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Projekt nexus - Übergänge gestalten, Studienerfolg verbessern der Hochschulrektorenkonferenz
 
 

nexus Newsletter 2/2016

 
 
 

Inhalt

Editorial
→  Freiheit vs. Verschulung
Kommentar
→  „Eine Anwesenheitspflicht könnte gerade schwächeren Studierenden zugute kommen“
Interview
→  „Lehre wie vor 20 Jahren geht nicht mehr“
Aktuelles
→  Stifterverband schreibt Förderprogramm Curriculum 4.0 aus
→  Studie: Ingenieure mit Bachelor und Master vollwertig akzeptiert
→  HRK-Beschluss Open Educational Resources
→  Handbuch zur Anerkennung überarbeitet
Neuerscheinungen
→  Wie man Vorlesungen, Seminare und Projekte effektiv gestalte
→  nexus impulse für die Praxis: Modularisierung gestalten
→  Handreichung: Die Studieneingangsphase in den Wirtschaftswissenschaften
→  Sammelband „Inklusive Hochschule“
Good Practice
→  Universität zu Köln: Klare Struktur schafft mehr Freiräume
Werkstatt
→  Ausländische Leistungen pauschal oder individuell anerkennen?
Rückschau
→  nexus-Jahrestagung: Erfolgsfaktoren in der Studieneingangsphase
→  nexus-Tagung: Prüfen braucht Unterstützung
→  nexus-Tagung: Herausforderung Anerkennung
→  Digitalisierung von Lehre und Lernen: Auftrag der offenen Hochschulen
→  Chancen, Risiken und (Neben-)Wirkungen von Förderprogrammen
Termine
→  nexus Tagungen
→  Weitere Termine
Impressum
→  Kontakt
 
 
 

Editorial

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Christian Tauch
Projektleiter nexus
 

Freiheit vs. Verschulung

„Zu verschult“ lautet eine häufige Schelte des Studiums nach Bologna. Gemeint sind Detailsteuerungen, kleinteilige Prüfungsleistungen und Anwesenheitspflichten. Auf der anderen Seite wird immer wieder deutlich, dass die heutige heterogene Studierendenschaft verlässliche Strukturen und individuelle Unterstützungsangebote braucht. In diesem Newsletter widmen wir uns der Frage, wie ein selbstbestimmtes und erfolgreiches Studium ermöglicht werden kann.

Prof. Dr. Rolf Schulmeister, Universität Hamburg, ist nach der Auswertung zahlreicher Studien skeptisch, ob die Abschaffung der Anwesenheitspflicht der richtige Weg ist. Es seien nämlich mehrheitlich die leistungsschwächeren Studierenden, die den Lehrveranstaltungen fernblieben. Prof. Dr. Erwin Amann, Universität Duisburg-Essen, sieht in der Digitalisierung der Lehre große Chancen. Seine Erfolgsformel: Anreize für die Studierenden schaffen. Das neue Studienmodell der Universität zu Köln hingegen schafft neue Freiräume durch eine klarere Struktur.

Die Frage, wie sehr die Hochschulen ihre Studierenden an die Hand nehmen sollten, stand schließlich auch im Mittelpunkt der nexus-Jahrestagung vergangene Woche an der FH Münster. Ich habe die Atmosphäre dort wieder als sehr kollegial und konstruktiv erlebt – die zahlreichen Impulse aus der Tagung fließen nun in die Arbeit von nexus und den Runden Tischen ein.

Ihr


   
Christian Tauch

Mehr über das Projekt erfahren Sie unter → www.hrk-nexus.de
Haben Sie → Fragen oder Anregungen?


Kommentar

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Prof. Dr. Rolf Schulmeister
 

„Eine Anwesenheitspflicht könnte gerade schwächeren Studierenden zugute kommen“

Prof. Dr. Rolf Schulmeister (Universität Hamburg) über die Abwesenheit vom Unterricht und die Folgen für den Lernerfolg.
Mehrere Bundesländer haben die Anwesenheitspflicht in Lehrveranstaltungen abgeschafft. Eine Recherche ergab 300 internationale Studien, von denen sich 158 Studien mit der Beziehung zwischen Abwesenheit und Leistung befassen und nachweisen, dass Abwesenheit inkrementell zu schlechteren Leistungen führt. Nur neun Studien kommen zu einem gegenteiligen Ergebnis.

