Individuelle Studienbiografien ermöglichen - Qualitätsansprüche erfüllen Qualitätsentwicklung als Herausforderung für Durchlässigkeit, Diversität und Anerkennungspraxis

6. November 2013, Köln

Die Bereiche Anerkennung, Durchlässigkeit und Diversität sind von hoher Bedeutung, um individuelle Studienbiografien zu ermöglichen und die Umsetzung der europäischen Studienreform an den Hochschulen weiterzuentwickeln. Dabei stehen die Hochschulen stets vor der Herausforderung, ihre Maßnahmen zur Umsetzung dieses Ziels in Einklang mit ihrem eigenen Qualitätsanspruch zu bringen. Insofern spielen hochschulinterne Qualitätssicherungs- und Qualitätsentwicklungsmaßnahmen eine zentrale Rolle in der Förderung von Diversität, Durchlässigkeit und Mobilität zur Gestaltung der Bildungsteilhabe.
Zielsetzung der Tagung war es, zu einer Bestandsaufnahme des bisher Erreichten zu gelangen. Dabei wurde ausgewählten Projekten die Möglichkeit gegeben, eine kurze Bilanz zu ziehen. Was wurde/wird bereits gemacht und welche Erfolgsfaktoren können identifiziert werden? Wie lauten die „lessons learned“? Was hat sich bewährt? Diese und andere Fragen sollten hochschultyp- und fachbereichsübergreifend beantwortet werden.
Eine Diskussionsrunde zu Beginn stellte alle vier Themen in einen gemeinsamen Kontext: Individuelle Bildungsbiografien ermöglichen – Qualitätsansprüche erfüllen. Am Nachmittag wurden vier parallele Workshops abgehalten, jeweils einer für jeden Themenkomplex (Qualitätsentwicklung, Anerkennung, Durchlässigkeit und Diversität), in denen Hochschulen Praxisbeispiele vor- und zur Diskussion stellten.
Die Tagung richtete sich besonders an Qualitätssicherungs-, Anerkennungs-, Durchlässigkeits- und Diversitätsbeauftragte.

Workshop 1: Erfahrungen mit Instrumenten zur Erleichterung qualitäts-gesicherter Anerkennung

Die Anerkennung im Ausland erbrachter Studien- und Prüfungsleistungen steht im Spannungsfeld zwischen der Förderung von Auslandsmobilität auf der einen und der Wahrung des Qualifizierungsanspruchs des Studienprogramms an der Heimathochschule auf der anderen Seite. Qualität unter diesen beiden Prämissen zu konkretisieren stellt eine zentrale Aufgabe des Qualitätsmanagements an Hochschulen dar. Dabei haben sich verschiedene Instrumente als hilfreich erwiesen, über die in diesem Workshop diskutiert werden soll.

Workshop 2: Qualitätssicherung in der Anrechnungspraxis

Die zunehmende Wissenschaftsbasierung unserer Gesellschaft rückt nicht-traditionelle Studierendengruppen als bislang unentdeckte Zielgruppe mit ihren Potentialen stärker in den Fokus der Hochschulen. Die Anrechnung von beruflich erworbenen Kenntnissen und Fähigkeiten, und damit auch ihre Wertschätzung, stellen ein wichtiges Element dar, um neue, auch hochschulferne Zielgruppen für ein Studium zu gewinnen. Welche Erfahrungen Hochschulen mit qualitätsge-sicherten Anrechnungsverfahren machen, was sie daraus lernen und wie sich die Qualitätssicherung konkret ausgestaltet und gewährleisten wird, soll in diesem Workshop behandelt werden.

Workshop 3: Diversitätsgerechte Lehr- und Lernkonzepte von hohem Wert

Individuelle Studienbiografien basieren auf unterschiedlichen Erfahrungs- und Bildungshintergründen, die die Studierenden bei ihrem Eintritt in die Hochschule mitbringen. Lehrende sind herausgefordert, sich auf die Vielfalt ihrer Studierenden einzulassen und dieser mit entsprechenden Lehrangeboten Rechnung zu tragen. Diesbezüglich konnten inzwischen zahlreiche Erfahrungen gesammelt werden, was sich in der Praxis als geeignet erwiesen hat. Dennoch bleiben Fragen der Qualitätssicherung und -entwicklung bestehen. Workshop 3 widmet sich insofern den Chancen und Herausforderungen diversitätsgerechter Lehr- und Lernkonzepte.

Workshop 4: Die ESG an Hochschulen: Konzepte und Verfahren zur Qualitätssicherung

Gemäß dem ersten Teil der „Standards and Guidelines for Quality Assurance in the European Higher Education Area“ (ESG), sollen Hochschulen in Europa über ein Konzept und Verfahren zur Sicherung der Qualität der Studienprogramme und -abschlüsse verfügen. Dies ist von besonderer Bedeutung für die Entwicklung einer Qualitätskultur, welche kontinuierliche Qualitätsentwicklung zu einem festen Bestandteil der einzelnen Hochschulen werden lässt. Die Entwicklung einer Qualitätskultur ist insofern ein entscheidender Faktor, um Hochschulen im internationalen Wettbewerb ein solides Fundament zu geben. In Workshop 4 werden die Erfahrungen mit der Etablierung von Qualitätssicherungs- und Quali-tätsentwicklungskonzepten im Lebens- und Arbeitsraum Hochschule diskutiert.

Impressionen von der Tagung

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