Erfahrungsaustausch 2017

Erfahrungsaustausch "Kompetenzorientierte Prüfungen in den Ingenieur­wissenschaften"

Freitag, 23. Juni 2017, 14:00 bis 17:00 Uhr
Technische Universität München

Gemeinsam mit der Technischen Universität München hat der Runde Tisch Ingenieur­wissenschaften die Lehrenden und Studierenden regional umliegender Hochschulen zum Erfahrungsaustausch über "Kompetenzorientierte Prüfungen in den Ingenieur­wissenschaften" eingeladen.

Prüfungen sind Kernelement guter Lehre. Studierenden dienen Prüfungen wesentlich zur Überprüfung ihres Lernfortschritts, beeinflussen das Lernverhalten und entscheiden über den formalen und inhaltlichen Studienerfolg.

Prüfende wollen den Kompetenzerwerb der Studierenden mit geeigneten Prüfungsaufgaben abfragen und bewerten. Wie müssen diese konzipiert sein, um die angestrebten Lernergebnisse adäquat abzubilden? Diese Frage griff Fabian Distel vom Institut für Werkzeugmaschinen und Betriebswissenschaften der Fakultät für Maschinenbau der TU München in einem Impulsvortrag zum Thema „Methodisches Vorgehen zur effizienten Prüfungserstellung“ auf.  

In einem weiteren Impulsvortrag ging Prof. Dr. Stefan Vörtler von der Hochschule Ostwestfalen-Lippe auf „Prüfungen als Herausforderung und wichtiges Lehr- und Lernelement“ ein und referierte über Klausuren, K-Wochen, Projekte, Bulimie-Lernen und die Macht des Wissens.

Prof. Dr. Manfred Gerstner von der Hochschule München stellte unter dem Titel "Mathefragen häppchenweise - mehr Validität und Effizienz bei schriftlichen Prüfungen" ein alternatives schriftliches Prüfungsformat vor, das seit vielen Jahren an der Hochschule München erfolgreich im Einsatz ist.

Frau Prof. Dr.-Ing. Jutta Abulawi von der HAW Hamburg befasste sich in einem weiteren Kurzvortrag mit dem Titel "Prüfungen im Spannungsfeld von Kompetenz­orientierung, klassischen Gütekriterien und Prüfungsökonomie" mit einem Lösungsvorschlag für dieses Spannungsfeld.

Im Anschluss an die Vorträge bot ein World Café Zeit und Raum für einen anregenden Austausch mit Kolleginnen und Kollegen aus Hochschulen der Region sowie Studierenden.

Abstracts, Poster und Vorträge

Abstracts, Poster und Vorträge zu den Beiträgen des Erfahrungsaustauschs über "Kompetenzorientierte Prüfungen in den Ingenieur­wissenschaften" am 23. Juni 2017 in der Technischen Universität München.

Impuls: Methodisches Vorgehen zur effizienten Prüfungserstellung

Fabian Distel / Dr.-Ing. Frank Diermeyer
Technische Universität München

"Methodisches Vorgehen zur effizienten Prüfungserstellung"

Vortragsfolien

Das halbjährliche Gestalten neuer Prüfungen zum stets selben Thema stellt selbst für erfahrene Dozentinnen und Dozenten eine Herausforderung dar. Insbesondere junge wissenschaftliche Mitarbeiter_innen benötigen hierfür viel Zeit, wobei die Qualität der Prüfungen meist nicht systematisch sichergestellt wird.

Der Impulsvortrag stellt den Ansatz der TUM zur effizienten Prüfungserstellung vor: In einer semesterbegleitenden Workshop-Reihe mit ProLehre wurden am Lehrstuhl für Fahrzeugtechnik (FTM) und Institut für Werkzeugmaschinen und Betriebswissenschaften (iwb) zunächst die erforderlichen Grundlagen zur Prüfungserstellung erarbeitet. Anschließend wurden in den Workshops Methoden zur Planung und Erstellung von Prüfungen auf die Bedürfnisse der Lehrstühle adaptiert und in zwei Pilot-Vorlesungen erfolgreich umgesetzt.

