Im Browser öffnen
Projekt nexus - Übergänge gestalten, Studienerfolg verbessern der Hochschulrektorenkonferenz

nexus Newsletter 4/2019 - Digitaler Wandel in Studium und Lehre

Editorial

→  Digitaler Wandel in Studium und Lehre

Kommentar

→  Kann der Studienerfolg durch Learning Analytics erhöht werden?

Interview

→  Gespräch zum Thema digitale Lernwelten mit Dr. Valerie Varney

Aktuelles

→  Podcast zum digitalen Wandel an Hochschulen
→  Wie funktioniert der Weg aus dem Beruf ins Studium? Forschungsergebnisse zeigen Wunsch nach flexiblen Studienformaten

Neuerscheinungen

→  Neue Ausgabe der nexus impulse für die Praxis: Digitaler Wandel in Studium und Lehre
→  Neues Diskussionspapier zur strategischen Weiterentwicklung von Studium und Lehre im digitalen Zeitalter

Good Practice

→  Hochschulweites Programm DigKom, Technische Hochschule Nürnberg

Werkstatt

→  Frage zum Urheberrecht bei Lehrmaterialien

Rückschau

→  nexus-Tagung zu Anerkennung und Akkreditierung
→  nexus-Tagung zum Digitalen Wandel in Studium und Lehre
→  nexus-Tagung zu qualitätsgesicherten Praktika

Termine

→  nexus-Tagungen
→  Veranstaltungen rund um Studium und Lehre
→  Kontakt

Editorial


Tilman Dörr, Leiter des Projekts nexus Foto: nexus

Digitaler Wandel in Studium und Lehre

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Digitalisierung verändert unsere Lebens- und Arbeitswelt nachhaltig. Hochschulen werden dadurch mit einer Vielzahl an Herausforderungen konfrontiert. Gleichzeitig bietet sich für sie eine Fülle von Möglichkeiten, den Wandel in Studium und Lehre mitzugestalten. Die Bandbreite reicht von der Entwicklung einer Digitalisierungsstrategie auf Leitungsebene über neue digitale Arbeitsprozesse in der Verwaltung bis hin zur Vermittlung von „digitalen Kompetenzen“ in einzelnen Lehrveranstaltungen.

Wie die Digitalisierung an Hochschulen konkret umgesetzt werden kann – und welche Chancen und Risiken sich ergeben können, war Thema bei der nexus-Fachtagung „Digitaler Wandel in Studium und Lehre“ an der Technischen Universität Kaiserslautern. Eine Frage, die hier diskutiert wurde, war beispielsweise, wie und ob Hochschulen Daten von Studierenden verwenden könnten, um den Studienerfolg zu erhöhen. Hierzu lesen Sie mehr im Kommentar des Wirtschaftspädagogen Prof. Dr. Dirk Ifenthaler, der an Universität Mannheim seit Jahren zu „Learning Analytics“ forscht.

Eine Aufgabe der Hochschulen ist es, künftige Absolventinnen und Absolventen auf Tätigkeiten in einer digitalisierten Arbeitswelt vorzubereiten. Wie hilfreich ist dafür der Einsatz Virtueller Realitäten in der Lehre? Das haben wir Frau Dr. Valerie Varney im Interview gefragt. Die Kommunikationswissenschaftlerin leitet die Forschungsgruppe „Digitale Lernwelten“ am Cybernetics Lab, einem interdisziplinären Forschungsverbund an der RWTH Aachen.

Welche Bedeutung Netzwerken innerhalb und zwischen Hochschulen oder mit externen Partnern bei der digitalen Transformation zukommt, ist Thema in der neuen Ausgabe der Reihe nexus Impulse für die Praxis. Neben aktuellen Fragen zum Newsletter-Thema finden Sie auch in diesem Newsletter wie gewohnt eine Rückschau auf bisherige Tagungen und anstehende Termine. Nutzen Sie die Veranstaltungen zum persönlichen Austausch. Denn zwei Aspekte wurden in unseren Foren und Diskussionen zur Digitalisierung immer wieder betont: Die digitale Unterstützung kann in vielen Fällen hilfreich sein und Studium und Lehre mit innovativen Formaten ergänzen – allerdings nur, wenn diese auch auf einem guten didaktischen Konzept beruht. Und: Digitale Technologien können die Kommunikation erleichtern, die persönliche Interaktion zwischen Menschen allerdings nicht ersetzen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine interessante Lektüre und einen guten digitalen oder persönlichen Austausch untereinander.

