Hochschule Fulda - University of Applied Sciences

Entscheidungen fällen in der Evidenzbasierten Medizin und Pflege

7. August 2013

In Medizin, Pharmazie, Gesundheits- und der Pflegeberufen müssen Absolventinnen und Absolventen immer wieder wissenschaftlich fundierte Entscheidungen treffen. Dabei müssen sie den Nutzen von medizinischen, präventiven und pflegerischen Leistungen in der Praxis abwägen. Diese Aufgabe steht im Zentrum der Methodik der Evidenzbasierten Medizin (EbM).

Diese ist an deutschen Hochschulen sehr unterschiedlich curricular verankert. Am Fachbereich Pflege und Gesundheit der Hochschule Fulda werden in jedem Wintersemester circa 170 Studierende in der evidenzbasierten Methodik ausgebildet.

Mit sechs Semesterwochenstunden und einem Gesamtarbeitsaufwand von 300 Stunden werden die Studierenden nach dem Leitsatz „Evidenz für klinische und präventive Entscheidungen nutzbar machen“ befähigt, die Übertragung wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis zu begleiten und umzusetzen.

Inhaltliche Bestandteile der Präsenzphase sind: Die basalen methodischen Schritte der EbM (Fünf-Schritt-Methodik) wie die systematische Literaturrecherche zu ausgewählten Fragestellungen in elektronischen Datenbanken, die kritische Bewertung quantitativer und qualitativer Primär- und Sekundärstudien mit national sowie international anerkannten Instrumenten, die Diskussion der Studienergebnisse im Zusammenhang mit der methodischen Qualität der Studienlage und das Erarbeiten einer Positionierung gegenüber evidenzbasierten Standardisierungen bzw. Strategien in der Gesundheitsversorgung.

Parallel zur Präsenzphase erarbeiten die Studierenden in Lerngruppen von maximal fünf Personen als schriftliche Prüfungsform jeweils eine systematische Übersichtsarbeit, also ein evidenzbasiertes Produkt, zu einem in der Gruppe diskutierten „Problem“. Jede Kleingruppe wird in allen fünf Arbeitsschritten in einem Zeitraum von vier Monaten intensiv betreut.

Das regelmäßig aufwändige Verfahren zur Erstellung einer systematischen Übersichtsarbeit wurde mit präzise definierten Lernzielen als „Rapid Assessment“ konzipiert. Mit Hilfe einer transparenten Lernzielsystematik wissen die Studierenden jederzeit, wo sie im Lernprozess stehen.