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Projekt nexus - Übergänge gestalten, Studienerfolg verbessern der Hochschulrektorenkonferenz

nexus Newsletter 3/2019 - Monitoring in Hochschulnetzwerken

Editorial

→  Monitoring: Netzwerken statt Konkurrenz

Kommentar

→  Die Deutungshoheit muss bei den Hochschulen liegen

Interview

→  „Entscheidend ist die Vertrauensbasis“

Aktuelles

→  HRK-Präsident: „Zukunftsvertrag ist ein wichtiger Durchbruch"
→  20 Jahre Bologna: Stimmen zum Jubiläum

Neuerscheinungen

→  Interventionen in der Studieneingangsphase: Drei aktuelle Veröffentlichungen
→  Professionalisierung des Übergangs von der Schule zur Hochschule
→  Konkreter Praxistransfer an Hochschulen
→  Neugestaltung der Studieneingangsphase reicht nicht aus

Good Practice

→  „AG Datenmonitoring“ im Verbund Norddeutscher Universitäten

Werkstatt

→  Anerkennung einer anerkannten Leistung

Rückschau

→  nexus-Tagung zur Entwicklung von Monitoring-Systemen in Hochschulnetzwerken
→  Studieneingangstests: Transferworkshop des Projekts WiWiSET
→  Forschendes Lernen in der internationalen Debatte

Termine

→  nexus-Tagungen
→  Veranstaltungen rund um Studium und Lehre
→  Kontakt

Editorial


Tilman Dörr, Leiter des Projekts nexus Foto: nexus

Monitoring: Netzwerken statt Konkurrenz

Liebe Leserin, lieber Leser,

im Rahmen einer Veranstaltungsreihe bringt nexus seit 2015 jährlich Hochschulen zu einem intensiven Austausch über Möglichkeiten und Grenzen des Studiengang-Monitorings zusammen. Im Mittelpunkt der fünften Veranstaltung an der Universität Bremen am 12. und 13. Juni standen Hochschulnetzwerke aus Deutschland, Österreich und den Niederlanden. Es wurde u.a. deutlich, dass der Austausch zwischen den Hochschulangehörigen in diesen Netzwerken vor allem dann fruchtbar ist, wenn kein Konkurrenzdruck herrscht.

In seinem Kommentar betont der Jurist und Vizepräsident der Universität Potsdam, Prof. Dr. Andreas Musil, dass die Deutungshoheit von Daten bei den Hochschulen liegen und Monitoring nicht für staatliche Hochschulsteuerung genutzt werden sollte. Dies dürfte vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Tagung aus dem Herzen sprechen.

Auf die Bedeutung einer Vertrauensbasis in einem Netzwerk verweist auch Dr. Lukas Mitterauer von der Universität Wien, mit dem wir im Interview über die Erfahrungen des österreichischen Netzwerks STUDMON gesprochen haben. Noch relativ neu ist die AG Datenmonitoring des Verbunds Norddeutscher Universitäten, die wir als „Good Practice“-Beispiel vorstellen.

Der Aspekt der Vernetzung wird natürlich auch bei den anstehenden nexus-Tagungen im Herbst mitschwingen. Wir laden Sie ein, sich unter anderem über Praktika im Studium, Digitalisierung und studentische Mobilität auszutauschen. Für einige der unter Termine aufgeführten nexus-Veranstaltungen können Sie sich schon jetzt anmelden.

Ihr Tilman Dörr, Leiter des Projekts nexus

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Kommentar


Prof. Dr. Andreas Musil

Die Deutungshoheit muss bei den Hochschulen liegen

Prof. Dr. Andreas Musil ist seit 2012 Vizepräsident für Lehre und Studium an der Universität Potsdam und hat dort den Lehrstuhl für Öffentliches Recht inne.

Messen, zählen, wiegen. In den vergangenen Jahren lässt sich eine Tendenz in der Hochschulpolitik erkennen, von den Hochschulen im Rahmen ihres Studierenden-Monitorings erhobene Daten für die staatliche Hochschulsteuerung nutzbar zu machen. Studienerfolg und Effizienz der Hochschulen sollen so gesteigert werden. Ich möchte diesen Ansatz in zweierlei Hinsicht problematisieren.