58 Studien untersuchen den Effekt der Anwesenheitsstrategien der Hochschulen. Bereits das Ansprechen des Problems zu Beginn der Veranstaltung führt zu 10 Prozent höherer Anwesenheit. Noch mehr trägt eine Anwesenheitskontrolle ohne Sanktionen, ein Monitoring, zum Anstieg der Anwesenheit bei. Monitoring als Mittel der Früherkennung von Risiko-Studierenden lässt bereits nach drei Wochen erkennen, wer das Semester wahrscheinlich nicht erfolgreich abschließen wird. Dann kann eine frühe Beratung einsetzen. Effektive Betreuung und Beratung setzen aber mindestens eine Art „attention monitoring“ oder „credit point monitoring“ voraus.

48 Studien befassen sich mit den Entschuldigungen und Ausreden der Studierenden. Studierende gaben in einigen Studien an, dass ca. 50 Prozent der Ausreden in der Absicht vorgebracht werden, mehr Zeit für verschleppte Arbeiten und Prüfungen (Prokrastination) zu gewinnen.

Die Vermutung, es seien selbstbestimmte Lernende, die sich gegen eine Anwesenheit entscheiden, stimmt nicht. Studierende mit guten Leistungen sind überwiegend regelmäßig anwesend, es sind mehrheitlich die leistungsschwächeren Studierenden, die dem Unterricht fernbleiben. Insofern liegt die Folgerung nahe, dass eine Anwesenheitspflicht oder ein Monitoring gerade schwächeren Studierenden zugute kommen könnte.

Die Behauptung, Studierende würden die Abwesenheit durch vermehrtes Selbststudium im Internet ersetzen, trifft nicht zu. Es sind eher die anwesenden Studierenden, die Online-Materialien häufiger nutzen, während das Selbststudium der öfter abwesenden Studierenden ebenso gering ausfällt wie ihre Präsenz und stattdessen ihr Anteil an Freizeit enorm steigt. Eine Substitution der Präsenz durch Selbststudium findet also nicht statt. Übrigens sind Korrelationen zwischen Anwesenheit und Lernerfolg deutlich höher als zwischen Selbststudium und Lernerfolg, was erneut die Funktion der Präsenz unterstreicht.

Das Argument, die Studierenden bräuchten viel Zeit für den Lebensunterhalt, kann nach neueren Studien nicht stimmen, die geringfügigen Einkünfte dienen eher dem Zweck, sich etwas mehr leisten zu können. Die Zeit für das Jobben ist deutlich geringer als in Befragungen ermittelt und geht nicht zu Lasten des Studiums, sondern der Freizeit, die ein Vielfaches der Lernzeit ausmacht.

Regressionsanalysen zur korrelativen Beziehung zwischen Abwesenheit und Lernerfolg verweisen auf das Studierverhalten selbst und die Gewissenhaftigkeit als Determinanten des Lernerfolgs. Die Lehrorganisation wiederum beeinflusst das Studierverhalten, wie das ZEITLast-Projekt nachweisen konnte.    

Die Wirklichkeit des Lernens und der Anspruch auf Autonomie und Selbstbestimmung klaffen bei abwesenden Studierenden auseinander. Aus motivationspsychologischer Sicht unbegründete Vorstellungen von adultem Lernen treffen auf ein faktisches Studierverhalten, das dem idealisierten Anspruch nicht gerecht wird.

Die Studie (90 Seiten) zum → Download.



Interview

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Prof. Dr. Erwin Amann
 

„Lehre wie vor 20 Jahren geht nicht mehr“

Prof. Dr. Erwin Amann, Hochschullehrer für VWL an der Universität Duisburg-Essen, über die Chancen und Erfolgsformeln für digitale Formate in der Lehre.

Sie haben eine Veranstaltung mit E-Learning Elementen komplett neu ausgerichtet. Sind die Studierenden dadurch erfolgreicher geworden?
Ja, das kann man eindeutig sagen. In meiner Grundlagenvorlesung zur Mikroökonomik starten jedes Semester 1000 Studierende. Früher ist ein Drittel während des Semesters ausgestiegen und ein weiteres Drittel ist durch die Klausur gefallen. Heute schaffen 90 Prozent den Abschluss. Ich bin von daher überzeugt: Mit den richtigen Instrumenten ist es möglich, im Bachelor VWL fast alle Studierenden abzuholen.

