Der Karriere-Master

Der Karriere-Master

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) bietet über eine Tochterfirma komplexe Studiengänge an der Schnittstelle von Management und Ingenieurwesen an. Zielgruppe sind leitende Mitarbeiter in weltweit agierenden Unternehmen – und die schicken ihre Führungskräfte gleich reihenweise

Die Liste der Partnerunternehmen ist imposant: BASF, BMW, Bosch, Daimler, IBM, Porsche und Siemens beteiligen sich; insgesamt mehr als drei Dutzend Firmen sind eng mit der Hector School verbunden. Für sie bedeuten die sieben Masterstudiengänge ein wichtiges Instrument zur Führungskräfte-Qualifizierung. Deshalb sollen die Studiengänge, die inhaltlich im Grenzbereich zwischen Wirtschaft und Ingenieurwesen angesiedelt sind, die wissenschaftliche Stärke des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) mit einem praxisorientierten Ansatz verbinden.

Studienangebote in Kooperation mit Partnerunternehmen
Schon in den 90er Jahren gründete die Universität Karlsruhe – lange vor dem Zusammenschluss mit dem Forschungszentrum Karlsruhe zum KIT – eine gemeinnützige GmbH mit dem Namen International Department. Diese GmbH bildet das Dach über drei eigenständigen Einrichtungen: Neben der Hector School gibt es die Carl Benz School, die ein Bachelorprogramm in englischer Sprache anbietet, sowie die Karlsruhe School of Optics and Photonics. „Diese Struktur war zur Zeit der Ausgründung notwendig, damit wir die Partnerunternehmen ins Boot holen konnten“, sagt Geschäftsführerin Judith Elsner.

Die Studiengänge an der Hector School, die nach dem SAP-Mitbegründer Hans-Werner Hector benannt ist, sind auf eine Dauer von drei Semestern angelegt. Für die Masterarbeit sind anschließend vier bis sechs Monate vorgesehen. Neue Bewerber werden alle anderthalb Jahre aufgenommen; immer dann, wenn ein Studienzyklus abgeschlossen wird.

Die Studiengänge, deren Bandbreite von Financial Engineering über Management of Product Development bis hin zu Green Mobility Engineering reicht, setzen sich aus zehn Modulen zusammen. Fünf davon beschäftigen sich mit Management-Themen und werden für alle Studiengänge gemeinsam angeboten; die andere Hälfte ist dann den Inhalten der jeweiligen Studiengänge vorbehalten.

Montag bis Freitag Studium, Samstag Prüfung
Die Masterprogramme sind als Präsenzstudium angelegt. Damit jedes der zehn Module nur zwei Wochen dauert, ist diese Zeit prall gefüllt: Montags bis freitags finden zwischen 8 und 17.15 Uhr Seminare statt, jeweils samstags werden Prüfungen abgehalten. In diesen Intensiv-Phasen können die Studierenden gleich auf dem Campus wohnen; die Universität bietet ihnen kleine Appartments an.

„Wir haben uns bewusst entschieden, hochwertige Masterstudiengänge anzubieten“, sagt Judith Elsner. Ein MBA-Programm wollte man nicht aufbauen: „Unsere Karlsruher Stärke ist nun einmal der ingenieurwissenschaftliche Bereich, das möchten wir mit den Master of Science-Titeln auch nach außen hin deutlich machen.

Die meisten Studierenden werden von ihren Arbeitgebern zu den Masterprogrammen an der Hector School entsandt. Für die Unternehmen dient das als gezielte Führungskräfte-Weiterbildung. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer liegt bei rund 30 Jahren; Zugangsvoraussetzung ist neben einem abgeschlossenen Erststudium ein Nachweis von hervorragenden englischen Sprachkenntnissen. Von den ungefähr 40 Teilnehmern, die sich in jedem Studienzyklus auf die sieben Studiengänge verteilen, stammen etwa 40 Prozent aus dem Ausland und arbeiten entweder in den deutschen Niederlassungen der beteiligten Konzerne oder in ihren ausländischen Tochtergesellschaften.

Etwa 30.000 Euro kostet ein Masterstudiengang, in der Regel unterstützen die Arbeitgeber ihre Mitarbeiter bei dieser Investition. Bevor das Studium beginnt, müssen sich die Bewerber aber auch dem strengen Auswahlverfahren an der Hector School unterziehen; dazu gehören neben den fachlichen und formalen Voraussetzungen unter anderem zwei jeweils halbstündige Interviews.

Viele der Lehrenden stammen direkt vom KIT, die Hector School arbeitet aber bewusst auch mit Experten aus den Unternehmen zusammen. „Uns ist der enge Kontakt zur Praxis wichtig“, sagt Geschäftsführerin Judith Elsner. Deshalb stehen zusätzlich Gastvorlesungen auf dem Programm, zu denen Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik eingeladen werden. Die Ex-Ministerpräsidenten Lothar Späth und Günther Oettinger waren schon in Karlsruhe, ebenso wie der frühere Porsche-Chef Wendelin Wiedekind und zahlreiche Vorstandsmitglieder großer deutscher Konzerne.

Dieses hochkarätige Programm, davon ist man in Karlsruhe überzeugt, spreche sich herum. „Wir gehen davon aus, dass sich die Weiterbildung in Deutschland in eine Richtung entwickelt, die etwa in Amerika schon zu sehen ist: Dort bilden sich Mitarbeiter auch in höherem Alter noch weiter, während hier vor allem vergleichsweise junge Leute an berufsbegleitenden Studiengängen interessiert sind“, sagt Judith Elsner. Das KIT sei nicht zuletzt dank der Hector School auf diese Entwicklung bestens vorbereitet.
www.hector-school.de

Der Artikel stammt aus der Broschüre des Projekts nexus der Hochschulrektorenkonferenz „Erfolgsmodell Master - Offen für internationale Kooperationen und individuelle Bildungsbiographien“.

Themenfelder
Newsletter

Strahlend leuchtende Neuigkeiten zu den nexus-Themen im Newsletter.