Die Gewissheit endet bereits bei der Frage, was mit Studienerfolg gemeint ist. Die Hochschulpolitik setzt meist das Erreichen eines Abschlusses mit Studienerfolg gleich. Es geht also in erster Linie um quantitative Zielstellungen. Demgegenüber gilt das Augenmerk von hochschulinterner Qualitätssicherung auf die qualitative Verbesserung des Kompetenzerwerbs durch Studierende. Beide Sichtweisen liegen auf unterschiedlichen Ebenen. Deshalb ist bei der Verwendung interner Daten für die externe Steuerung Vorsicht geboten. Studienerfolg ist weit mehr als ein bestandener Abschluss.

Studienerfolg sollte daran gemessen werden, welche Kompetenzen erworben wurden und wie sich die Persönlichkeit der Studierenden entwickeln konnte. Zudem gehört die Fähigkeit zu kreativer wissenschaftlicher Arbeit zu den Kernzielen eines Studiums. Das Erreichen dieser Ziele lässt sich nicht allein anhand eindimensionaler Quoten messen. Auch der Steuerzahler hat letztlich keinen Mehrwert von Absolventinnen und Absolventen, die ohne Rücksicht auf komplexe Lernziele und mit keinem Blick nach rechts und links ihr Studium abschließen.

Weiterhin muss überlegt werden, wer die Deutungshoheit über die Zahlen haben kann und muss. Dass Daten erhoben und zur Verbesserung der Studienqualität eingesetzt werden, ist mittlerweile weithin anerkannt. Daten sind als Steuerungsinstrument für die Hochschulen von großer Bedeutung. Qualitätssichernde Maßnahmen sind ohne Datengrundlage schwer begründbar.

Was ist aber mit der Verwendung für die externe Hochschulsteuerung? Hier sehe ich Gefahren. Die externe Hochschulsteuerung dient vor allem der Ressourcensteuerung und der Erhöhung des Akademisierungsgrads. Die Verwendung von Kennzahlen für die externe Hochschulsteuerung gerät mitunter in ein Spannungsverhältnis mit der internen Qualitätssicherung. Zudem ist zu befürchten, dass bei der Generierung von Kennzahlen und deren Auswertung unterkomplexe Methoden angewandt werden, was seinerseits zu Fehlsteuerungen führt.

Vor diesem Hintergrund sind die Beschlüsse von Bund und Ländern zur Fortführung der Hochschulfinanzierung zwar grundsätzlich zu begrüßen. Im Hinblick auf die in Aussicht genommene Kennzahlensteuerung müssen die skizzierten Risiken und Herausforderungen jedoch im Blick behalten werden. Schon die Orientierung des auslaufenden Hochschulpakts an den Studierenden des ersten Hochschulsemesters führte zu ungewollten Fehlsteuerungen. Das soll und darf sich nicht wiederholen. Vielmehr sollten die Hochschulen in die Schaffung einer validen Zahlengrundlage einbezogen werden, um die skizzierten Herausforderungen zu meistern. Die Definition von Studienerfolg und die Deutung der erhobenen Daten muss nach alledem von den Hochschulen mitbestimmt werden können. Die Deutungshoheit muss bei den Hochschulen liegen.

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Interview


Dr. Lukas Mitterauer

„Entscheidend ist die Vertrauensbasis“

Dr. Lukas Mitterauer ist stellvertretender Leiter der „Besonderen Einrichtung für Qualitätssicherung“ an der Universität Wien und dort unter anderem für das hochschulübergreifende Monitoring-Projekt STUDMON verantwortlich.

Welche Ziele und Erwartungen verfolgt die Universität Wien im Rahmen von STUDMON?
In Österreich gibt es eine individuelle lebensbegleitende Matrikelnummer für Studierende, die uns als zuverlässige Datenbasis zur Analyse der Bildungswege von Studierenden zur Verfügung steht: Im Rahmen des vom Bildungsministerium finanzierten Projekts STUDMON werden Daten aus der Hochschulstatistik mit Daten der Sozialversicherungsträger verknüpft. Dabei geht es vor allem um die Identifikation von Merkmalen, die Einfluss auf Studienerfolg, Studienwechsel und Studiendauer haben können. Konkret werden Merkmale wie Geschlecht, Alter bei Studienbeginn, schulische Vorbildung oder ähnliches berücksichtigt.

