nexus-Jahrestagung "Kompetenz­orientierung auf dem Prüfstand"

27. und 28. März 2018, Humboldt-Universität zu Berlin

Nach der projektinternen Wintertagung der Runden Tische des HRK-Projekts nexus und auf Grundlage der dort erzielten Ergebnisse verfolgt die nexus-Jahrestagung das Ziel, fachspezifische und institutionelle Angebote und Maßnahmen zur Kompetenz- und Lernergebnisorientierung in den Hochschulen zu bilanzieren. Kompetenz­orientierung in den Hochschulen sollte sich nicht nur in den Modulhandbüchern wiederfinden, sondern vor allem auch den gelebten Alltag durch aktivierende, studierendenorientierte Lehr- und Lernformate prägen und so den "shift from teaching to learning" weiter verdeutlichen.

Am ersten Tag diskutieren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter anderem, wie sich Hochschulen durch immer heterogenere Studierendenkohorten tatsächlich verändern, welche Bedeutung dies für den Wandel in der Lehre hat und welche Bedingungen einen fach- und hochschulübergreifenden Austausch über Lehr- und Lerninnovationen nachhaltig unterstützen können. Am zweiten Tag werden diese Fragen im nexusCAMP - einem themenspezifischen Barcamp-Format - vertieft. Hier haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, für sie relevante Themen zu setzen und so neue Aspekte einzubringen oder die Diskussion vom Vortag vertieft weiterzuführen.
Zum Programm



nexusCAMP? Was ist das?

Im Rahmen der nexus-Jahrestagung "Kompetenz­orientierung auf dem Prüfstand" am 27. und 28. März 2018 an der Humboldt-Universität zu Berlin laden wir Sie zum nexusCAMP "Zur Zukunftsfähigkeit der Kompetenz­orientierung - Ansatzpunkte und Erfahrungen aus den Hochschulen, Fachbereichen und Fakultäten", einem themenspezifischen Barcamp-Format ein.

Wenn die Kaffeepause zur Tagung wird...

Wenn die Kaffeepause zur Tagung wird...

Alle kennen die Erfahrung: Lebendig wird es auf Tagungen oft erst jenseits des offiziellen Programms. In den Pausen kommt man beim Kaffee ins Gespräch. An Stehtischen tauschen sich Lehrende von großen und kleineren Hochschulen, Studierende und Kollegen aus der Hochschulverwaltung über Eindrücke aus, berichten in Kleingruppen von den eigenen Erfahrungen und diskutieren beim Mittagessen über die Vorträge des Tages. Ein Klima, in dem die Steifheit abzufallen scheint. Es wird kritisiert, gelacht und gelobt.

Diese Atmosphäre – bei der alle Teilnehmer einer Veranstaltung aktiv werden, einander berichten, zuhören, nachfragen, kritisieren, erläutern – wird bei Barcamps zum Prinzip.

Barcamp - Themencamp - nexusCAMP

Barcamp - Themencamp - nexusCAMP

Barcamps sind sogenannte "Ad-hoc-Konferenzen", also offene, partizipative Veranstaltungen, deren Ablauf und Inhalte ausschließlich von den Teilnehmern bestimmt werden. Barcamps gehen davon aus, dass alle etwas beizutragen haben: Alle vereint das Interesse an einem übergeordneten Thema, alle kommen mit Fragen, Ideen, Beispielen und Vorschlägen auf die Tagung.

Anstatt dass wenige "Aktive" auf der Bühne ihre Themen dem "Publikum" präsentieren, steht bei Barcamps der intensive Austausch aller Teilnehmenden im Zentrum. Die offene Atmosphäre in Kombination mit der Möglichkeit, selber zu gestalten, führt zu sehr dynamischen Events.

Keine Zuschauer - nur Teilnehmer!
Der Grundsatz lautet: "Keine Zuschauer, nur Teilnehmer!" Der offene Charakter der Veranstaltung hat Barcamps in wenigen Jahren zu großem Erfolg verholfen. Inzwischen ist die Nachfrage danach so groß geworden, dass zunehmend Themencamps veranstaltet werden, die sich speziellen Aspekten widmen, wie beim nexusCAMP zum Thema "Zur Zukunftsfähigkeit der Kompetenz­orientierung - Ansatzpunkte und Erfahrungen aus den Hochschulen, Fachbereichen und Fakultäten".