Ihr Tilman Dörr, Leiter des Projekts nexus

?  zum Anfang

Kommentar


Prof. Dr. Dirk Ifenthaler ist Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftspädagogik an der Universität Mannheim. Foto: Anna Logue

Kann der Studienerfolg durch Learning Analytics erhöht werden?

Prof. Dr. Dirk Ifenthaler (http://www.ifenthaler.info) ist Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftspädagogik – Technologiebasiertes Instruktionsdesign an der Universität Mannheim und UNESCO Deputy Chair of Data Science in Higher Education Learning and Teaching an der Curtin University, Australien.

Im internationalen Hochschulkontext wird seit einigen Jahren vermehrt die Analyse und Interpretation von Bildungsdaten mittels Learning Analytics eingesetzt. Diese Daten bilden etwa das Nutzerverhalten der Studierenden in digitalen Lernumgebungen ab, deren akademische Leistungen sowie soziodemografischen Angaben und dienen als Grundlage, um Wahrscheinlichkeiten zur erfolgreichen Absolvierung von Kursen und Studienprogrammen zu prognostizieren. In digitale Lernumgebungen integrierte Learning Analytics-Systeme ermöglichen adaptives Feedback, um Lehr-Lernprozesse zu unterstützen und dabei auch Aspekte wie Motivation und Kollaboration der Studierenden zu berücksichtigen.

Meine Forschergruppe hat in einer systematischer Übersichtsarbeit mehr als 3.000 internationale Studien aus den letzten fünf Jahren identifiziert, die das Thema Learning Analytics und Studienerfolg aufgreifen. Eine detaillierte Analyse reduzierte die Anzahl verwertbarer empirischer Befunde auf 41 Studien, die explizit den Fokus auf Learning Analytics zur Unterstützung von Studienerfolg richteten. Es zeigt sich, dass Learning Analytics zur Identifikation und Unterstützung von Studierenden vorrangig in englischsprachigen Ländern eingesetzt werden, wie etwa an der University of Phoenix, USA, an der Open University Australia oder an der Open University, UK.

Die Studien verdeutlichen, dass es sich bei Learning Analytics um ein sich schnell entwickelndes Forschungsfeld handelt, das interdisziplinäre Zugänge aus der Lernforschung, Informatik und Data Science vereint. Die berichteten Learning Analytics Systeme sind jedoch meist inselhafte Lösungen ohne holistische Funktion in der komplexen Infrastruktur einer Hochschule. Ein weiteres Ergebnis: Learning Analytics können sowohl mit großen Datenmengen (Big Data) als auch mit wenigen Informationen erfolgreiche Unterstützungsmöglichkeiten für den Studienerfolg generieren.

Ziel meines BMBF-geförderten Forschungsprojekts „STELA – Studienerfolg mittels Learning Analytics – Handlungsempfehlungen für deutsche Hochschulen“ war es, einen theoretischen, empirischen und praktischen Mehrwert zu Erkenntnissen um Learning Analytics und Studienerfolg an deutschen Hochschulen zu generieren. Ausgehend von der systematischen Übersichtsarbeit wurden Lehrende, Hochschulleitungen und Administratoren von deutschen Hochschulen zum Potential und Einsatz von Learning Analytics befragt. Auf Grundlage der Befunde sind Handlungsempfehlungen für die Anwendung von Learning Analytics zur Unterstützung von Studienerfolg an deutschen Hochschulen entstanden.

Trotz des Potenzials von Learning Analytics zur Erhöhung des Studierendenverbleibs gilt es, die Algorithmen und verwendeten Daten kritisch zu betrachtet. Datenschutz und Privatsphäre müssen von Bildungsinstitutionen berücksichtigt werden, wenn sie Studierendendaten generieren, auswerten und speichern. Der verantwortungsvolle und gesetzeskonforme Umgang mit personenbezogenen Daten, etwa gemäß der Europäischen Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGV), muss bei der Implementation von Learning Analytics an deutschen Hochschulen eine zentrale Rolle einnehmen.