Ein besonderer Fokus liegt auf dem Zusammenhang von Erwerbstätigkeit während des Studiums und Studienfortschritt. Wir können analysieren, in welchem Rahmen unsere Studierenden erwerbstätig sind, ob es sich dabei um geringfügige Beschäftigungen, Teilzeit- oder Vollzeittätigkeiten handelt, was die Studierenden verdienen und ob sie beispielsweise Kinder haben.

Das alles sind natürlich sehr interessante Daten für uns, die wir für die Weiterentwicklung unserer Studienprogramme und unseres Qualitätsmanagements nutzen werden. Allerdings bin ich skeptisch gegenüber einer allzu technokratischen Sichtweise. Studienerfolg und -abbruch sind komplexe Themen. Monitoring-Daten können wichtige Hinweise geben, aber die kausalen Zusammenhänge sind nicht so einfach abzuleiten, wie dies von manchen Stellen gewünscht wird.  

Werden im Rahmen von STUDMON auch weitere Daten erhoben, etwa durch Befragungen?
Nein, wir greifen ausschließlich auf Verwaltungsdaten zurück. Das ist aus meiner Sicht auch ein großer Vorteil. Befragungsdaten sind immer ungenau. Beispielsweise ist bei der Studierenden-Sozialerhebung unter anderem der geringe Rücklauf ein Problem. Auch Befragungen, die auf Selbsteinschätzungen beruhen, sagen aus meiner Sicht nicht viel aus. 

Warum hat sich die Universität Wien als größte Universität Österreichs für das Monitoring von Studienverläufen einem Hochschulnetzwerk angeschlossen? Wo liegen hier Vorteile, aber auch Herausforderungen? 
Die österreichischen Universitäten haben sich schon 2007 in einem Netzwerk für Qualitätsmanagement und Qualitätsentwicklung zusammengeschlossen. Die an STUDMON beteiligten Universitäten bilden eine Arbeitsgruppe, die sich vorwiegend aus Personen aus diesem Netzwerk speist. Für die Universität Wien war es keine Frage, sich hier zu beteiligen, auch wenn die Herausforderungen kleinerer Universitäten sicherlich andere sind als an unserer Institution mit mehr als 90.000 Studierenden.

Gerade in der Pilotphase war der Austausch besonders wichtig: In mehreren gemeinsamen Workshops wurden sowohl die konkreten Daten und Auswertungen festgelegt als auch die Ergebnisse interpretiert und nach gemeinsamen Mustern untersucht. Es ging unter anderem darum, welche Rückschlüsse bestimmte Kenndaten auf die Situation der Studierenden zulassen und auf welchem Abstraktionsniveau die Daten ausgewertet werden können, etwa wo es Sinn macht, verwandte Studienrichtungen oder mehrere Studierendenkohorten zusammenzufassen.

Das Projekt ist zudem so angelegt, dass die teilnehmenden Universitäten ihre eigenen Daten und die Vergleichsdaten über alle teilnehmenden Universitäten hinweg erhalten. Wer nicht mitmacht, erhält diese Daten nicht. Nicht zuletzt deshalb ist das Interesse, dabei zu sein, groß. Wir sind mit neun Universitäten gestartet und es kommen immer mehr dazu. Es ist spannend zu sehen, wie alles zusammenwächst.

Können Sie bereits über Ergebnisse berichten?
Bisher wurden die Datendefinitionen weitgehend abgeschlossen und für ausgewählte Pilotstudienrichtungen liegen erste Auswertungen vor. Diese werden in weiterer Folge nun innerhalb der einzelnen Universitäten diskutiert. Es wird deutlich, dass die gemeinsame, vergleichbare Datendefinition dazu beitragen wird, bisher nicht beantwortbaren Fragen, wie etwa Studienwechsel zwischen den Universitäten und deren Folgen am Arbeitsmarkt, nachzugehen.

Welche Tipps haben Sie für deutsche Hochschulen, die ein Monitoring in Hochschulnetzwerken aufbauen wollen?
Entscheidend ist die Vertrauensbasis! Ein bestehendes Netzwerk, in dem sich die beteiligten Personen kennen, ist eine gute Voraussetzung. Damit der Austausch vertrauensvoll und auf Augenhöhe stattfinden kann, müssen auch die jeweiligen Hochschulleitungen mitziehen und ihren Vertreterinnen und Vertretern Handlungsspielräume zugestehen. Keine Einrichtung sollte gezwungen werden, sich an einem Monitoring-Netzwerk zu beteiligen. Eine wichtige Gelingensbedingung ist, dass Studierenden-Monitoring als Transparenzinstrument und nicht wettbewerblich im Sinne eines Rankings begriffen wird.