Ablauf

Ablauf

Vorstellungsrunde
Am Anfang jedes Barcamps steht die Vorstellungsrunde: Dabei stellen sich alle Teilnehmer mit Namen, Herkunft/Funktion und drei Schlagworten kurz vor. Das bricht das Eis, stärkt das Gefühl der Zusammengehörigkeit und erleichtert das spätere Networking. Zur Kultur des Barcamps gehört eigentlich auch das Du – Titel, Alter, Geschlecht etc. interessieren nicht, nur das Thema, allerdings bestehen wir natürlich nicht dogmatisch darauf. Sie sollen sich vor allem wohlfühlen!

Vorschlagsrunde
Ohne Themenvorschläge gibt es keine Agenda! Die Themenvorschläge kommen ausschließlich von den Teilnehmenden. Sie stellen – unterstützt vom Moderator – ihre Themen vor. Das kann ein vorbereiteter Vortrag sein, die Präsentation eines Good-Practice-Beispiels oder die Erläuterung einer Fragestellung, eines Problems, mit dem sich jemand befasst und worüber er oder sie sich gerne austauschen will. Die Teilnehmer stimmen gemeinsam ab, ob sie die Session interessiert und mit wie vielen diese stattfinden könnte. So wird der Ablaufplan für sämtliche Sessions erst am Morgen des 28. März ab 8.30 Uhr gemeinsam erstellt, bevor ab 9.30Uhr die ersten Sessions beginnen und wir uns um 12.30 Uhr wieder zu einer Feedbackrunde zusammenfinden.

Es muss nicht jeder eine Session anbieten, aber alle sind aufgefordert, sich aktiv in die Diskussion einzubringen und so zum Gelingen des nexusCamps beizutragen.

Es besteht die Möglichkeit vorab Themenvorschläge einreichen – auch diese werden in der Vorschlagsrunde am Morgen des 28. März noch zur Abstimmung gestellt.

Themen beim nexusCAMP

Das nexusCAMP ist ein Themencamp zum Schwerpunkt "Zur Zukunftsfähigkeit der Kompetenz­orientierung - Ansatzpunkte und Erfahrungen aus den Hochschulen, Fachbereichen und Fakultäten". Es gibt kein festes Programm und keine Unterscheidung zwischen Referenten und Zuhörern. Jeder Teilnehmende kann sich aktiv mit einer eigenen Session oder im Rahmen einer Session einbringen und die Ansatzpunkte und Erfahrungen seiner Hochschule, seines Fachbereichs oder der Fakultät diskutieren.

Im nexusCAMP auf der nexus-Jahrestagung können alle Themen und Fragen aufgegriffen werden, die in den Foren am ersten Konferenztag offengeblieben oder noch gar nicht angesprochen worden sind. Angestoßene Diskussionen können fortgeführt und vertieft oder ganz neue Denkanstöße gesetzt werden.

Beispielsweise sind Themen denkbar, die sich konkret auf die Umsetzung von Lehr- und Lernformaten beziehen, fachspezifische Aspekte aufgreifen oder Reibungsprobleme bei der Umsetzung gewisser Lehrinhalte oder Veranstaltungsformate zum Gegenstand haben. Ebenso können übergeordnete Fragen erörtert werden, wie beispielsweise die Definition von Kompetenzen.

Selber Themen vorschlagen: Möchten Sie Themenpate werden?

Selber Themen vorschlagen: Möchten Sie Themenpate werden?

Sie haben ein Thema, für das Sie auf dem nexusCAMP gerne die Patenschaft übernehmen möchten? Die eigentliche Themenvorstellung und Session-Planung finden zwar erst direkt am Morgen des zweiten Veranstaltungstages (28. März) statt. Jedoch kann jeder Interessent bereits im Vorfeld ein Thema vorschlagen oder nachfragen.

Einige Ideen und Anregungen könnten die folgenden Beispielfragen geben:

  • Welche Maßnahmen der Kompetenz­orientierung können helfen, um den Kompetenzerwerb der Studierenden (auch in Lehrveranstaltungen mit hohen Studierendenzahlen) zu verbessern?
  • Welches sind die Voraussetzungen, unter denen eine Integration von geeigneten Maßnahmen in das Curriculum vorstellbar wäre?
  • Welche Maßnahmen können auch als Zusatzangebote angeboten werden?
  • Weiterbildungsangeboten sollten allen Lehrenden einer Hochschule zur Verfügung stehen und auch von ihnen genutzt werden. Wie lässt sich dieses erreichen?
  • Was bedeutet Kompetenzen?
  • Wie lässt sich das "Constructive Alignment" umsetzen?