Die Einführung von Learning Analytics generiert neben technischen und administrativen Hürden einen erheblichen Bedarf an Aus- und Weiterbildung der Hochschulangehörigen in Studium, Lehre und Verwaltung, vor allem zur Bildungsdatenkompetenz (educational data literacy). Analog zu anderen Ländern kann die oft bislang noch unzureichende strukturelle oder auch technische Infrastruktur für eine institutionsweite Implementation von Learning Analytics an deutschen Hochschulen durch regionale oder auch nationale Initiativen mit dem Fokus auf Learning Analytics überwunden werden.

Zentrale Hürden für die Implementation von Learning Analytics sind Fragen zum Datenschutz und fehlende technische Lösungen sowie pädagogisch-didaktische Ansätze. Letztlich bleibt anzumerken, dass verantwortliche Akteurinnen und Akteure an deutschen Hochschulen ein hohes Interesse an Learning Analytics-Systemen haben und durchaus hohe Potentiale von Learning Analytics für den Studienerfolg erkennen. Um sie zu unterstützen, sollten entsprechende Maßnahmen von Seiten der Bildungspolitik und Forschung gemeinsam entwickelt und bereitgestellt werden.

?  zum Anfang

Interview


Dr. Valerie Varney leitet die Forschungsgruppe „Digitale Lernwelten“ an der RWTH Aachen

Gespräch zum Thema digitale Lernwelten mit Dr. Valerie Varney

Dr. Valerie Varney leitet die Forschungsgruppe „Digitale Lernwelten“ am Cybernetics Lab, einem interdisziplinären Forschungsverbund an der RWTH Aachen. In der Forschungsgruppe setzen sich Geistes- und Sozialwissenschaftler, Naturwissenschaftler und Ingenieure mit technologischen Entwicklungen und damit verbundenen gesellschaftlichen Veränderungsprozessen auseinander. Sie untersuchen die Digitalisierung von Lehr- und Lernkontexten und betrachten technische Systeme sowie deren Anwendung aus verschiedenen Perspektiven und Fachdisziplinen. Ein Schwerpunkt ist die Forschung zu Mixed Reality, in der reale und virtuelle Umgebungen kombiniert werden.

Wie lässt sich der Begriff Mixed Reality in Kürze erklären?
Das ist gar nicht einfach zu beschreiben. Der Begriff benennt letztendlich ein Kontinuum, in dem virtuelle Umgebungen und natürliche Benutzerschnittstellen kombiniert werden. Das Mixed Reality-Kontinuum beginnt in der Realität, in der wir uns quasi ohne Technologie bewegen, und führt Schritt für Schritt über Augmented Reality – darunter verstehen wir zum Beispiel die visuelle Erweiterung der Realität durch Bilder oder Videos am Smartphone oder über bestimmte Brillen, so genannte Head Mounted Displays – bis hin zur vollständigen Virtualisierung der Realität. Tauchen wir durch digitale Technologien völlig ein in diese virtuelle Realität und blenden die andere Realität aus, sprechen wir von Immersion.  

Was sind die Vorteile beim Einsatz der Technologien – und wo sind Grenzen?
Alle unsere bisherigen Studien belegen, dass der Einsatz virtueller Umgebungen in der Lehre die Motivation der Studierenden erhöht und ihnen die Lerneinheiten Spaß machen. Ein Problem könnte natürlich sein, dass irgendwann auch eine Sättigung eintreten kann. Ein besonderer Aspekt ist sicher, dass Studierende mithilfe virtueller Lernumgebungen schneller ein Prozessverständnis entwickeln können, etwa, weil wir unsichtbare Prozesse sichtbar machen und erklären können. Studierende können so auch Gefahrensituationen „erleben“ oder die Arbeit auf Großbaustellen einüben, was analog so kaum möglich ist. Virtuelle Lernumgebungen sind aber nicht für jede Lehr- Lernsituation und auch nicht für alle Studierenden geeignet. Man sollte deshalb auch immer eine Alternative bereithalten.