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Aktuelles


Bild: Dominik Fritz, Universität Bonn

HRK-Präsident: „Zukunftsvertrag ist ein wichtiger Durchbruch"

Nach der Unterzeichnung des Zukunftsvertrags „Studium und Lehre stärken“ durch Bundeskanzlerin und Ministerpräsidentinnen und -präsidenten am 6. Juni hat sich HRK-Präsident Prof. Dr. Peter-André Alt optimistisch geäußert: „Dass beide Pakte nun auf höchster Ebene von Bund und Ländern unterzeichnet wurden, unterstreicht deren Bedeutung. Mit dem ‚Zukunftsvertrag‘ ist ein wichtiger Durchbruch gelungen, indem der Bund eine dauerhafte Verpflichtung zugunsten der Hochschulbildung eingegangen ist. Die Länder ihrerseits haben sich kompromissbereit und flexibel gezeigt und so diesen Erfolg erst möglich gemacht.“

Mit dem Zukunftsvertrag „Studium und Lehre stärken" haben sich Bund und Länder darauf geeinigt, dauerhaft etwa vier Milliarden Euro (zwei Milliarden Euro vom Bund und zwei Milliarden Euro durch die Länder) zusätzlich pro Jahr zur Grundausstattung in die Hochschulen zu geben. Damit sollen die Hochschulen unter anderen mehr unbefristete Beschäftigungsverhältnisse in der Lehre schaffen. Für eine neue Organisationseinheit, die der „Innovation in der Hochschullehre" dient, sollen 150 Millionen Euro jährlich bereitgestellt werden, zunächst allein durch den Bund und ab 2024 mit Länderbeteiligung. 

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20 Jahre Bologna: Stimmen zum Jubiläum

Als wichtige Weichenstellung für eine Zeit, in der immer mehr junge Menschen ein Studium aufnehmen, hat HRK-Präsident Prof. Dr. Peter-André Alt die am 19. Juni 1999 mit der Erklärung zur Schaffung eines Europäischen Hochschulraums angestoßene Bologna-Reform bezeichnet. Viele Hürden seien inzwischen genommen, der Prozess aber längst nicht beendet. Zu den ausstehenden Aufgaben gehörten die weitere Flexibilisierung des Studiums, etwa durch bessere Möglichkeiten für ein Teilzeitstudium und die Einführung eines Orientierungsstudiums in geeigneten Fällen.

„Meine Bilanz der Bologna-Reform ist auch positiv“, resümierte Prof. Dr. Ulrike Beisiegel, Präsidentin der Georg-August-Universität Göttingen, im Interview mit dem NDR. „Es gab natürlich Anfangsschwierigkeiten – die Erneuerung war aber notwendig.“ Mobilität und Anerkennung, so Beisiegel, müssten weiter gefördert werden. Wichtig sei aber auch eine Internationalisierung der Curricula, sodass auch diejenigen, die nicht ins Ausland gingen, davon profitierten.

Der Bologna-Prozess habe notwendige Debatten über die Qualität der Lehre und der Hochschulen angestoßen, sagte die ehemalige Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn im Interview mit der FAZ. Als größte Herausforderung für den europäischen Hochschulraum bezeichnete sie die zunehmende Infragestellung von wissenschaftlichen Erkenntnissen: „Wir müssen die Freiheit der Wissenschaft offensiv verteidigen.“ 

nexus wertet laufend Studien und empirische Daten zur Studienreform aus. Die aktuelle Version der Auswertung ist als PDF verfügbar. Ebenso steht eine kompakte Zusammenfassung zur Verfügung. 

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Neuerscheinungen


Interventionen in der Studieneingangsphase: Drei aktuelle Veröffentlichungen

Vor dem Hintergrund aktueller KMK-Prognosen, wonach die Zahl der Studierwilligen bis mindestens 2030 weiterhin hoch bleiben wird, stehen die Hochschulen unter enormen Erwartungsdruck, möglichst viele Studierende erfolgreich zum Abschluss zu bringen. Dabei kommt der Studieneingangsphase eine besondere Bedeutung zu, weil hier die Weichen für ein erfolgreiches Studium gestellt werden. Allerdings kommen die verschiedenen Projekte und Studien zu sehr unterschiedlichen Lösungsansätzen und Erkenntnissen, wie dies erfolgreich zu bewerkstelligen ist. Drei aktuelle Veröffentlichungen kommen bei aller Perspektivenvielfalt zu ähnlichen Ergebnissen.

