Gelingensbedingungen des Studiengang-Monitoring als Instrument der curricularen Qualitätssicherung

17. Mai 2018, Experimentelle Fabrik Magdeburg

Als Folge der Vielfalt an Reformprozessen im Hochschulwesen ist der Bedarf an harten Daten aus den Hochschulen stark gestiegen. So verlangen Politik und Gesellschaft verlässliche, forschungsbasierte Informationen über die unterschiedlichen Entwicklungen im stark differenzierten Bildungs- und Hochschulwesen. Steuerungsrelevante Daten sind eine wichtige Voraussetzung für Hochschulpolitik, -verwaltung und -planung. Daher ist z. B. die Erhebung von Individualdaten der Studierenden für das Qualitätsmanagement der Hochschulen mindestens ebenso wichtig wie für die empirische Hochschul- und Wissenschaftsforschung.

Hochschulen, Fakultäten und Fachbereiche haben mittlerweile begonnen, auch ihre Studiengänge im Hinblick auf den Studienerfolg der Studierenden mit Hilfe von Monitoring-Verfahren und Begleitstudien transparenter darzustellen und systematischer zu analysieren. Ein hilfreiches Instrument dafür ist die flächendeckende Einführung einer Verlaufsstatistik für Studierende, damit verlässliche empirische Daten zum Bildungsverlauf, insbesondere zum Studienabbruch, Studienfach- und Studienortswechsel, aber auch zum Übergang von Bachelor- zum Masterstudium erhoben werden können. Der Einsatz von Campusmanagementsystemen erleichtert zudem den Zugang zu Prüfungsdaten und zu mit ihnen zusammenhängenden Informationen wesentlich. Hochschulen können damit zeitnah für den Studienerfolg relevante Daten zum Prüfungsgeschehen auswerten, um eventuell bestehenden curricularen Verbesserungsbedarf zu ermitteln, den Aufbau von Frühwarnsystemen zu fördern und gezielter Unterstützungsangebote für Studierende zu entwickeln. Viele Hochschulen führen daneben auch eigenständige Befragungen von Studierenden und Lehrenden durch, die ebenso dem Ziel einer Optimierung ihrer Studiengänge dienen, oder sie nutzen dazu entsprechende Daten bundesweiter oder regionaler Untersuchungen.

Studienverlaufsbetrachtungen standen als ein zentrales Instrument des Studiengang-Monitorings auch im Fokus der Aufmerksamkeit einer Tagungsreihe des Projekts „nexus – Übergänge gestalten, Studienerfolg verbessern“ der Hochschulrektorenkonferenz. Unter dem Leitgedanken „Monitoring: Ein Beitrag zur Erhöhung des Studienerfolgs. Bestandsaufnahme, Bedingungen und Erfahrungen“ wurde eine dreiteilige Veranstaltungsreihe zwischen 2015 und 2017 an der Freien Universität Berlin und an der Universität Bonn durchgeführt, die zum Ziel hatte, Hochschulen in einen intensiven Austausch über Möglichkeiten und Grenzen der verschiedenen Instrumente im Studien-gang-Monitoring zu bringen. Die Tagungsdokumentationen geben Aufschluss über die Erfahrungen verschiedener Praxisbeispiele aus Hochschulen mit der Umsetzung studienverlaufsbezogener Analyseverfahren.

Ziel dieser vom BMBF geförderten vierten Veranstaltung war es, die Erfahrungen aus der kritisch geführten Debatte um das Studiengang-Monitoring mit den zentralen Nutzergruppen empirischer Daten in den Studiengängen, Fachbereichen und Fakultäten in einem Workshop zu bilanzieren und zukünftige Herausforderungen zu identifizieren. Vor dem Hintergrund guter Praxisansätze aus den Hochschulen galt es zu klären, welche empirischen Daten wie in den Hochschulen wirklich sinnvoll im Qualitätsmanagement generiert und wie sie von den Lehrenden für die curriculare Weiterentwicklung ebenso wie für ihre Lehre genutzt werden könnten, um den vielfältigen Erwartungen und Bedarfen besser Rechnung tragen zu können.

Ergebnisse aus der Gruppenarbeit

Um für kommende Monitoringtagungen thematische Schwerpunkte identifizieren zu können, wurden die Ergebnisse aus der Gruppenarbeitsphase geclustert und zusammengefasst.
Cluster Monitoring