Was empfehlen Sie Lehrenden oder Kollegen in Didaktikeinrichtungen, die in die Thematik einsteigen?
Erstens keine Angst vorm Scheitern zu haben und bereit zu sein, neue Wege zu gehen. Zweitens, es einfach auszuprobieren und sich weiterzubilden – alleine, um für sich selbst zu klären, ob sie mit virtuellen Lernumgebungen arbeiten können und wollen. Die Studierenden werden das wertschätzen! Erzwingen lässt sich das Interesse natürlich nicht, und die Methoden sollten auch zur Lehrperson passen. Tun sie das nicht, merken das die Studierenden sofort. Natürlich stellt sich in diesem Zusammenhang die grundsätzliche Frage, in welcher Rolle sich die Lehrenden selbst sehen: Als Begleiter, die sich neuen Entwicklungen und dem damit verbundenen Wandel in der Lernkultur anpassen oder als Verfechter herkömmlichen Frontalunterrichts?

Wo finden Lehrende Unterstützung und Informationen zum Thema?
Hier hilft natürlich die Vernetzung und die Kollaboration mit anderen aus dem Fach, der Didaktik, der Technik – an der eigenen Hochschule und darüber hinaus. Hilfreich sind auch Fachveranstaltungen oder digitale Plattformen wie e-teaching.org, Bildung_Digital und die gesamte hochschuldidaktische Community bei twitter, das Hochschulforum Digitalisierung oder auch das Projekt ELLI, das auch an andere Hochschulen geht und bei didaktischen oder technischen Fragen unterstützt. Sehr wichtig und hilfreich ist die Kommunikation mit den eigenen Studierenden: Wie in der analogen Lehre ist keine neue Lernumgebung nach dem ersten Durchlauf perfekt. Bei Kursen mit virtuellen Realitäten ist die Evaluation besonders wichtig. Es gilt, das Feedback aufzugreifen, das Konzept zu optimieren und nicht direkt aufzugeben, wenn es nicht gleich wie gewünscht funktioniert.

Das ausführliche Interview mit Dr. Valerie Varney lesen Sie im nexus-Blog

?  zum Anfang

Aktuelles


Foto: pixabay

Podcast zum digitalen Wandel an Hochschulen

Das Hochschulforum Digitalisierung hat sein Podcast-Portfolio erweitert. In der Serie [Insights] Approaching the Digital Turn befragen die Macherinnen, Nina Wagenknecht und Jana Panke, Akteurinnen und Akteure aus verschiedenen Arbeitsbereichen zu ihren Erfahrungen bei der praktischen Umsetzung des digitalen Wandels an Hochschulen. Die erste Folge von “Approaching the Digital Turn” wurde auf der diesjährigen Summer School des Hochschulforum Digitalisierung aufgezeichnet und ist nun online.

?  zum Anfang

Foto: pixabay

Wie funktioniert der Weg aus dem Beruf ins Studium? Forschungsergebnisse zeigen Wunsch nach flexiblen Studienformaten

In dem Forschungsprojekt „Nicht-traditionelle Studierende zwischen Risikogruppe und akademischer Normalität“ wurden von 2012 bis 2019 Personen betrachtet, die ohne eine schulische Hochschulzugangsberechtigung (HZB) aufgrund beruflicher Qualifikationen ein Studium aufnehmen. Das Projekt wurde vom BMBF seit 2012 gefördert und von der Abteilung Hochschulforschung der HU Berlin und dem DZHW durchgeführt. Auf der Abschlusstagung wurden nun Forschungsergebnisse vorgestellt: Es wurde eine überdurchschnittlich häufige Wahl flexibler Studienformate wie Fern- oder berufsbegleitende Studien festgestellt. Studierende ohne Abitur, so die Expertise, erreichen seltener als Gymnasiasten einen Studienabschluss, aber etwa gleich häufig wie Studierende mit einer HZB von beruflichen Schulen oder des Zweiten Bildungswegs. Hintergrund ist offenbar der hohe Anteil an Fernstudierenden. Die Zahl der nicht-traditionellen Studierenden liegt jährlich bei etwa 13.000 Personen. Die Teilnehmer der Tagung waren sich in ihrer Forderung nach transparenten Übergängen und vergleichbaren gesetzlichen und sozialrechtlichen Rahmenbedingungen einig.

?  zum Anfang

Neuerscheinungen


Neue Ausgabe der nexus impulse für die Praxis: Digitaler Wandel in Studium und Lehre

Die digitale Transformation betrifft alle Gesellschaftsbereiche. Dies gilt auch für Hochschulen, deren Strukturen und Prozesse mit Auswirkungen auf die miteinander verzahnten Bereiche Studium und Lehre, Wissenschaft und Forschung sowie Verwaltung. Die Bedeutung von Netzwerken für den digitalen Wandel an Hochschulen steht im Fokus der aktuellen Ausgabe in der Reihe nexus impulse für die Praxis.