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Professionalisierung des Übergangs von der Schule zur Hochschule

Die Herausgeberinnen des Sammelbandes Der Übergang in die Hochschule. Strategien, Organisationsstrukturen und Best Practices an deutschen Hochschulen richten den Fokus auf die hochschulinternen Organisationsstrukturen und deren Akteure. Die Autorinnen und Autoren der insgesamt 16 teils theoretischen, teils empirisch-praktischen Beiträge bringen ihre unterschiedlichen fachwissenschaftlichen Expertisen ebenso ein wie ihre beruflichen Erfahrungen. Sie sind sich in ihren Befunden weitgehend einig: Wenn der Übergang von der Schule zur Hochschule gelingen soll, dann sind alle Ebenen der Institution Hochschule besonders gefordert: von der Leitung über die zentralen Angebote bis hin zu den dezentralen Einrichtungen in den Fakultäten und Fachbereichen sowie der Drittmittelprojekte.

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Konkreter Praxistransfer an Hochschulen

Die frisch publizierten Ergebnisse und Anregungen aus dem an der Universität Hamburg angesiedelten QPL-Begleitforschungsprojekt StuFHe (Studierfähigkeit – Institutionelle Förderung und studienrelevante Heterogenität) geben einerseits Einblick in individuelle Studienziele und -anforderungen, andererseits beleuchten sie die Gestaltung, Nutzung und Wirkungsweisen der unterschiedlichen Studieneinstiegsangebote. Darüber hinaus zeigen sie, welche Rolle Heterogenität für gelingendes Studieren spielt und wie Studieneinstiegsangebote zum Umgang mit Heterogenität beitragen können. Der konkrete Praxistransfer anhand von gelungenen Beispielen aus den Partnerhochschulen macht insbesondere transparent, wie die StuFHe-Befunde im Einzelnen an den Partnerhochschulen genutzt wurden, um gerade auch die ortsspezifischen, nicht immer ohne weiteres übertragbaren Studieneinstiegsangebote weiterzuentwickeln. Mehr dazu in einem aktuellen Blog-Beitrag von Dr. Elke Bosse und Prof. Silke Bock.

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Neugestaltung der Studieneingangsphase reicht nicht aus

Ziel des Sammelbandes Alles auf Anfang. Befunde und Perspektiven zum Studieneingang ist es, die hochschulpolitische Debatte zum Studieneingang um eine eigene umfassende Zwischenbilanz der an der Universität Potsdam erprobten Maßnahmen zu bereichern. Mit Hilfe von 21 zum Teil empirischen Studien werden unter anderem transfertaugliche, konkrete Empfehlungen zur flächendeckenden Verbesserung des Studieneingangs gegeben. Dabei ergänzen Beiträge von so unterschiedlicher Herkunft wie aus der TU Berlin, der BTU Cottbus-Senftenberg, aus Österreich und Russland die Untersuchungsergebnisse der lokalen Potsdamer Forschergruppe. An den umfangreichen Handlungsempfehlungen zur generellen Weiterentwicklung der Studieneingangsphase an Hochschulen wird vor allem eines überdeutlich: Studieneingangsmaßnahmen dürfen nicht mehr nur isoliert betrachtet werden. Da der Studienerfolg ein „multifaktorielles Konstrukt“ ist, kann eine wirksame Neugestaltung der Eingangsphase nur mit einer umfassenden Reform des gesamten Studiums einhergehen.

Eine ausführliche Besprechung von Dr. Peter A. Zervakis sowie alle Literaturangaben finden Sie im nexus Blog.

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Good Practice


„AG Datenmonitoring“ im Verbund Norddeutscher Universitäten

Der Verbund Norddeutscher Universitäten (VNU) hat mit seinen Evaluationsverfahren und dem Projekt Studierbarkeit langjährige Erfahrung in der gemeinsamen Weiterentwicklung von Studium und Lehre über Universitäten und Ländergrenzen hinweg gesammelt. Auf der Basis dieser vertrauensvollen Zusammenarbeit haben die Mitglieder des Nordverbunds im Juli 2018 die Arbeitsgruppe Datenmonitoring ins Leben gerufen.

