternen Wiki und präsentieren diesen auf einem ebenfalls internen Kolloquium.

Studierende bewerten einander
Zum anderen wird das kritisch-reflexive Denken gefördert, indem die Studierenden ihre eigene und die Leistung der Kommilitoninnen und Kommilitonen nach zuvor erarbeiteten Kriterien guten wissenschaftlichen Arbeitens beurteilen und kritisch hinterfragen.

Die Prüfung
Das Prüfungskonzept orientiert sich an den Zielen Kompetenzorientierung, Studierendenzentrierung und Praxisintegration. Folgenden Prüfungsleistungen werden im Rahmen der Veranstaltung von den Studierenden erbracht:

  • Wiki-Artikel (wissenschaftliche Ausarbeitung in Phase 2)
  • Beitrag zu wissenschaftlichem Kolloquium (am Ende des Studienprojektes in Phase 3)
  • Ergebnispräsentation (des praktischen Studienprojektes in Phase 5)


Die Bewertung der individuellen studentischen Leistungen erfolgt durch die Lehrenden, durch Vertreter des Partnerunternehmens (Board Review) sowie durch die Studierenden selbst (Peer Review).

Beurteilung durch die Kommilitonen
Bei der Beurteilung der Leistungen ihrer Kommilitonen setzen sich die Studierenden in einer Art mit den „fremden“ Ergebnissen auseinander, die es zum erlaubt, voneinander zu lernen und zudem die Einschätzung der eigenen Leistung objektiviert.

Bewertung durch die Lehrenden
Zur Bewertung der individuellen Leistungen durch die Lehrenden wird ergänzend zur Begutachtung der Präsentationen eine inhaltsanalytische Auswertung der schriftlichen Dokumentationen der Studierenden sowie der Videografie der Abschlussveranstaltung herangezogen. Darüber hinaus geben die Aufzeichnungen der Beobachter Aufschluss über die Leistung und erreichte Kompetenzstufe der Studierenden.

Differenzierte Rückmeldungen im laufenden Lernprozess
Mit dem entwickelten Prüfungsformat wird nicht nur die Funktion der Leistungsmessung mit dem Ziel der Notenvergabe verfolgt, sondern es ermöglicht differenzierte Rückmeldungen im laufenden Lernprozess über den Grad an Professionalität und die erreichte Kompetenz von den Dozenten an die Studierenden sowie der Studierenden untereinander.

Weitere Informationen auf den Internetseiten der TU Dortmund.

Quelle: ZFHE Jg 5/Nr.3 (Sep 2010) PDF, 18 Seiten