Was ist ihre Erfolgsformel?
Zentral ist die Kombination von Präsenz- und E-Learning. Reine Online-Veranstaltungen, wie etwa MOOCS, sind nur etwas für sehr disziplinierte Studenten. Zum anderen bin ich davon überzeugt, dass kleine Anreize die Studierenden motivieren, tatsächlich bei der Stange zu bleiben. Wer bei mir die Testate online erfolgreich bearbeitet, kann Punkte für die Klausur sammeln. Bestanden werden muss die Klausur natürlich trotzdem.

Sollte die Bearbeitung von Online-Angeboten freiwillig oder verpflichtend sein?
Bei mir ist alles freiwillig, aber die Studierenden müssen merken, dass sie etwas davon haben, wenn sie online etwas bearbeiten. Das setzt hohe Ansprüche an die Art der Aufgabenstellung, die unterschiedliche Lernertypen berücksichtigen muss.    

Sind digitale Formaten für die Studieneingangsphase geeignet?
Blended Learning Formate sind ideal für die Studieneingangsphase, denn sie bieten Studierenden die Chance, Defizite selbstständig und im eigenen Tempo aufzuarbeiten.

Kann der Einsatz von digitalen Formaten also auch der viel beklagten Verschulung im Studium entgegen wirken?
Vielleicht ja, aber viel wichtiger für mich ist, dass ich in der Vorlesung jetzt Zeit habe, mich mit den wirklich interessanten Fragen zu beschäftigen.

Wie hat sich Ihre Perspektive als Lehrender noch verändert?
Ich kann mich inzwischen viel besser in die Studierendenperspektive hineinversetzen, denn ich kann durch die vorliegenden Daten nachvollziehen, wie diese gelernt haben und bei welchen Aufgaben sie Schwierigkeiten hatten. Toll ist für mich auch, dass ich von den Studierenden inzwischen als Unterstützer und nicht mehr als „Gegenpart“ wahrgenommen werde.

Gerald Lembke, Autor des Buches „Die Lüge von der digitalen Bildung“ und Hochschullehrer an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) berichtet in der → FAZ, dass seine Studierenden deutlich besser geworden sind, nachdem er Ihnen die zunächst bereit gestellten Computer wieder weggenommen hat. Wie passt das für Sie zusammen? 
Lembkes Thesen sind natürlich provokativ, aber im Kern geht es auch ihm darum, dass digital eben nicht alles ist. Durch Digitalisierung verliert die Universität nicht ihre Daseinsberechtigung. Hochschulen sind und bleiben ein Ort des persönlichen Diskurses. Man kann jedoch heute nicht mehr so lehren wie vor 20 Jahren, denn wir haben es mit einer ganz anderen Studierendenschaft zu tun. Da bietet der unterstützende Einsatz von digitalen Elementen in der Lehre eine große Chance. 


Aktuelles

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Stifterverband schreibt Förderprogramm Curriculum 4.0 aus

Der Stifterverband und die Carl-Zeiss-Stiftung suchen herausragende Konzepte, die aufzeigen, wie Studiengänge den Anforderungen einer digitalen Welt besser entsprechen können, sei es durch neue Studieninhalte oder durch neue Studien- und Lernformen. Die Reformansätze müssen verbindlich im Lehrplan verankert sein und ganze Studiengänge, zumindest aber curriculare Abschnitte oder Module, wie die Studieneingangsphase, umfassen. Sie sollten auf andere Fachbereiche oder Institutionen übertragbar sein. Bewerbungsschluss ist der 15. Juli 2016. Ausgewählte Reformprojekte an Hochschulen werden mit bis zu 60.000 Euro je Projekt gefördert.

→ www.stifterverband.de/curriculum-4-0




 

Studie: Ingenieure mit Bachelor und Master vollwertig akzeptiert

Absolventinnen und Absolventen der Ingenieurwissenschaften mit Bachelor- und Masterabschluss sind in den Unternehmen angekommen und akzeptiert. Zu diesem Schluss kommt die Studie „→ 15 Jahre Bologna-Reform – Quo vadis Ingenieurausbildung?“, die der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) jetzt zusammen mit dem VDI Verein Deutscher Ingenieure und der Stiftung Mercator präsentiert hat. Um die hohe Qualität der Ingenieursausbildung für die Zukunft zu sichern, müssten jedoch Herausforderungen gemeistert werden. Hartmut Rauen, stellvertretender VDMA-Hauptgeschäftsführer, forderte den Ausbau der Praxisorientierung im Studium. Kritisiert wurden auch zu spezialisierte Bachelorstudiengänge und ein fehlender einheitlicher akademischen Grad für Ingenieurstudiengänge.