Hier finden sich die Expertinnen und Experten der beteiligten Universitäten zusammen, um sich über gelungene Monitoring-Verfahren auszutauschen und auszuloten, inwieweit hier ein gemeinsames Verfahren entwickelt werden kann. Einige Verbundpartner im Verbund haben bereits Monitoringsysteme entwickelt und erprobt und positive Erfahrungen gemacht beim Einbinden der Studienverlaufsstatistiken in die Prozesse der Studiengangs- und Qualitätsentwicklung. Bislang gab es hierzu jedoch keinen systematischen Austausch, und die Vergleichbarkeit der ermittelten Kennzahlen und Indikatoren war nicht unmittelbar gegeben, da die Verfahren an den Universitäten individuell entwickelt wurden.

Mit dem Aufbau eines gemeinsamen Studiengang-Monitorings möchte der VNU den Studienfächern die Möglichkeit geben, sich über die Mitgliedsuniversitäten hinweg miteinander zu vergleichen anhand von Kennzahlen, die etwas über den Studienerfolg ihrer Studierenden aussagen. Auf dieser Grundlage sollen Prozesse des voneinander Lernens und der gegenseitigen Unterstützung bei der Weiterentwicklung der Studienprogramme initiiert werden. Zu diesem Zweck will sich die „AG Datenmonitoring“ des VNU auf gemeinsame Standards verständigen, um administrative Daten zu erheben, zu verarbeiten, aufzubereiten und besser vergleichen zu können. Darüber hinaus gilt es, einen vertrauensvollen Austausch der Auswertungsergebnisse zu organisieren und ein gemeinsames Berichtsformat zu entwickeln.

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Werkstatt


Foto: nexus

Anerkennung einer anerkannten Leistung

Frage an nexus: Eine Studentin hat die Anerkennung von Leistungen einer anderen Hochschule beantragt. Die Leistung hat sie aber nicht originär dort erbracht, vielmehr wurde die Leistung an der anderen Hochschule bereits anerkannt. Kann / muss ich die Unterlagen der ursprünglichen Leistung verlangen oder kann / muss ich auf Basis der Unterlagen der Hochschule, die die Leistung anerkannt hat, entscheiden?

Antwort von nexus: Wir empfehlen, die ursprüngliche Leistung als Grundlage für die Anerkennung heranzuziehen. Denn auch wenn zwischen der ursprünglichen und der ersten sowie zwischen der ersten und der zweiten Anerkennung kein wesentlicher Unterschied besteht, könnte zwischen der ursprünglichen und der zweiten anerkannten Leistung ein wesentlicher Unterschied nachweisbar sein. Wenn man das Szenario noch weiterdenken würde, könnte es – wenn auch nur hypothetisch – dazu führen, dass keinerlei Bestandteile der ursprünglichen Leistung und der x-ten Anerkennung mehr vergleichbar wären. Daher halten wir es für sinnvoll und logisch begründbar, die Ausgangsleistung für die Anerkennung heranzuziehen.

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Rückschau


Prof. Dr. Thomas Hoffmeister, Konrektor der Universität Bremen, eröffnet die nexus-Tagung.

nexus-Tagung zur Entwicklung von Monitoring-Systemen in Hochschulnetzwerken

Damit Monitoring funktionieren kann und akzeptiert wird, sind eine offene Kommunikation aller Beteiligten bereits vor der eigentlichen Datenerhebung sowie klare Fragestellungen unverzichtbar. So lautete ein Fazit der mit mehr als 130 Teilnehmenden ausgebuchten Tagung des HRK-Projekts nexus in Kooperation mit der Universität Bremen. In den Diskussionen wurde deutlich, dass Monitoring-Ergebnisse weder als Rechtfertigungsdruck gegenüber Hochschulleitungen noch für eine leistungsorientierte Mittelvergabe durch die Politik genutzt werden sollten. Nur dann könnten sie einen offenen Austausch über gute Lehre in den Fächern fördern. Bei der zweitägigen Konferenz standen Netzwerke im Mittelpunkt, in denen Hochschulen gemeinsam Monitoring-Systeme (weiter-)entwickeln. „Die Tagung hat verdeutlicht, wieviel wir über gute Netzwerkarbeit erreichen können“, resümierte Prof. Dr. Thomas Hoffmeister, Konrektor für Lehre und Studium an der Universität Bremen, und regte an, über die bestehenden Netzwerke hinaus Schnittstellen zum deutschlandweiten Austausch zu initiieren (mehr).