Die Autoren, Prof. Dr. Klaus Kreulich, Carolin Müller und Prof. Dr. Oliver Ruf, heben in der Ausgabe Nr. 19: Digitaler Wandel in Studium und Lehre – Zur Bedeutung von internen und externen Hochschulnetzwerken zwei Fragestellungen hervor: Wie können sich Hochschulen im Zuge der digitalen Transformation weiterentwickeln? Welche Gestaltungsmöglichkeiten ergeben sich daraus für Studium und Lehre? Die Rolle von Netzwerken wird aus der Perspektive der Lehrenden auf Lehre und Studium betrachtet und aus der Perspektive der Hochschulleitung auf Strukturen und Prozesse.

In einem Aufruf im Sommer 2019 hat nexus nach Beispielen an Hochschulen gesucht, die verdeutlichen, wie interne Netzwerke, Kooperationen im Hochschulverbund oder mit Partnern außerhalb der Hochschule den digitalen Wandel vorantreiben können. In der Publikation finden Sie eine Auswahl der eingegangenen Beiträge. Zahlreiche weitere werden derzeit in die Good-Practice-Datenbank zum Thema Digitalisierung eingepflegt.  

?  zum Anfang

Neues Diskussionspapier zur strategischen Weiterentwicklung von Studium und Lehre im digitalen Zeitalter

Das im September veröffentlichte Diskussionspapier Strategische Weiterentwicklung von Hochschullehre im digitalen Zeitalter: Handlungsfelder und Herausforderungen (HFD-Diskussionspapier Nr. 6) fasst die wichtigsten Ergebnisse einer qualitativen Auswertung von Interessensbekundungen zur Peer-to-Peer-Strategieberatung in acht Thesen zusammen. Die Auswertung zeigt, dass viele Hochschulen ähnliche Ziele und Herausforderungen mit der Digitalisierung der Hochschulbildung verbinden. Autorin des Diskussionspapiers ist Ann-Kathrin Watolla, wissenschaftliche Mitarbeiterin im iTBH Institut für Technische Bildung und Hochschuldidaktik der Technischen Universität Hamburg. Sie hat die Auswertung im Auftrag des Hochschulforums Digitalisierung durchgeführt.

?  zum Anfang

Good Practice


Hochschulweites Programm DigKom, Technische Hochschule Nürnberg

DigKom steht für ein Hochschulzertifikat für Digitale Kompetenzen und ist ein vernetztes und strukturiertes Qualifizierungsprogramm für Studierende mit dem Fokus auf der Vermittlung aktueller Themen und Trends aus Feldern der digitalen Kompetenzen, der Förderung der Selbstlernkompetenzen im digitalen Zeitalter sowie der Reflexion und Selbsteinschätzung der Kompetenzniveaus der Studierenden. Entstanden ist es in Folge verschiedener Vernetzungsveranstaltun­gen zwischen Lehrenden und Lernenden und deren Austausch über die hochschuleigene Online-Plattform „Seeyou“ zu digitalem Lehren und Lernen.

Das Programm ist interdisziplinär angelegt, steht allen Studienrichtungen offen und ist in die Curricula der Studiengänge eingebunden. Durch ein modulares Baukastenkonzept belegen Studierende Lehrveran­staltungen und Workshops je nach Interesse und individuellem Bedarf. Die Teilnehmenden sind ver­netzt, lernen mit- und voneinander. Ein interner Blog ermöglicht Austausch und die Veröffentlichung von Ergebnissen des Lernprozesses. Im Abschlusswork­shop präsentieren und reflektieren Teilnehmende das erworbene Wissen und geben Impulse für die Hoch­schule und die Programmentwicklung. An diesem Dialog nehmen der Vizepräsident für Studium und Lehre sowie Vertreter aus dem „Service Lehren und Lernen“ und aus einzelnen Fakultäten teil.