 

HRK-Beschluss Open Educational Resources

Open Educational Resources (OER) sind Lehrmaterialien, die aufgrund offener Lizenzen frei verfügbar und weiter nutzbar sind. Einmal erstellte Materialien wie Videos, interaktive Übungen oder Simulationen können andere Lehrende und Lernende entsprechend ihrem Bedarf auch neu zusammensetzen, überarbeiten und weiterverbreiten. Die HRK sieht in OER das Potenzial, Lehr- und Lernprozesse zu verbessern, wenn sie in geeignete didaktische Konzepte integriert werden. Im Unterschied zu MOOCs (Massive Open Online Courses) stellen die üblichen OER vielfältiger einsetzbare Lehrmaterialien dar, die leichter in die Lehre eingebettet werden können.

OER seien mit Entwicklungs- und Anpassungskosten verbunden und machten Investitionen in Online-Plattformen sowie begleitendes Training erforderlich. Lehrende und Lernende bräuchten Beratung in didaktischen, rechtlichen und Medienfragen, um mit OER sinnvoll und verantwortlich umgehen zu können, → so der Senat der HRK. OER seien insofern keine Sparinstrumente. Langfristig könne mit Open Educational Resources eine neue Kollaborationskultur etabliert werden, die sich durch Teilen, gemeinschaftliches Lernen und Lehren auszeichnet.

→ Text des Beschlusses


 

Handbuch zur Anerkennung überarbeitet

Im Rahmen des europäischen → STREAM-Projekts, an dem auch die HRK beteiligt ist, wurde jetzt die zweite überarbeitete Auflage des „→ European Area of Recognition Manual for Higher Education Institutions“ (EAR-HEI Handbuch) veröffentlicht. Das Handbuch soll Zulassungsbeauftragte und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an Hochschulen dabei unterstützen, transparente und faire Anerkennungsverfahren nach den → Prinzipien der Lissabon-Konvention durchzuführen. Hierfür werden praxisorientierte Texte und Beispiele zur akademischen Anerkennung bereitgestellt, u.a. zu Themen wie Lernergebnisorientierung, Qualitätssicherung, Credits und Notenumrechnung, wesentliche Unterschiede und Institutionalisierung der Verfahren.


Neuerscheinungen

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Wie man Vorlesungen, Seminare und Projekte effektiv gestalte

Mit Fug und Recht lässt sich das von Michael Schneider und Maida Mustafic herausgegebene Buch → „Gute Hochschullehre: Eine evidenzbasierte Orientierungshilfe“ als sehr nützliches Vademekum über gut belegte Gestaltungsprinzipien effektiver Lehre bezeichnen. Dies ist umso bemerkenswerter, als die bei Springer erschienene Publikation auf einer handlungsorientierten Gemeinschaftsarbeit von Studierenden und Lehrenden in einem forschungsgeleiteten Projektseminar im Bachelorstudiengang (!) Psychologie an der Universität Trier basiert, die von den Herausgebern im Hinblick auf den hochschuldidaktischen Gebrauchswert überarbeitet wurde.

Auf Grundlage der Ergebnisse der internationalen empirischen Lehr- und Lernforschung nähert sich der Band systematisch den methodischen und praktischen Fragen der didaktischen Gestaltung effektiver Hochschullehre am Beispiel ihrer wichtigsten Lehr- und Lernformate: von der klassischen Vorlesung, dem Seminar, dem Projekt und der PowerPoint-Präsentation bis zur Prüfung und der Lehrevaluation.

