Die Einheit von Lehren, Lernen und Prüfen: Herausforderungen in der Praxis

10. und 11. Dezember 2018, HAW Hamburg, Berliner Tor 21

Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) unterstützt mit dem Projekt nexus – „Übergänge gestalten, Studienerfolg verbessern“ die deutschen Hochschulen bei der weiteren Umsetzung der Europäischen Studienreform und wird dafür vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Ein zentrales Ziel der Bologna-Reform ist die Kompetenz­orientierung. Neben der Vergleichbarkeit von Lernergebnissen auf der Ebene der Qualifikationsrahmen ist damit vor allem eine studierendenzentrierte Hochschullehre gemeint. Um eine erfolgreiche und systematische Umsetzung der Kompetenz­orientierung zu erreichen, sollten bereits bei der Studiengangsgestaltung Qualifikationsziele formuliert werden. Zudem sollte jede einzelne Lehrveranstaltung im Curriculum auf die spezifischen Kompetenzziele hin ausgerichtet sein sowie konsequent studierendenzentrierte, aktivierende Lehr-/Lernmethoden und passende Formate des Prüfens angewandt werden. Bei einer systematischen Umsetzung, wie es beispielsweise das didaktische Konzept des „Constructive Alignment“ vorsieht, ergeben sich allerdings eine Reihe von Herausforderungen für die Praxis, die auf der Tagung unter folgenden Leitfragen diskutiert wurden:

  1. Wie kann die postulierte Einheit von Lehren, Lernen und Prüfen an den Hochschulen adäquat umgesetzt und „gelebt“ werden?
  2. Welche Rahmenbedingungen sollten hierfür erfüllt sein?
  3. Wie findet die geforderte Einheit von Lehren, Lernen und Prüfen Berücksichtigung bei der Studiengangsgestaltung und der Curriculumsentwicklung?

Viele deutsche Hochschulen tragen der zentralen Bedeutung der Kompetenz­orientierung und der hochschuldidaktischen Einheit von Lehre, Lernen und Prüfen bereits Rechnung, indem Sie ihre Formate und Verfahren entsprechend angepasst haben. Beim Austausch von Ideen und Anregungen zu diesem Thema setzte die gemeinsame Tagung des Projekts nexus der HRK mit der HAW Hamburg an: In Form eines Impulsvortrages wurde das Konzept des „Constructive Alignment“ als (effiziente) Grundlage der Veranstaltungsplanung vorgestellt. Im Rahmen von Workshops konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer anschließend u.a. üben, Lernergebnisse zu formulieren, dazu passende kompetenzorientierte Prüfungsformate zu gestalten, sowie aus der Vielfalt der Lehr-/Lernmethoden, die am besten geeignete auszuwählen. Auf diese Weise sollten sowohl fachspezifische als auch strukturelle Herausforderungen bei der praktischen Umsetzung der kompetenzorientierten Gestaltung von Lehren, Lernen und Prüfen in den Mittelpunkt der Diskussionen gerückt werden. Die fast 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten sich darüber hinaus, neben den Workshops auch interdisziplinär in Diskussionsforen, über gute Praxis an ihren Hochschulen austauschen und sich untereinander vernetzen.

Die Veranstaltung richtete sich an Hochschulleitungen, Lehrende und Studierende sowie an Studiengangsplanerinnen und -planer, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Qualitätsmanagement, in der Hochschuldidaktik und in Studium und Lehre.

Ars legendi-Preis für exzellente Hochschullehre

Im Rahmen der Tagung fand am Abend des 10. Dezember 2018 der Festakt zur Verleihung des Ars legendi-Preises für exzellente Hochschullehre zum Thema „Innovatives Prüfen“ statt, der von der Hochschulrektorenkonferenz gemeinsam mit dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft verliehen wird. Die diesjährige Preisträgerin ist Professorin Evelyn Korn von der Philipps-Universität Marburg.