Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

Praxisbezug und Kompetenzerwerb: Die Projektphase im Bachelor Pädagogik

30. April 2019

Für das professionelle Handeln in der pädagogischen Berufspraxis sind Kompetenzen notwendig, die auf der Verknüpfung von Theorie und Forschung mit der Praxis basieren. Ein Kernelement und fester Bestandteil des Studiengangs Bachelor Pädagogik an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg ist die dreisemestrige Projektphase, in der viele dieser Handlungskompetenzen erworben und trainiert werden können.

Um die im ersten und zweiten Semester erworbenen Kenntnisse zu empirischen Forschungsmethoden praktisch zu erproben, entwickeln die Studierenden innerhalb der Projektphase in kleinen Gruppen (5 bis12 Personen) ihr eigenes Forschungsvorhaben und führen dies durch. Dies beginnt im dritten Fachsemester mit einer Einführungsveranstaltung, gefolgt von der Entwicklung des Forschungsdesigns und -instrumenten sowie der Datenerhebung im vierten Fachsemester. Schließlich ereignet sich die Auswertung der erhobenen Daten sowie die Präsentation der Forschungsergebnisse im fünften Semester. Die Studierenden haben zudem die Möglichkeit, ihre Bachelorarbeit an das Projekt anzuschließen.

Angeleitet werden sie dabei von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Instituts für Pädagogik und Lehrbeauftragten aus der Praxis. Die angebotenen Projektthemen unterscheiden sich durch die Einbettung in die verschiedenen am Bachelorstudiengang Pädagogik beteiligten Arbeitsbereiche und Studienschwerpunkte (Allgemeine Pädagogik, Diversitätsbewusste Sozialpädagogik, Forschungsmethoden, Migration und Bildung, Pädagogische Psychologie, Sonder-/Rehabilitationspädagogik, Weiterbildung & Bildungsmanagement) und werden zudem in verschiedenen Kontexten durchgeführt, z.B. in Anlehnung an Drittmittel- oder Promotionsprojekte oder als Evaluationen von Praxisangeboten. Des Weiteren werden die Studierenden in der Durchführungsphase von (Methoden-)Beraterinnen und -Beratern in Workshops unterstützt, um hochwertige Projektergebnisse zu erzielen, die als Grundlage für Weiterentwicklung in der Praxis nutzbar sind.

Gemeinsam gestalteter Prozess
Die Arbeitsweise im Projekt weicht von den herkömmlichen Seminaren und Vorlesungen ab. Ähnlich wie in der Berufspraxis gibt es hier keine fertigen, vorgeformten Aufgaben mit eindeutigen Lösungswegen, sondern einen gemeinsam gestalteten Prozess, in dem Ideen zur Umsetzung von entwickelten Fragestellungen und Zielen erarbeitet werden.

Die Projektphase wirkt durch eigenständiges, kreatives Arbeiten sowie eine kontinuierliche, intensive Zusammenarbeit in den Forschungsgruppen sowie mit  Lehrenden  oder ggf. auch Praxis-Einrichtungen. Neben der Vermittlung von Fachwissen und methodischen Kompetenzen geht es in der Projektphase insbesondere auch um den Erwerb von Selbst- (Selbständigkeit, Motivation, Eigenverantwortung, Flexibilität, Kreativität etc.) und Sozialkompetenzen (Kommunikations-, Kooperations-, Konflikt-, Team-, Empathiefähigkeit etc.). Die besondere Form der Projektphase ermöglicht hierbei die intensive Einübung und Entwicklung einer forschenden Haltung sowie die Fähigkeit zur Reflexion von Praxisabläufen und pädagogischem Handeln.

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