Symposium: Transfer in der Lehre

25. März 2019

„Transferkompetenzen“ sollten Bestandteil aller Module werden, so ein Fazit der Veranstaltung. Bild: Pixabay

Die Frage nach der gesellschaftlichen Verantwortung von Hochschulen hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen: Inzwischen hat sich daraus der Oberbegriff „dritte Mission“ neben Lehre und Forschung zum Kern einer Debatte um das Selbstverständnis und die Weiterentwicklung von Hochschulen in Deutschland gemacht (Wissenschaftsrat 2016). Im Wesentlichen geht es dabei um zusätzliche Aufgabenbereiche in der Weiterbildung, im Wissens- bzw. Erkenntnis- und Technologietransfer sowie im gesellschaftlichen Engagement. Insbesondere letztere gehört als „vierte Dimension akademischer Bildung“ neben der Vermittlung von (Fach-)Wissenschaft, Persönlichkeitsbildung und Arbeitsmarktvorbereitung „zum Kernbestand der Idee eines Studiums“ (HRK 2017)

Bei einem Symposium der Universitäten Konstanz, Köln und Bremen Mitte März wurden  sowohl die Vielfalt der Möglichkeiten als auch die Schwierigkeiten und Grenzen der Zusammenarbeit mit externen Partnern in der Lehre insbesondere in den relevanten, aber bislang kaum systematisch bearbeiteten Geistes- und Sozial­wissenschaften erörtert.

Bislang, so ein Fazit, gäbe es kaum gezielte Maßnahmen, Lehraktivitäten an den Universitäten strategisch zusammenzuführen, zu pointieren und der Forschung gegenüber gleichrangig zu behandeln. Die Tagung bot mit Hilfe eines Posterwalks und Workshops zur künftigen Gestaltung der „Transfer-Lehre“ einerseits Orientierung beim Umgang mit Transferprojekten und ermutigte andererseits zu kritischer Reflexion und zum kollegialen Austausch.

Die Teilnehmenden waren sich am Ende einig: Transferprojekte im Sinne einer klaren Output- bzw. Kompetenzorientierung seien „konstitutionell“ für die Zukunft der Lehre (Prof. Thomas Hoffmeister). Allerdings blieb unscharf, welche Veranstaltungen und Aktivitäten genau den weiten Transferbegriff umfassen. Die curriculare Verankerung von Lehrprojekten solle nicht über eigene sog. „Transfermodule“ geschehen, weil ansonsten eine „Insellage“ (Prof. Tanja Brühl) entstünde, die zur Studienzeitverlängerung führen werde. Vielmehr sollten Lehr-Module generell „Transferkompetenzen“ anbieten, um so leichter curriculare Freiräume für kreative Prozesse der Studierenden zu schaffen. Aber man müsste bei der Schaffung solcher curricularen Fenster immer auch die fachkulturell unterschiedlichen „Sprachen und Habitate“ der Disziplinen an den Hochschulen berücksichtigen, weil sie Chancen und Risiken sehr unterschiedlich verteilen.

www.uni-konstanz.de/transfersymposium/ueber-die-veranstaltung

Bericht: Dr. Peter A. Zervakis, Projekt nexus