Wir erfahren, wie in quantitativen Experimenten die zentralen Einflüsse auf den Lernerfolg Studierender nachgewiesen werden konnten: Je interessanter und zeitaufwändiger z.B. Lehrende ihre angebotenen Lehr- und Lernformate gestalten, desto intensivere und nachhaltigere Denkprozesse lösen diese in den Studierenden aus. In weiteren Metastudien wurden darüber hinaus wichtige pädagogische Gestaltungsprinzipien für eine gelungene kompetenzorientierte Vermittlung des Lehr- und Lernstoffs gefunden, die eindeutig zur Verbesserung des Lernerfolgs beitragen – und zwar unabhängig von Hochschultyp und Studienfach.
→ Zur ausführlichen Besprechung


 

nexus impulse für die Praxis: Modularisierung gestalten

In der Konzeption und Ausgestaltung von Modulen gibt es in den „Ländergemeinsamen Strukturvorgaben für die Akkreditierung von Bachelor- und Masterstudiengängen“ der Kultusministerkonferenz Gestaltungsspielräume, die bisher noch nicht optimal genutzt werden. Hochschulen und Lehrenden stellen sich hierbei in der praktischen Umsetzung zahlreiche Herausforderungen. Mit Hilfe der neuen Ausgabe der "nexus impulse für die Praxis" sollen daher mögliche Gestaltungsspielräume benannt sowie die Herausforderungen und Chancen bei deren struktureller und didaktischer Umsetzung diskutiert werden. Beispiele aus der hochschulischen Praxis zeigen auf, wie die bestehenden Gestaltungsspielräume in der alltäglichen Lehrpraxis genutzt und umgesetzt werden können.

Download: → PDF (12 Seiten, 291 KB)
Printausgabe: → per Mail bestellen
Alle Ausgaben der nexus impulse können Sie unter → www.hrk-nexus.de/impulse herunterladen und bestellen.


 

Handreichung: Die Studieneingangsphase in den Wirtschaftswissenschaften

Der Runde Tisch Wirtschaftswissenschaften des Projekts nexus hat 2015 unter dem Schwerpunktthema „Studieneingangsphase in den Wirtschaftswissenschaften“ gearbeitet. Die Verbesserung des Studienerfolgs auch und gerade heterogener Studierendengruppen durch eine Neugestaltung der Studieneingangsphase stand hierbei im Mittelpunkt. Es wurden drei Ziele definiert, die entlang der Leitfrage „Wie sensibilisieren, fördern und unterstützen wir die Hochschulen?“ bearbeitet wurden:

> Sensibilisierung für die gestiegene Bedeutung der Studieneingangsphase, unter besonderer Berücksichtigung heterogener Studierendengruppen

> Unterstützung der Hochschulen bei der Entwicklung eines Konzepts zur Gestaltung der Studieneingangsphase

> Unterstützungsmaßnahmen für Studienanfängerinnen und Studienanfänger sowie Förderung aktivierender Lehr- und Lernformate

Der Runde Tisch hat hierzu eine Handreichung entwickelt. Die dort vorgeschlagenen Maßnahmen können Lehrende und Studierende der Wirtschaftswissenschaften vor dem Hintergrund ihrer spezifischen Herausforderungen didaktisch weiterentwickeln und anwenden.


Download:
→ PDF (44 Seiten, 2,6 MB)
Printausgabe → per Mail bestellen



 

Sammelband „Inklusive Hochschule“

Ein neuer → Sammelband versammelt erstmals Autorinnen und Autoren aus Hochschulpraxis und -forschung, die aus ihren jeweiligen, verschiedenen Blickwinkeln den Stand der Inklusion an Hochschulen diskutieren. Die Beiträge geben einen Einblick in den aktuellen Stand der Forschung, skizzieren offene Forschungsfragen und vermitteln Denk- und Handlungsansätze zur inklusiven Gestaltung der Hochschulen. Die von Prof. Dr. Uta Klein (Universität Kiel) herausgegebene Publikation ist in enger Zusammenarbeit mit der Informations- und Beratungsstelle Studium und Behinderung (IBS) des Deutschen Studentenwerkes entstanden.