Worüber möchten Sie gerne mit anderen diskutieren?
Schreiben Sie dazu einfach eine E-Mail an: nexusCAMPKompetenzorientierung(at)hrk.de und senden uns ein kurzes Abstract.

WarmUp am Vorabend, Kennenlernen für Neulinge

Das nexusCAMP ist in die nexus Jahrestagung am 27. und 28. März 2018 an der Humboldt-Universität zu Berlin eingebettet. Am Abend des 27. März starten wir mit einem nexusCAMP WarmUp und der obligatorischen, kurzen Vorstellungsrunde. nexusCAMP-Neulinge haben hier die Möglichkeit, sich mit dem Format vertraut zu machen und im Anschluss daran mit dem Tagungsteam und weiteren Teilnehmern beim Abendessen über dieses unkonventionelle Format und anderes ins Gespräch zu kommen.

Am Morgen des 28. März startet die Themenfindung direkt um 8.30 Uhr, bevor dann um 9.30 Uhr die ersten Sessions beginnen. Nach der Feedbackrunde gibt es gegen 13:00 Uhr einen kurzen Rückblick und Ausblick. Die Tagung endet mit einem Mittagsimbiss.

Themenpaten

Wir freuen uns sehr, dass wir bereits im Vorfeld Themenpaten für das nexusCAMP "Zur Zukunftsfähigkeit der Kompetenz­orientierung - Ansatzpunkte und Erfahrungen aus den Hochschulen, Fachbereichen und Fakultäten" gewinnen konnten, die am 28. März zu folgenden Themen eine Session vorschlagen werden:

Modelle überschneidungsfreier Studienganggestaltung an Hochschulen: Anworten auf gestiegene Diversitätsanforderungen

Modelle überschneidungsfreier Studienganggestaltung an Hochschulen: Anworten auf gestiegene Diversitätsanforderungen

Dr. Martin Jungwirth/Simone Mattstedt, Westfälische Wilhelms-Universität, Münster

Im Rahmen der (Re-)Akkreditierung stellt die Sicherung der Studierbarkeit, d.h. die Gewährleistung der Einhaltung der Regelstudienzeit, eine Verpflichtung und zugleich eine Herausforderung dar, der sich Hochschulen stellen müssen. Dies kann z. B. durch die Verwendung von Modellen zur (möglichst) überschneidungsfreien Lehrveranstaltungsplanung erreicht werden. In der Regel werden solche Modelle aus rein organisatorischer Perspektive heraus angewandt, etwa um Raum- und Personalressourcen besser als bisher zu nutzen. Damit steht zunächst das curriculare Lehrangebot im Fokus.

Die Modelle können darüber hinaus genutzt werden, um die grundsätzlichen Anforderungen einer heterogenen Studierendenschaft, z. B. durch Teilzeitstudium, Studium mit Kind oder Erwerbstätigkeit, an die Lehrveranstaltungsplanung zu erfüllen. Ebenso können aus der Studierendenperspektive diese Modelle zu dem Effekt führen, das Studium stärker und verlässlicher als bisher auf die individuellen Bedürfnisse abzustimmen und somit den Studienverlauf reibungsloser zu ermöglichen.

Der Workshop stellt zunächst Modelle zur überschneidungsfreien Lehrveranstaltungsplanung, z.B. Zeitfenstermodell nach Kreuzer[1], vor und berichtet über das neu entstandene Netzwerk „Überschneidungsfreies Studieren an Hochschulen“ (NueSaH) und seine Zielsetzungen.

Des Weiteren werden folgende Fragen mit den Teilnehmenden des nexusCamps diskutiert:

  • Welchen konkreten erweiterten Anforderungen müssen, sollten oder möchten Hochschulen mit Blick auf Studierbarkeit und Diversität begegnen – wie können sie sich darauf einstellen?
  • Wie können und müssen hochschulische Einrichtungen – Fakultäten, Verwaltung, Serviceeinrichtungen – neue Herausforderungen gemeinsam bewältigen? Wo ist Abstimmung und Kooperation notwendig?
  • Welche Instrumente sind dafür notwendig? Welche Erfahrungen liegen bei den Teilnehmenden dazu bereits vor?
  • Welchen Beitrag können Modelle zur überschneidungsfreien Gestaltung von Studiengängen dazu leisten?