DigKom baut auf einem Netzwerk interner und exter­ner Partner sowie auf einer internationalen Partner­schaft auf. Ein Großteil der DigKom-Angebote wird von externen Experten durchgeführt. Das Programm wurde 2019 als „Hochschulperle des Monats“ vom Stifterverband ausgezeichnet.

Weitere Informationen: www.th-nuernberg.de/digkom

Noch mehr gute Praxisbeispiele zum Thema Digitalisierung sowie zu weiteren Themen rund um Studium und Lehre finden Sie in der Good-Practice-Datenbank.

?  zum Anfang

Werkstatt


Foto: nexus

Frage zum Urheberrecht bei Lehrmaterialien

Frage an nexus:
Ich möchte meine Lehrmaterialien um weitere Informationen und Materialien ergänzen. Wie kann ich sichergehen, dass das online gefundene Material eine „Open Educational Resource“ (OER) ist und mit meinen Materialien, die ebenfalls als OER zur Verfügung stehen sollen, kombiniert werden kann? Darf ich an dem gefundenen Material eine Bearbeitung vornehmen?

Antwort von nexus:
Möchten Sie eine OER verwenden, gilt es zunächst, die genaue Lizenz zu überprüfen. Dabei können auch einzelne Bestandteile des Materials wie Texte, Fotos oder Abbildungen unter unterschiedlichen Lizenzen stehen. Ein allgemeiner Hinweis, die Inhalte seien „frei verwendbar“, ist nicht tragfähig und befugt noch nicht zu ihrer Verwendung. Ausschlaggebend sind die sogenannten Creativ-Commons-Lizenzen, sie sind Kennzeichen für die Nutzungsbedingungen der Materialien. Viele, die Open Educational Resources produzieren, verbreiten und unterstützen, halten die Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung“ (CC-BY) für ideal. Sie gibt lediglich vor, den Urheber und die Lizenz zu nennen, wenn die Inhalte weiterverwendet werden. Darüber hinaus sollten ein Link zur Lizenz und der Hinweis eingefügt werden, ob eine Bearbeitung des ursprünglichen Werkes stattgefunden hat. Damit sind die Vorgaben gemäß der Lizenzvereinbarung erfüllt. Sie können bei einer CC-BY Lizenzierung als Link zur Lizenz die URL https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de nutzen.

Wenn Materialien mit einer „No Derivatived“ (ND) Creative-Commons-Lizenz versehen ist, so ist keine Bearbeitung der Materialien erlaubt. Das Material darf dann in der Regel unverändert neben den eigenen Materialien stehen, beispielsweise als Zusammenstellung mehrerer Texte. Eine inhaltliche Verschmelzung mit eigenen Materialien hingegen wäre rechtswidrig und würde in diesem Fall ein neues eigenständiges Werk darstellen. Wir empfehlen, eine Fachexpertise zu den Creative-Commons-Lizenzen einzuholen, bevor Sie Materialien aus dem Netz verwenden bzw. verändern.

?  zum Anfang

Rückschau


nexus-Tagung zu Anerkennung und Akkreditierung

nexus-Tagung zu Anerkennung und Akkreditierung

In Folge des Bologna-Prozesses hat sich in vielen Bereichen von Studium und Lehre bereits eine hohe Qualitätskultur etabliert. Insbesondere bei zwei Themenfeldern ist dies indes trotz zahlreicher Aktivitäten noch nicht ausreichend gelungen: bei der Anerkennung akademischer Leistungen und der Anrechnung außerhochschulisch erworbener Kompetenzen. Hochschulen, die zukunftsfähige Verfahren etabliert haben, haben diese oftmals in Folge der Akkreditierung in das Qualitätsentwicklungssystem der Hochschulen integriert. Vor diesem Hintergrund diskutierten Expertinnen und Experten am 26. und 27. September im Rahmen der Fachtagung „Anerkennung und Anrechnung im Kontext der (System-)Akkreditierung“ des HRK-Projektes „nexus – Übergänge gestalten, Studienerfolg verbessern“ an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz. Nach Ansicht der Teilnehmer haben sich durch die Neuregelung der Akkreditierung neue Spielräume ergeben. Dadurch eröffnet sich die Möglichkeit, die Entwicklung der Hochschulen im Dialog voranzutreiben. Die Anrechnung von außerhochschulischen Leistungen bleibe auch nach der Neuregelung eine große Herausforderung und müsse daher verstärkt in den Blick genommen werden. Mehr

