Forum 7: Anerkennung und Anrechnung in den Ingenieur­wissenschaften

Impulsvortrag: Prof. Dr. Klaus Peter Kratzer, Hochschule Ulm

Das Forum thematisierte fachspezifische Besonderheiten und Herausforderungen der Anerkennung und Anrechnung in den Ingenieur­wissenschaften. Zunächst wurde über das Selbstbild der Ingenieure und ihr Berufsbild diskutiert. Heutzutage verschwimmen die Konturen des Ingenieurs mit anderen Disziplinen, sodass Freiräume für individuelle Schwerpunktsetzungen in den Studiengängen geschaffen werden sollten. Anerkennung sollte in die Studien- und Prüfungsordnungen eingebaut werden.

Darüber hinaus werden Module im ingenieurwissenschaftlichen Studium vergleichsweise tief beschrieben, das heißt vertiefende Module bauen auf einer Vielzahl von Grundlagenmodulen – zum Teil über mehrere Semester – auf. Diese Modultiefe hindert Studierende zum einen an der Mobilität und erschwert zum anderen dann die Anerkennung nach dem Prinzip des „wesentlichen Unterschieds“. Ebenso wurde in diesem Zusammenhang über Teilprüfungen kritisch diskutiert.

Auch wenn insgesamt bereits an den Hochschulen nahezu flächendeckend Anrechnungs- und Anerkennungsverfahren etabliert sind, scheinen die Verfahrenskulturen durchaus unterschiedlich unterstützt zu werden. Vor allem Modulbeschreibungen sollten einen generischen Charakter aufweisen, sodass vor allem Anerkennung aber auch Anrechnung möglich sind. Eine Etablierung der Anerkennung und Anrechnung als Kernprozesse der Hochschule mit definierten Ansprechpartnern, Formularen etc. ist wünschenswert und sollte weiter vorangetrieben werden.