nexus-Tagung: Interprofessionelle Lehre in Medizin und Gesundheits­wissenschaften

21. Februar 2018

Die fachübergreifende Zusammenarbeit der verschiedenen Berufsgruppen im Gesundheitssystem sollte bereits im Studium eingeübt werden. Dazu nötig: eine Gesamtstrategie für die konsequente Entwicklung, Implementierung und Etablierung der interprofessionellen Lehre in das Medizinstudium und die Studiengänge der Gesundheitsfachberufe.

Wer schon mal „Rücken“ hatte, kennt das: Der Hausarzt schreibt die Überweisung zum Orthopäden, dieser schickt den Patienten zum Radiologen. Mit den Bildern vom MRT geht es dann zurück zum Orthopäden, der vielleicht Physiotherapie und Massage verschreibt - und die Apothekerin ist schließlich auch noch beteiligt, wenn sie dem Patienten Hinweise zur Einnahme verschriebener Medikamente gibt.

So sind an der Betreuung von Patienten eine Reihe von Spezialisten aus unterschiedlichen Gesundheitsberufen beteiligt. Damit diese interprofessionelle Zusammenarbeit im Berufsalltag gut funktionieren kann, sollten Studierende der Gesundheitsfachberufe und der Medizin neben den jeweiligen Fachqualifikationen bereits frühzeitig und über das gesamte Studium hinweg auch berufeübergreifende Kompetenzen und Wissen um Schnittstellen und Übergänge von einem Gesundheitsberuf in den anderen erwerben können.

So lautet ein Fazit der mit über 140 Teilnehmerinnen und Teilnehmer gut besuchten Münchner Netzwerk-Tagung des HRK-Projekts nexus „Übergänge gestalten, Studienerfolg verbessern“ zum interprofessionellen Lehren und Lernen in den hochschulisch qualifizierten Gesundheitsfachberufen und der Medizin.

Denn „eine optimale Patientenversorgung erfordert zukünftig interprofessionelle Teams, die ihre Rollen und Verantwortlichkeiten neu definieren und koordinieren müssen, um abgestimmte Betreuungs- und Behandlungskonzepte entwickeln zu können“, erklärte Prof. Dr. Johanna Weber, HRK-Vizepräsidentin für Hochschulmedizin und Gesundheits­wissenschaften und Mitglied des nexus-Runden Tisches Medizin und Gesundheits­wissenschaften, in ihrem Grußwort.

Allerdings wurde kritisiert, dass es trotz der mittlerweile vielen gutenPraxisbeispiele immer noch keinen wissenschaftlichen und politischen Konsens darüber gäbe, was unter interprofessioneller Lehre (IPL) zu verstehen und wie sie als überfachliches Kompetenzprofil zu vermitteln ist.

Daher wurde eine Gesamtstrategie für eine konsequente Entwicklung, Implementierung und Etablierung der IPL in das Medizinstudium und in die Studiengänge der Gesundheitsfachberufe angeregt, um ihre curriculare Sichtbarkeit weiter zu verbessern.

Hierzu wurde insbesondere die Fortsetzung des Runden Tisches „Medizin und Gesundheits­wissenschaften“ im HRK-Projekt nexus gefordert.

Die Dokumentation der Tagung finden Sie hier.