Anerkennung von im Ausland erworbenen Studien- und Prüfungsleistungen

29. November 2012 - Bonn

Das Basisdokument für die Anerkennung von im Ausland erworbenen Studien- und Prüfungsleistungen stellt das "Übereinkommen über die Anerkennung von Qualifikationen im Hochschulbereich in der europäischen Region“ dar, die sogenannte Lissabon-Konvention. Sie wurde 1997 unter der Schirmherrschaft von Europarat und UNESCO ausgearbeitet und in Deutschland ein Jahrzehnt später, im Jahr 2007, ratifiziert. Für die Anerkennungspraxis bildet die Ratifizierung eine markante Zäsur und stellt die Hochschulen vor große Herausforderungen.

Vor allem die praktische Umsetzung der in der Konvention postulierten Grundsätze wirft Schwierigkeiten auf: Wie lässt sich die „Beweislastumkehr“ erfolgreich verwirklichen? Wie ist der „wesentliche Unterschied“ auszulegen? Wie können transparente, zügige Verfahren und eine entsprechende Qualitätssicherung etabliert werden? Ein wichtiger Aspekt ist schließlich auch die Erhöhung des Kenntnisstands und der Akzeptanz für die Grundsätze des Übereinkommens. Da die Konvention rechtlich verbindlich ist, ist eine eingehende Auseinandersetzung mit diesen Fragen unabdingbar.

Ziel der Veranstaltung war es, Hochschulen bei der Suche nach Lösungen für die Umsetzung der Lissabon-Konvention zu unterstützen. Hierzu waren Vertreterinnen und Vertreter verschiedener hochschulischer Handlungsebenen (Leitungs- und Arbeitsebene), die sich mit Anerkennungsfragen befasse, zusammegekommen.

Der erste Teil der Veranstaltung diente der Vorstellung des neuen nexus-Leitfadens zu Anerkennungsverfahren. Im Anschluss an eine Impuls-Präsentation diskutierten Expertinnen und Experten in einer Podiumsdiskussionüber eine möglichst effektive Implementierung der vorgeschlagenen Maßnahmen in den Hochschulen.
Im zweiten Teil der Veranstaltung wurden in vier Runden Tischen die zentralen Problemfelder im Bereich der Anerkennung in den Blick genommen:

•    Erhöhung des Kenntnisstands über die Lissabon-Konvention und der Akzeptanz für
     ihre Grundsätze,
•    Organisation des Anerkennungsprozesses,
•    Konzept des „wesentlichen Unterschieds“ und Beweislastumkehr,
•    Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung in der Anerkennungspraxis.

Die Runden Tische boten eine Plattform mit der Möglichkeit zur Vernetzung, um die zentralen Herausforderungen intensiv zu diskutieren und bereits bestehende Lösungsansätze und Konzepte auszutauschen.

Eine Dokumentation zur Tagung finden Sie in der rechten Spalte dieser Seite zum Download.