Good Practice

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Universität zu Köln: Klare Struktur schafft mehr Freiräume

Im Rahmen des Projekts → Modellakkreditierung hat die Universität zu Köln ein neues Studienmodell entwickelt. Dieses gilt seit dem WS 2015/2016 für alle neu eingeschriebenen Bachelor- und Masterstudierenden. Um eine größere Transparenz und bessere Vergleichbarkeit der Studiengänge und Studienanforderungen zu erreichen, wurden fach- und fakultätsübergreifend Studien- und Prüfungsstrukturen angeglichen. Für die Modulgrößen wurde ein Dreier-Schema (6-9-12-15) vereinbart. Zudem gibt es verbindliche Regelungen zur Begrenzung der Prüfungsbelastung und zur möglichen Wiederholbarkeit von Prüfungen. Das Studium Integrale wurde universitätsweit neu aufgesetzt und bietet so mehr Möglichkeiten und Formate für den Blick über den Tellerrand. 
In Querschnittsbereichen wie Internationalisierung, Vielfalt und Chancengerechtigkeit, Beratung und Betreuung sowie Berufs- und Forschungsbezug haben sich die Fakultäten ebenfalls auf einheitliche Standards verständigt. So muss sich etwa jeder Studiengang einem von drei "Internationalisierungstypen" zuordnen und entsprechende Mindeststandards erfüllen, damit jede/r Studierende die Möglichkeit hat, einen Auslandsaufenthalt zu absolvieren bzw. "Internationalisierung at home" zu betreiben. Auch das Anerkennungsverfahren von im Ausland erbrachten Leistungen ist im Rahmen des neuen Studienmodells vereinheitlicht worden.

Insgesamt, so Dr. Wibke Petras, Projektleiterin im Prorektorat für Studium und Lehre, seien die Fakultäten im Rahmen des Projekts näher zusammengerückt. Für Studierende schaffe die klarere Struktur bessere Möglichkeiten, flexibler zu studieren. Hervorzuheben sind hier die Lehramt- und Verbundstudierenden, die sich an verschiedenen Fakultäten zurecht finden müssen: durch die strukturellen Angleichungen und neuen qualitativen Standards wird das Studium erheblich erleichtert.


Zeitlich parallel steigt die Universität zu Köln mit einem weiteren Projekt unter der Leitung von Jan Eden auf ein neues, integriertes, Campusmanagementsystem um. →  KLIPS 2.0 bündelt alle Prozesse des Studiums von der Bewerbung über die Studienplanung bis hin zur Notenvergabe in einem einzigen Online-System.


Werkstatt

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Foto: nexus
 

Ausländische Leistungen pauschal oder individuell anerkennen?

Frage an nexus: Unsere Fachhochschule hat in den Curricula aller Bachelorstudiengänge ein verpflichtendes Auslandssemester im 5. Semester verankert. Es kommt immer wieder vor, dass Studierende, die das Semester an einer ausländischen Hochschule verbringen, dort weitere Prüfungen ablegen und ECTS-Punkte erwerben. Sind wir als Hochschule verpflichtet, diese zusätzlichen ECTS-Punkte ggf. anzuerkennen, obwohl es für das Auslandssemester bereits pauschal 30 Credits gibt?

Antwort von nexus: In diesem Fall sollten sich die Studierende entscheiden können, ob sie das pauschale Verfahren (Anerkennung von 30 ECTS-Credits unabhängig von tatsächlicher Arbeitsbelastung und Kompetenzerwerb) oder das individuelle Verfahren (Anerkennung von Studien- und Prüfungsleistungen anhand des tatsächlichen Kompetenzerwerbs) wählen. Ein kombiniertes Verfahren wäre möglich, wenn Studierende mehr Studien- und Prüfungsleistungen erbracht haben und somit eine pauschale Anerkennung plus Anerkennung weiterer Kompetenzen in Frage käme. Eine doppelte Anerkennung identischer Leistungen sollte definitiv ausgeschlossen werden.


Rückschau

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nexus-Jahrestagung: Erfolgsfaktoren in der Studieneingangsphase

„Der erfolgreiche Studieneinstieg ist ein wichtiges Asset vor dem Hintergrund steigender Studierendenzahlen“ sagte Prof. Dr. Ute von Lojewski, Präsidentin der Fachhochschule Münster, zur Eröffnung der nexus-Jahrestagung am 16. und 17. März. In Münster wurden die bisherigen Arbeitsergebnisse der Runden Tische von nexus mit einer breiteren Hochschulöffentlichkeit diskutiert. Aus Sicht der Teilnehmenden geht es nun vor allem darum, die intendierten und tatsächlichen Wirkungen in den Blick zu nehmen und die Nachhaltigkeit erfolgreicher Maßnahmen zum Studieneinstieg zu befördern. „Wollen wir die Studierenden an die Hand nehmen und ‚pampern‘ oder wollen wir sie fordern?“, fasste von Lojewski eine zentrale Frage zusammen. Die Frage, wie Studierende an ein selbstbestimmtes Studium herangeführt werden können, wurde auch in den Diskussionen und Foren wieder aufgegriffen. Im Mittelpunkt des zweiten Tagungstages stand ein offenes „Barcamp“. Hier hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, für sie relevante Themen selbst zu setzen und so neue Aspekte einzubringen. Die → Tagungsergebnisse werden in eine fachübergreifende Empfehlung einfließen, die die weitere Diskussion in den Fächern anregen soll.

