Wissenschaftlichkeit, Fachlichkeit und Beruflichkeit in den Studiengängen der Gesundheitsfachberufe und der Medizin

Mittwoch, 4. März 2020, Universität Osnabrück

Der Runde Tisch „Medizin und Gesundheits­wissenschaften“ hat die Auseinandersetzung mit dem Leitthema des interprofessionellen Lehrens und Lernens in den hochschulisch qualifizierten Gesundheitsfachberufen und der Medizin in den engeren Fokus seiner Beschäftigung genommen. Denn die Sicherstellung einer bedarfsorientierten und qualifizierten Gesundheitsversorgung erfordert auch im Wissenschaftssystem eine weitreichende Neuorientierung und Weiterentwicklung der Rahmenbedingungen, um die Forschungsaktivitäten, die Wissenschaftsentwicklung und die Professionalisierung aller Gesundheitsfachberufe den veränderten gesellschaftlichen Bedarfen entsprechend anzupassen. Im Mittelpunkt der Akademisierungsdebatte steht aus Sicht der Hochschulen der qualitätsgesicherte Ausbau und die Erweiterung von Studiengängen mit gesundheitsbezogenem Schwerpunkt sowohl in den human- und zahnmedizinischen Staatsexamensstudiengängen als auch in den primär- und berufsqualifizierenden, gestuften Studienprogrammen in der Pflege, den Therapieberufen (Ergotherapie / Logopädie / Physiotherapie) und der Hebammenkunde.

In der zweiten Fachtagung des Runden Tisches in Zusammenarbeit mit der Universität Osnabrück sollen drei Leitfragen im Mittelpunkt der Vorträge, Foren und Diskussionen stehen:

  1. Wie verhalten sich die Studiengänge für die neuen Gesundheitsprofessionen zu den Leitbildern eines wissenschaftlichen Studiums?
  2. Wie lässt sich angesichts hoher Praxisanteile und konkreten Handlungsfeldern das Verhältnis von Wissenschaftlichkeit, Fachlichkeit und Beruflichkeit während des Studiums angemessen umsetzen?
  3. Inhalt, Struktur und Gestaltung der Studiengänge im Gesundheitsbereich werden derzeit in hohem Maße durch berufsrechtliche Vorgaben, Rechtsverordnungen und Umsetzungsvorgaben aus Europa, dem Bund und den Ländern reglementiert. Wie kann unter diesen Bedingungen dem Anspruch an die Wissenschaftlichkeit eines Studiums am besten entsprochen werden?

Weitere Fragestellungen im Rahmen des eintägigen Austausches gehen der Motivation für die Aufnahme eines solchen Studiums nach:

  • Wollen sich Studierende mit wissenschaftlichen Erkenntnissen auseinandersetzen und später an deren Erarbeitung mitwirken, oder gibt es für die angestrebte spätere berufliche Tätigkeit einfach keinen alternativen Zugangsweg?
  • Wie lassen sich Wissenschaftlichkeit und wissenschaftliche Kompetenz in Prüfungen abbilden – eventuell auch in staatlich kontrollierten Prüfungen für reglementierte Berufe?
  • Kann Wissenschaftlichkeit aus einer kompetenzorientierten Perspektive geprüft werden?
  • Wie müsste ein gelingendes „Constructive Alignment“ dazu aussehen?
  • Wie kann es schließlich gelingen, die im Studium erworbene Wissenschaftlichkeit in die spätere berufliche Praxis zu überführen und dort nutzbar zu machen?
  • Welche Strategien sind hierfür im hochschulischen Kontext geeignet, welche Effekte wären zu erwarten und welche Chancen könnten sich für die Praxis und Weiterentwicklung der Berufe im Gesundheitssektor ergeben?

Die Teilnahme an der Tagung ist kostenfrei.

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