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Bild: Pixabay

Studieneingangstests: Transferworkshop des Projekts WiWiSET

Studienanfänger, die fachrelevante Kenntnisse mitbringen, erreichen zu Studienende einen stärkeren fachlichen Kompetenzzuwachs als Kommilitonen, denen dieses Vorwissen fehlt. Dies wurde beim Transferworkshop zum Abschluss des Projekts WiWiSET deutlich. Hierzu befragte das Projekt bundesweit knapp 10.000 Studierende wirtschaftswissenschaftlicher Studienprogramme vor Studienbeginn und im Verlauf ihres Studiums, um die Entwicklung ihrer wirtschaftswissenschaftlichen Fachkompetenz zu erfassen. Mit Hilfe von Studieneingangstests seien valide Aussagen zu den erforderlichen fachspezifischen Eingangskompetenzen der Studierenden möglich, so das Forscherteam aus Mainz und Berlin. Ihr Einsatz erhöhe die Zuverlässigkeit der Studienerfolgsprognose im Vergleich zur alleinigen Nutzung der Durchschnittsnote für die Hochschulzugangsberechtigung. Auf Grundlage dieser Diagnostik können beispielsweise Frühwarnsysteme in Hochschulen systematisch aufgebaut werden. (mehr)

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Forschendes Lernen in der internationalen Debatte

Als didaktisches Format, welches Persönlichkeitsbildung und Wissenschaftlichkeit verbindet, lohnt sich Forschendes Lernen für alle Studierenden. Dabei leistet es einen zentralen Beitrag zur Realisierung der Bildungs- und Qualifizierungsziele von Hochschulen: Dies ist eine zentrale Aussage des im Rahmen einer internationalen Tagung verabschiedeten „Hohenheimer Memorandums zum Forschenden Lernen“. In sieben Postulaten werden darin konkrete Bedarfe auf individueller, curricularer, hochschulischer und hochschulpolitischer Ebene formuliert. Die teilnehmenden Hochschuldidakten, Lehrenden und Vertreterinnen und Vertreter aus verschiedenen Fächern und Hochschulen (UK, USA, Niederlande, Schweiz, Deutschland) waren sich einig, dass die Umsetzung von „Undergraduate Research Experiences“ (URE), wie das Lehr- und Lernkonzept im englischen Sprachraum heißt, anspruchsvoll und äußerst personalintensiv sei und eine entsprechende Ressourcenausstattung benötige.

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Termine


nexus-Tagungen

10./11.9. - Technische Hochschule Ulm
Qualitätsgesicherte Praktika im Studium

12./13.9. - TU Kaiserslautern
Digitaler Wandel in Studium und Lehre

26./27.09. – Universität Mainz
Anerkennung und Anrechnung im Kontext der (System-)Akkreditierung

Save the Date!

7./8.10. - Universität Freiburg
Anerkennung und Mobilität

29./30.10. - Universität Marburg
Kompetenzorientiertes Prüfen

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Veranstaltungen rund um Studium und Lehre

25. - 27. 9. - Nürnberg
4. Symposium zur Hochschullehre in den MINT-Fächern: Auf dem Weg zu guter MINT-Lehre: Erfahrungen – Evidenzen – Theorien

8./9.10. - Berlin
Die nächsten Schritte… von interprofessioneller Bildungsarbeit zu kooperativer Praxis - Internationales Symposion von Charité Universitätsmedizin Berlin und University of Toronto 

15.11. - Winterthur
Higher and Professional Education Forum: Flexibles Lernen an Hochschulen gestalten

 

 

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Projekt nexus - Übergänge gestalten, Studienerfolg verbessern der Hochschulrektorenkonferenz

Ahrstraße 39, 53175 Bonn
Telefon: 0228 / 887-198
E-Mail: nexus@hrk.de
Internet: www.hrk-nexus.de
Folgen Sie uns auf Twitter: www.twitter.com/projekt_nexus  

Redaktion: Dorothee Fricke
Die Verantwortung für die Inhalte der Fremdbeiträge tragen die jeweiligen Autoren.

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