→ www.hrk-nexus.de/jahrestagung-2016


 

nexus-Tagung: Prüfen braucht Unterstützung

Bei der Etablierung von kompetenzorientierten Prüfungen sind sowohl die einzelnen Lehrenden als auch die Hochschulleitungen in der Pflicht. Dies wurde bei einer→  nexus-Tagung an der Universität Mannheim, bei der die Vielfalt und die Bedingungen guter Prüfungen intensiv diskutiert wurden, deutlich. PD Dr. Johannes Bauer von der TU München plädierte in seinem Vortrag für die Einrichtung universitärer Servicezentren, die Lehrende bei der Prüfungserstellung unterstützen und Prüfungen als Teil des Qualitätsmanagements universitätsweit analysieren. Im Rahmen eines studentischen Podiums reflektierten Studierende über ihre Erwartungen an die hochschulische Leistungsüberprüfung: Dabei machten sie sich für Transparenz und anwendungsnahe Formate stark.


 

nexus-Tagung: Herausforderung Anerkennung

„Zwischen Theorie und Praxis der Anerkennung klafft noch eine Lücke“ konstatierte Prof. Dr. Manfred Hampe von der TU Darmstadt bei der Tagung → „Anerkennung gestalten – Übergänge verbessern: Wege zur guten Anerkennungspraxis“, die nexus zusammen mit 4ING und der TU Berlin ausgerichtet hatte.
Ziel der Veranstaltung war es, das Konzept der Kompetenz- und Lernergebnisorientierung und die Grundlagen für Anerkennungsprozesse an deutschen Hochschulen zu vermitteln: In den Vorträgen ging es auch um praktische Fragen z.B. zur Notenübertragung und zur Prozentrangbildung. Die Bergische Universität Wuppertal und die Universität Bremen stellten „Gute Praxis“ zur Anerkennung nach der Lissabon Konvention und zur Anerkennung von Abschlüssen vor. Dass dabei nicht nur modellhafte Lösungen präsentiert wurden, sondern auch Probleme klar benannt wurden, war für die rund 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tagung besonders gewinnbringend.

Die Podiumsdiskussion mit dem Titel „Masterzugang – Kein Problem?“ zeigte, dass die Auswahl der passenden Studierenden für weiterführende Studiengänge eine Herausforderung darstellt. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, wie Masterauswahlverfahren fair, transparent und dennoch ‚ressourcenschonend‘ ablaufen können. Die Teilnehmer auf dem Podium regten an, dass sich Hochschulen zusammenschließen und ein gemeinsames Zulassungsverfahren für Masterstudiengänge entwickeln könnten.


 

Digitalisierung von Lehre und Lernen: Auftrag der offenen Hochschulen

Welchen Beitrag digitale Medien für die weitere Öffnung der Hörsäle und der Hochschulen im Prozess der zunehmenden internationalen Vernetzung leisten können, stand im Mittelpunkt der diesjährigen Tagung GML2 an der FU Berlin. Die Teilnehmenden waren sich schnell einig: Die Hochschulen können auch angesichts überfüllter Hörsäle nicht das gesamte „digitale Paket“ bestehend aus offenen Lernorten, offenen Hochschulstrukturen, standortübergreifenden Lehr-/Lernformaten, hochschulübergreifenden Kooperationen usw. übernehmen, weil es ihnen dazu an finanziellen und personellen Ressourcen fehlt. Dennoch lassen sich schon heute trotz latenter Konflikte in verschiedenen Fachkulturen gelungene Beispiele in den Hochschulen identifizieren, die die analoge und die digitale Hochschulwelt idealerweise miteinander ergänzen.

