Forum 6: Anrechnung in den Wirtschafts­wissenschaften

Impulsvortrag
Prof. Dr. Andreas Wilms, Technische Hochschule Brandenburg
Eva Friedrich, Technische Hochschule Brandenburg

Anrechnungsverfahren – pauschal und individuell – sind an den Hochschulen nahezu flächendeckend verbreitet. Nichtsdestotrotz ist im Forum die Frage nach der Etablierung einer Anrechnungskultur diskutiert worden. Denn, das alleinige Vorhandensein von Verfahren, Leitfäden und Formularen führt nicht dazu, dass Anrechnung von außerhochschulisch erworbenen Kompetenzen an Hochschulen auch „gelebt“ wird und breite Unterstützung findet.

Relevant ist, dass ein Vertrauen in außerhochschulische Bildung aufgebaut wird. Insbesondere die Kommunikation konkreter, erfolgreicher Studienverläufe spielt hierbei eine entscheidende Rolle. An dieser Stelle ist das QM der Hochschule gefragt: Es kann z. B. eine Erhebung der Studienverläufe von Studierenden, denen Leistungen angerechnet wurden, durchgeführt werden.

Anrechnung findet grundsätzlich antragsbasiert statt. Dabei hat sich etabliert, die Kompetenzen in Portfolios systematisch darzustellen und auf ihre Gleichwertigkeit zu überprüfen, ggf. können weitere Nachweise in Form von Gesprächen und schriftlichen Prüfungen verlangt werden. Für die niveaubezogene Äquivalenzprüfung können Lernzieltaxonomien sowie Qualifikationsrahmen herangezogen werden. Dabei ist deren jeweiliger Anwendungsbezug zu beachten.

Schließlich ist im Forum diskutiert worden, ob eine Anrechnung auch in Masterstudiengängen möglich ist. Die Teilnehmer waren sich einig, dass die grundsätzliche Möglichkeit besteht, aber aufgrund der Forschungsorientierung der Masterstudiengänge eine Anrechnung außerhochschulischer Kompetenzen eher unwahrscheinlich sei.