nexus-Tagung zu Anerkennung und Mobilität: Im Zweifel für die Studierenden

30. November 2018

HRK-Präsident Prof. Dr. Peter-André Alt begrüßt die knapp 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der nexus-Tagung zu Mobilität und Anerkennung.

„Studentische Mobilität und wissenschaftlicher Austausch sind existentiell, um Brücken zu schlagen in Zeiten, in denen Politik oftmals an Grenzen stößt“, sagte HRK-Präsident Peter-André Alt zur Eröffnung der Tagung, die nexus in Zusammenarbeit mit der Botschaft von Kanada in Deutschland veranstaltete. „Ein Auslandsaufenthalt sollte stets eine Bereicherung sein, keine Blockade“, betonte der HRK-Präsident weiter. Es sei deshalb wichtig, die Anerkennung von im Ausland erworbenen Studienleistungen „großzügig“ zu handhaben.

„In dubio pro studente“
Im Zweifel sollte für die Studierenden entschieden werden, pflichtete ihm Heinz Kasparovsky, Abteilungsleiter für Internationales Hochschulrecht im österreichischen Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung, in seiner Keynote bei. Es gelte, Zeitverlust für die Studierenden zu vermeiden, Geleistetes und Erlerntes einzubeziehen und damit die Motivation für internationale Studienaufenthalte zu erhöhen.

Erfolgsfaktoren identifiziert
In Vorträgen, Workshops und Diskussionen wurden zahlreiche Maßnahmen wie transparente Verfahren, Mobilitätsfenster, angemessen formulierte Lernergebnisse und flexible Studienprogramme als Erfolgsfaktoren identifiziert.  Hervorgehoben wurde darüber hinaus die Bedeutung einer guten Kommunikation zwischen allen Beteiligten in der Hochschule, die mit Anerkennung und Mobilität beschäftigt sind, – gilt es doch, frühzeitig den komplexen Abstimmungsbedarf zu berücksichtigen. Aus diesem Grund spielt auch der stetige Austausch in fach- wie auch hochschulübergreifenden, nationalen wie internationalen Netzwerken eine ebenso wichtige Rolle wie lebendig gestaltete Hochschulpartnerschaften.

„Wir brauchen eine curriculare Offenheit und dürfen nicht zu sehr an engen Richtlinien festhalten“, sagte Professor Andreas Musil, Vizepräsident für Lehre und Studium an der Universität Potsdam und Vorsitzender des Runden Tisches „Anerkennung“ bei nexus. Gleichzeitig müsse klar sein, dass die Studierenden für ihren Studienerfolg selbst verantwortlich seien, nicht die Hochschulen, deren Aufgabe es aber sei, entsprechende Rahmenbedingungen bereitzustellen. 

Verantwortung für internationalen Dialog
Es läge jedoch in der Verantwortung der Hochschulen, Auslandsaufenthalte ihrer Angehörigen systematisch im Sinne eines internationalen Dialogs zu fördern, sagte Dr. Heike Tauerschmidt, Leiterin des International Office an der Hochschule Bremen: „Es ist ein Privileg, durch Programme wie ERASMUS mit europäischen Partnern wissenschaftlich mobil sein zu können.“ Allerdings, so ein Fazit der Abschlussdiskussion, gelte es für Hochschulen verstärkt, auch neue Formen der Mobilität und der interkulturellen Erfahrung bereits „zu Hause“ zu ermöglichen, nicht nur während eines klassischen Auslandssemesters.

Dass ein „Klassiker“ wie die Anerkennung bis heute so viele in den Hochschulen bewege, mache deutlich, wie schwierig es sei, passende Regelungen zu finden und diese im Hochschulalltag so sinnvoll umzusetzen – damit sich längerfristig daraus eine eigene institutionelle Anerkennungskultur herausbilden könne. Dazu wollen auch die kommenden nexus-Tagungen beitragen.