Symposium: Die nächsten Schritte... von interprofessioneller Bildungsarbeit zu kooperativer Praxis

11. Oktober 2019

Internationales Symposium
Die nächsten Schritte…
Von interprofessioneller Bildungsarbeit zu kooperativer Praxis.
08.-09. Oktober 2019 / Robert Bosch Stiftung Berlin

Berufsübergreifend Lehren, Lernen und Arbeiten in den Gesundheitsprofessionen

Die etwa 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der von Prof. Dr. Michael Ewers vom Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft der Charité – Universitätsmedizin Berlin und von Prof. Elise Paradis von der Faculty of Pharmacy der University of Toronto organisierten Konferenz waren sich von Beginn an einig, dass die Gesundheits- und Sozialberufe durch interprofessionelles Lernen und Lehren früher als bisher auf eine kooperative Praxis vorbereitet werden müssen. Dabei sind einige Regionen – beispielsweise Kanada oder Skandinavien – bei der Entwicklung interprofessioneller Lehr- und Lernangebote und der Umsetzung einer kooperativen Praxis in den unterschiedlichen Versorgungskontexten schon weiter vorangekommen als andere. Ziel der Veranstaltung war es daher, die inzwischen angestoßenen Initiativen zum Thema Interprofessionalität zu reflektieren, den internationalen Diskurs zwischen Wissenschaft, Bildungsarbeit und Versorgungspraxis zu vertiefen, weitere Teilnehmende aus den DACH-Ländern einzubinden und die aktuell anstehenden Herausforderungen in der interprofessionellen Bildungsarbeit und der kooperativen Praxisentwicklung zu erörtern.

Auch in den deutschsprachigen DACH-Ländern ist das anspruchsvolle Reformprojekt Interprofessionalität inzwischen auf die politische Agenda weiter nach oben gerückt. Durch die besondere Berücksichtigung des Themas im Masterplan Medizin 2020 werden weitere Impulse – insbesondere für Deutschland – erwartet. Es gibt Entwicklungsprojekte und wissenschaftliche Forschungsansätze und auch erste einschlägige internationale Veröffentlichungen wie die Herausgeberschaft eines deutschsprachigen Sammelbands, zu dem viele der Vortragenden beigetragen haben.

Im Verlauf des Symposiums zeigte sich aber, dass die deutschsprachigen Länder noch erhebliche Anstrengungen in der Bildungsarbeit, der Grundlagenforschung und in der Evidenzbasierung sowie in der Praxisentwicklung unternehmen müssen, um Anschluss an die globale interprofessionelle Bewegung finden und eigenständige Beiträge zu den Diskursen leisten zu können. Die Überregulierung in allen Ebenen von der Ausbildung bis zum Krankenhausalltag stellt hier eine schier unüberwindliche Herausforderung dar. Darüber hinaus fehlen bisher konkrete Aussagen über die Sinnhaftigkeit und den Nutzen von Interprofessionalität, wenn sie nicht als Ideologie, sondern als Chance für eine bessere Patientenversorgung verstanden werden will. Daher stehe als nächster Schritt die Einigung über einen gemeinsamen Aktionsplan oder zumindest ein Leitbild für einen Kulturwandel in der Versorgungspraxis an, um echte Veränderungen anzustoßen und neue Strukturen v.a. in der Personalentwicklung aufzubauen.

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