20 Jahre Lissabon-Konvention

20 Jahre Lissabon-Konvention: Quo vadis Anerkennung?

11. April 2017, Mainz

Das „Übereinkommen über die Anerkennung von Qualifikationen im Hochschulbereich in der europäischen Region“, die sogenannte Lissabon-Konvention, wurde auf Initiative von UNESCO und Europarat erarbeitet, am 11. April 1997 verabschiedet und bis heute von 53 Staaten ratifiziert. Deutschland hat die Lissabon-Konvention zehn Jahre nach der Verabschiedung am 16. Mai 2007 ratifiziert und in Bundesrecht überführt. Die Konvention regelt die Anerkennung von Hochschulzugangsberechtigungen, Studienzeiten und Studienabschlüssen in den Mitgliedsstaaten. Die entscheidende Neuerung gegenüber älteren Verträgen ist das Konzept des wesentlichen Unterschieds, welches besagt, dass alle im Ausland erworbenen Studienzeiten und Abschlüsse anerkannt werden, sofern nicht ein wesentlicher Unterschied zu den zu erwerbenden Kompetenzen vorliegt. Mit der Annahme von wesentlichen Unterschieden zwischen Studienprogrammen wird Anerkennung zum Regelfall. Den zweiten Paradigmenwechsel vollzieht die Konvention mit der Umkehr der Beweislast, die nunmehr bei der anerkennenden Institution liegt.

Die Lissabon-Konvention setzt damit neue Standards und wurde ein wichtiger Meilenstein zur Förderung der Mobilität von Studierenden. Sie fördert Transparenz, den Austausch zwischen unterschiedlichen Hochschulsystemen, -typen und -kulturen, das Lebenslange Lernen und ermöglicht individuelle Bildungsbiographien der Hochschulabsolventinnen und -absolventen. Zugleich stellt sie die Hochschulen vor eine Reihe von Herausforderungen, da die Prüfung auf wesentliche Unterschiede der Kompetenzen kombiniert mit der Beweislastumkehr deutlich komplexer ist als die herkömmliche Prüfung der Gleichwertigkeit anhand verschiedener Faktoren wie Semesterwochenstunden oder Prüfungsformen. Zugleich müssen Hochschulen den Anforderungen der Transparenz und Kohärenz von Verfahren und Entscheidungen genügen, sehen sich aber begrenzten Kapazitäten und eingeschränkter Akzeptanz der Konvention in den Hochschulen gegenüber.

Die Ausweitung des Geltungsbereiches der Konvention durch die KMK auf alle hochschulischen Leistungen, die im Inland oder weltweiten Ausland erbracht wurden, trägt dem Gebot der Gleichbehandlung Rechnung und rückt das Thema Anerkennung aus dem Bereich internationaler Mobilität stärker in den Fokus allgemeiner Studierendenangelegenheiten.

Die vorgenannten Aspekte führen dazu, dass sich die Hochschulen verstärkt und auf strategischer Ebene mit dem Thema auseinandersetzen müssen.

Nach nunmehr zwanzig Jahren seit der Verabschiedung und zehn Jahren seit der Ratifikation in Deutschland ist es Zeit für eine kritische Würdigung des Umsetzungsstands an den Hochschulen. Nicht zuletzt soll sich die Veranstaltung mit der Frage auseinandersetzen, welche Strategien Hochschulen entwickeln könnten und sollten, um Anerkennung weiter zu verbessern, effiziente Verfahren umzusetzen und eine positive Anerkennungskultur zu etablieren.

Die Veranstaltung richtet sich an Hochschulleitungen, Dekaninnen und Dekane, Studien- oder Prodekaninnen und -dekane, Kanzlerinnen und Kanzler sowie Personen in Hochschulen und anderen Institutionen, die sich mit Anerkennungsverfahren in Hochschulen systematisch auseinandersetzen.

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