→ www.gml-2016.de


 

Chancen, Risiken und (Neben-)Wirkungen von Förderprogrammen

Die interdisziplinäre Vernetzung aller Fachbereiche und Studiengänge von der Studieneingangsphase an legt in motivierenden und kompetenzfördernden Studienprojekten und Serviceangeboten die Grundlage für ein erfolgreiches Studium. Diese Zwischenbilanz zogen die Verantwortlichen des im Qualitätspakt Lehre (QPL) gefördertem Projekts KIVA an der TU Darmstadt auf der Tagung „→ Innovative Ansätze in der Hochschullehre“.

Auf der Tagung Anfang März, zu der die TU Darmstadt bundesweit eingeladen hatte, ging es aber auch um Chancen, Risiken und (Neben-)Wirkungen von Förderprogrammen für Daueraufgaben im Hochschulbereich. Der QPL biete den Hochschulen in Ergänzung zum Hochschulpakt die einmalige Chance, sowohl die eigene qualitätsgesicherte Professionalisierung als auch ihre Profilbildung voranzutreiben, führte die Vizepräsidentin der Universität Mainz, Prof. Mechthild Dreyer, in ihrer Keynote aus. Jedoch trage das Programm vielleicht mit Ausnahme der vorgezogenen Wiederbesetzung von Professuren weder zur Verbesserung der Grundausstattung noch zur Behebung der eklatanten Unterausstattung der Hochschulen bei. Dreyer sprach sich zukünftig für eine „Reduktion der Detailsteuerung des Projektträgers“ und „größere experimentellere Freiräume für die Hochschulen“ aus.


Termine

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nexus Tagungen

Jetzt anmelden:
12. Juli 2016 - Duisburg 
Kompetenzorientieres Prüfen
→ Zur Anmeldung

16. und 17. Juni 2016 - Berlin
Digitale Lehrformen: für ein studierendenzentriertes und kompetenzorientiertes Studium
Zur Anmeldung


   

Weitere Termine

21.04.2016 - 22.04.2016 - Berlin
→ Ingenieur(in) Made in Germany – Qualität und Vielfalt

02.05.2016 - 04.05.2016 - Berlin
→ ASIIN International Conference 2016: “Quality Assurance in Higher Education - the unsolved Mystery of its untapped Potential” - How can we jointly tackle the five remaining grand challenges?

24.05.2016 - 25.05.2016 - Bielefeld→ 
Bielefeld Conference on Teaching History in Higher Education


08.06.2016 - 10.06.2016 - Oldenburg
→ forschen@studium - zwei Konferenzen zum Thema studentische Forschung

23.6.2016 - Berlin
→ "Netzwerke als Motor der Qualitätsentwicklung in Studium und Lehre. Vom Peer Review zum Peer Learning" - Transfertagung des Netzwerks "Quality Audit"

27.06.2016 - 28.06.2016 - Hannover
→ Lehre gestalten! Debatte zu Praxis und Bildungsverständnis von Studienreformprojekten
Bündnis Lehre
n

21.09.2016 - 23.09.2016 - Bochum
→ Gelingende Lehre: erkennen, entwickeln, etablieren. (Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Hochschuldidaktik)

save the date!
05.10.2016 - Frankfurt am Main

Die Tagung "Lebensverläufe - Inklusion praktisch" von Bundesagentur für Arbeit, BDA und HRK will deutlich machen, dass es für die Menschen mit Behinderung und für die Gesellschaft gleichermaßen möglich ist, ausgetretene Wege zu verlassen und oft vorgezeichnete Lebensverläufe wie „Behinderung – Förderschule – Werkstattarbeit“ zu verändern. Sie will Handlungsbedarf wie pragmatische Lösungsansätze aufzeigen.

save the date!
11. und 12.10.2016 - Berlin

→ 1. Programmkongress der gemeinsamen „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ von Bund und Ländern


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Weitere Termine unter → www.hrk-nexus.de/aktuelles/termine


Impressum

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Kontakt

Projekt "nexus - Übergänge gestalten, Studienerfolg verbessern" der Hochschulrektorenkonferenz, Ahrstraße 39; 53175 Bonn
Telefon: 0228 / 887-198
E-Mail: → nexus@hrk.de
Internet: → www.hrk-nexus.de
Redaktion: Dorothee Fricke
Die Verantwortung für die Inhalte der Fremdbeiträge tragen die jeweiligen Autoren.


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    Haben Sie Fragen oder Anregungen? → nexus@hrk.de