[1] Vgl. Lehrerbildung heute. Impulse für Studium und Lehre. HRK-nexus – Konzepte für gute Praxis für Studium und Lehre. Bonn 2014. S. 22-23. Online unter  https://www.hrk-nexus.de/fileadmin/redaktion/hrk-nexus/07-Downloads/07-02-Publikationen/270626_HRK_Lehrerbildung_web_01.pdf

Ergänzung des Kompetenzrasters um die "Ästhetische Komptenz"

Ergänzung des Kompetenzrasters um die "Ästhetische Komptenz"

Prof. Dr. Ulrich Wünsch, SRH Hochschule der populären Künste, Berlin

Die Einführung der Ästhetischen Kompetenz reagiert und rekurriert auf das weitgehende Fehlen der affektiven Dimension in den bestehenden Kompetenzrahmungen. Sie wird nicht als eine Form der Kunstbegegnung oder als ein Nachfühlen von Schönheit verstanden (im Sinne der Definition von Winkelmanns „Interesselosem Wohlgefallen), sondern versteht Ästhetik als gebunden an und hervorgegangen aus der „aisthesis“, der sinnlichen Wahrnehmungsfähigkeit des Menschen. Diese meint umfassend unsere Begegnung mit der uns umgebenden Welt und ist grundlegend auch für die Ausübung von Wissenschaft. Insofern ist die Ästhetische Kompetenz eine den weiteren Kompetenzen (Handlung – Fach / Methode / Sozial / Selbst) zur Seite gestellte Kompetenzkategorie, die für alle Studiengänge gilt. Sie findet ihren Raum ebenso in der BWL und VWL, die technischen Studiengänge, den Ingenieursstudiengängen, aber auch im Sozial- und Gesundheitsbereich sowie der Psychologie. Des Weiteren erlaubt diese Kompetenzkategorie die Anbindung an aktuelle, weltweite und von viele Akteuren und Stakeholdern im (Aus-)Bildungsbereich geführten Diskussionen um „Skills“ (Fertigkeiten / Kompetenzen) für die Welt des 21. Jahrhunderts (WeQ, Future Skills, Skills for the 21. Century, ...), aber auch an ethische und zugleich globale Fragen (Nachhaltigkeitsdiskurs, Verteilungsdiskurs, Diversitätsdiskurs, ...). Mehr

Mehr als "nur" Sport: Der Hochschulsport als Lernfeld

Mehr als "nur" Sport: Der Hochschulsport als Lernfeld

Benjamin Schenk, Allgemeiner Deutscher Hochschulsportverband, Dieburg

Der Hochschulsport bietet eine Vielzahl an Lern- und Bildungspotenzialen zum Erwerb überfachlicher Kompetenzen. Der Überblick über den Forschungsstand offenbart, dass der (Hochschul-)Sport als interessengeleitetes, freiwilliges Handlungsfeld eine Vielzahl an Lern- und Bildungspotenzialen zum Erwerb überfachlicher Kompetenzen bietet.

So tragen die im Sport vermittelten körperlichen Handlungen zur Ausbildung grundlegender Bewegungs-und Gesundheitskompetenzen bei (Selbstkompetenz). Im Rahmen sozialer Organisationsformen, wie im Mannschaftsund Teamsport, offeriert er ein Lernfeld für den Erwerb und die Entwicklung sozialer, interaktiver Kompetenzen. Im Kontext systematischer Trainingsprozesse, zum Beispiel im Leistungssport, bilden Sportlerinnen und Sportler zudem vielfaltige personale Kompetenzen wie Zielstrebigkeit, Selbstbewusstsein und Empathie aus.

Neben diesen – auf den konkreten motorischen Vollzug rekurrierenden - Bildungspotenzialen besitzt der Hochschulsport als spezifische Organisation der Hochschulen weitere wertvolle Lern- und Bildungsmöglichkeiten, die sich vor allem aus dem Organisations- und Vermittlungsanspruch des Sports ableiten lassen. So bietet er – Praxi-, Engagement-, sowie ein pädagogisches Handlungsfeld in einem.

Der Hochschulsport hat, dies zeigen die Forschungsergebnisse, herausragende Möglichkeiten zur Ausbildung und Entwicklung von Schlüsselkompetenzen an Hochschulen beizutragen. Wie aber sieht die Realität an die Hochschulen aus? Wie viele Hochschulen haben bereits Schlüsselkompetenzangebote im Hochschulsport etabliert? Und mit welchen Angeboten? Wie gestalten sich Kooperationen mit Hochschulsporteinrichtungen?

Wir möchten mit ihnen über diese Fragen ins Gespräch kommen und Ergebnisse einer Befragung der adh-Mitgliedschaft in die Diskussionen einfließen lassen.

Wir freuen uns auf weitere Themenvorschläge vorab oder am 28. März und Ihre aktive Mitwirkung am nexusCAMP!