Auf dieser Grundlage entwickelten FTM und iwb mit Unterstützung von ProLehre sowohl ein eintägiges Schulungskonzept als auch einen Methodenbaukasten für neuen Mitarbeiter_innen, die bereits mehrfach mit äußerst positivem Feedback durchgeführt und angewendet wurden.

 

 

 

Impuls: Prüfungen als Herausforderung und wichtiges Lehr- und Lernelement

Prof. Dr. Stefan Vörtler
Hochschule Ostwestfalen-Lippe

"Prüfungen als Herausforderung und wichtiges Lehr- und Lernelement: Über Klausuren, K-Wochen, Projekte, Bulimie-Lernen und die Macht des Wissens"

Vortragsfolien

Prüfungen haben unterschiedliche Funktionen und Formate und setzen damit in der Folge unterschiedliche Ziele für die Studierenden im Studienverlauf. Sind klassische Klausuren daher „old-fashioned“ oder auf welche Weise können sie kompetenzorientiert gestaltet werden? Welche weiteren kompetenzorientierte Prüfungsformate eignen sich für die Ingenieur­wissenschaften? Der Vortrag liefert den Versuch einer kritischen Einordnung und Orientierung über Good-Practice-Beispiele.

 

 

Mathefragen häppchenweise - mehr Validität und Effizienz bei schriftlichen Prüfungen

Prof. Dr. Manfred Gerstner
Hochschule München

"Mathefragen häppchenweise - mehr Validität und Effizienz bei schriftlichen Prüfungen"

Poster

Traditionellerweise laufen schriftliche Prüfungen in Mathematik folgendermaßen ab: Ein Angabenblatt enthält einige Aufgaben aus unterschiedlichen Themenbereichen. Vom Prüfling werden auf zusätzlichen leeren Blättern die Aufgaben "heruntergerechnet". Anschließend korrigiert der Prüfer diese abgegebenen Blätter, indem er sich mühsam durch den Wust aus handschriftlichen Umformungen quält und dabei versucht,  einzelne Punkte auf "sinnvolle" Art zu vergeben. Daraus ermittelt sich dann die Note.

Im Beitrag wird ein alternatives schriftliches Prüfungsformat vorgestellt. Es ist seit vielen Jahren erfolgreich im Einsatz. Es behebt nicht nur etliche Schwächen der "klassischen" Prüfung hinsichtlich der Effizienz, sondern lässt auch präzisere Aussagen darüber zu, wie reliabel und valide welche Kompetenzen adressiert und tatsächlich evaluiert werden.

Prüfungen im Spannungsfeld von Kompetenz­orientierung, klassischen Gütekriterien und Prüfungsökonomie

Prof. Dr.-Ing. Jutta Abulawi
HAW Hamburg

"Prüfungen im Spannungsfeld von Kompetenz­orientierung, klassischen Gütekriterien und Prüfungsökonomie"

Vortragsfolien

Mit Prüfungen soll gemessen werden, in welchem Umfang Studierende die Lernziele eines Moduls bzw. einer Lehrveranstaltung erreicht haben. Gleichzeitig ist jede Prüfung auch ein Indikator für die Qualität der Lehrveranstaltung und für die Fähigkeit des Prüfers, geeignete Prüfungsaufgaben und angemessene Bewertungsmaßstäbe zu entwickeln. Die Kompetenz­orientierung fordert zusätzlich zu den klassischen Gütekriterien (Objektivität, Reliabilität und Validität sowie Transparenz der Anforderungen) die konstruktive Ausrichtung von Prüfung und Lehrveranstaltung an den Lernzielen. Viele Prüfer halten die Erfüllung aller dieser Ansprüche für unvereinbar mit den ihnen zur Verfügung stehenden zeitlichen und sonstigen Ressourcen. Sie scheuen sich davor, die von ihnen praktizierten Prüfungen und Bewertungsmethoden zu überdenken und begründen dies mit der von ihnen aus pragmatischen Gründen angestrebten Prüfungsökonomie. Wie lässt sich dieses Spannungsfeld auflösen?

 

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