?  zum Anfang

Head Mounted Display. Foto: pixabay

nexus-Tagung zum Digitalen Wandel in Studium und Lehre

Damit die Möglichkeiten der Digitalisierung in Studium und Lehre erfolgreich genutzt und Studierende auf die Anforderungen einer digitalisierten Arbeitswelt vorbereitet werden können, bedarf es passender Anreize, Strategien, finanzieller sowie personeller Kapazitäten und Kompetenzen auf allen Ebenen. Chancen und Herausforderungen für die Umsetzung im Hochschulalltag diskutierten Experten bei der nexus-Fachtagung „Digitaler Wandel in Studium und Lehre“ am 12. und 13. September an der Technischen Universität Kaiserslautern.

Ein Ziel des digitalen Wandels sollte sein, Alltagskultur und Hochschulkultur miteinander in Einklang zu bringen, so die Diskussion. Es sei nicht mehr die Frage, ob, sondern wie Hochschulen den digitalen Wandel gestalten. Der Einsatz digitaler Medien könne Präsenzveranstaltungen in vielen Bereichen ergänzen, den persönlichen Kontakt und Diskurs zwischen Studierenden und Akteuren in Lehre, Wissenschaft oder Verwaltung könne und solle er aber nicht ersetzen. Sobald die Tagungsdokumentation online ist, finden Sie hier weitere Informationen.

?  zum Anfang

Auschnitt aus dem auf der Tagung entstandenen Graphic Recording

nexus-Tagung zu qualitätsgesicherten Praktika

Ein externes Praktikum während des Studiums an einem Lernort außerhalb der Hochschule soll zum reflektierten Wissenstransfer, zur Kompetenzorientierung und Persönlichkeitsentwicklung der Studierenden sowie zur beruflichen Orientierung beitragen. Welche Voraussetzungen dafür gegeben sein müssen, war Thema der zweitägigen nexus-Fachtagung „Qualitätsgesicherte Praktika im Studium“ am 10. und 11. September an der Technischen Hochschule Ulm. Die Vor- und Nachbereitung von Praktika wie auch deren Evaluation in den Hochschulen sollten weiter verbessert werden, so der Konsens bei der Tagung. Als weitere wichtige Erfolgsfaktoren hierfür wurden die funktionierende Kommunikation zwischen Hochschulen, Unternehmen und Studierenden, die Bereitstellung entsprechender finanzieller und personeller Ressourcen an den Hochschulen sowie das Engagement von Betreuern und Studierenden identifiziert. 

?  zum Anfang

Termine


nexus-Tagungen

 29./30. Oktober – Universität Marburg
Kompetenzorientiertes Prüfen

3./4. Dezember – Berlin
Workshop für Hochschulleitungen: Strategien für Internationalisierung, Mobilität und Durchlässigkeit

Save the Date!

17./18.03.2020 – Universität Lüneburg
nexus-Jahrestagung (Abschlusstagung): Das Ende des klassischen Studiums?

?  zum Anfang

Veranstaltungen rund um Studium und Lehre

24. Oktober – Greifswald
UPtoDATE – Hochschullehre im digitalen Zeitalter

21./22. November – Hamburg
Campus Innovation 2019 & Konferenztag / U15 Dialog zur Lehre #CIHH19

21./22. November – Berlin
BMBF-Fachtagung: Eingangstests unter der Lupe – Studienbeginn begleiten, Hochschulerfolg erhöhen

21.-23. November – Berlin
European Quality Assurance Forum

23. November – Kiel
1. Kieler Kompetenzdock (KKD)

 

Next nexus:
Der nächste Newsletter erscheint zum Spannungsfeld Wissenschaftlichkeit, Beruflichkeit, Fachlichkeit

?  zum Anfang

Projekt nexus - Übergänge gestalten, Studienerfolg verbessern der Hochschulrektorenkonferenz

Ahrstraße 39, 53175 Bonn
Telefon: 0228 / 887-198
E-Mail: nexus@hrk.de
Internet: www.hrk-nexus.de
Folgen Sie uns auf Twitter: www.twitter.com/projekt_nexus  

Redaktion: Nicole Körkel
Die Verantwortung für die Inhalte der Fremdbeiträge tragen die jeweiligen Autoren.

?  zum Anfang