Von der lehrenden zur lernenden Hochschule: nexus-Tagung zur praktischen Umsetzung der Kompetenzorientierung

28. Februar 2019

Sylvia Heuchemer, Vizepräsidentin der TH Köln, eröffnet die nexus-Tagung.

Die Umsetzung der Kompetenz­­orientierung und damit die Einleitung des „kulturellen Wandels von der lehrenden zur lernenden Hochschule“, wie es Prof. Dr. Sylvia Heuchemer, Vizepräsidentin der gastgebenden Technischen Hochschule (TH) Köln, bei der Eröffnung der nexus-Tagung „Zur praktischen Umsetzung der Kompetenz­­orientierung in Hochschulen" zum Ausdruck brachte, ist in vollem Gange. Etwa 30 Hochschulen präsentierten am 26. Februar bei der mit fast 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern ausgebuchten Konferenz in Vorträgen, Workshops und Postern vielversprechende Praxisbeispiele, Konzepte und Forschungsergebnisse.

In parallel stattfinden Sessions zu den Themenbereichen „Studiengangs- und Curriculumsentwicklung“, „Lehre und Lernen“, „Kompetenzmessung und -monitoring“, „Prüfungen“ und „Qualitätsmanagement“ wurde die Vielfalt gelingender Ansätze auf allen Hochschulebenen für die praktische Gestaltung von Kompetenzorientierung eindrucksvoll deutlich.

Vier Aspekte standen im Fokus der Diskussionen:

  • Individuelle Kompetenzentwicklung: Wo stehen Studierende zu Beginn eines Studiums und wo sollen sie sich am Ende befinden? Wie lässt sich diese Wunschvorstellung in Studiengängen, Modulen, Lehrveranstaltungen; in Lehre und Prüfungen (Stichwort „Constructive Alignment“) in die Praxis umsetzen?
  • Erwerb überfachlicher Kompetenzen bzw. Vorbereitung auf den Arbeitsmarkt: Es wurde deutlich, dass bei der Ausrichtung von Lehre und Studium an Kompetenzen die Frage im Mittelpunkt stehen sollte, wie Hochschulen Absolventinnen und Absolventen am besten auf eine sich wandelnde Gesellschaft und Arbeitswelt vorbereiten können. Dafür seien aktivierende und flexible sowie begleitende Lehr- und Prüfungsformate, die auch überfachliche Kompetenzen wie Team- und Kommunikationsfähigkeiten sowie Problemlösungskompetenz adressieren, notwendig.
  • Herausforderungen: Als Umsetzungshindernisse benannte u.a. der Präsident der TH Köln, Prof. Dr. Stefan Herzig, neben fehlenden Ressourcen auch starre externe Rahmenvorgaben, die den benötigten zeitlichen Mehraufwand für eine echte lernerzentrierte Begleitung der Studierenden nicht berücksichtigten.
  • Kommunikation: Die Notwendigkeit, alle Akteure in die Studiengangsgestaltung und die Lehre einzubinden, um erfolgreich agieren zu können, wurde durchweg als der zentrale Gelingensfaktor hervorgehoben: Bedenken und Kritik müssten ernst genommen werden sowie in fortgesetzten und respektvollen Feedback-Gesprächen auf sie reagiert werden. Besonders wichtig dabei sei eine kontinuierliche Ansprache der Lehrenden „auf Augenhöhe".

Die Abschlussvorträge vertieften die Themenbereiche des „Lehrens und Lernens“ aus hochschulstrategischer Perspektive und der „Kompetenzmessung“ aus internationaler Forschungssicht. 

Die ausführliche Tagungsdokumentationen finden Sie hier