Gelebte Interdisziplinarität in der Lehre ist kein Selbstläufer

27. März 2019

Ein Graphic Recording fasst den ersten Konferenztag zusammen. Bild: Anna Luise Sulimma/TrendSketcher

Wenn Studierende fach- und disziplinenübergreifend lernen, fördert dies deren Kompetenzerwerb und den Praxisbezug der Lehre. Darin waren sich die über 130 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der nexus-Jahrestagung an der TU Darmstadt einig. „Der Umgang mit unterschiedlichen Perspektiven, mit Unsicherheiten und neuen Problemstellungen macht das Spezifische eines Hochschulstudiums aus“ so Dr. Jens-Peter Gaul, HRK-Generalsekretär, zum Auftakt der zweitägigen Veranstaltung.

Im Mittelpunkt des ersten Konferenztages stand eine kritische Bestandsaufnahme darüber, wie durch interdisziplinäre Studienprojekte und andere Formen der fächerübergreifenden Lehre der Kompetenzerwerb der Studierenden befördert werden kann: Was sind die Gelingensbedingungen interdisziplinärer Lehre? Sollten Studierende erst eine professionelle Identität in ihrem eigenen Fach entwickeln oder von Beginn ihres Studiums an mit Interdisziplinarität konfrontiert werden?

Die Impulsvorträge von Prof. Dr. Birgit Enzmann (HS Coburg) und Prof. Dr. Heribert Warzecha (TU Darmstadt) und die Diskussionen in den anschließenden Fachforen zeigten die Chancen ebenso wie die Herausforderungen interdisziplinärer Lehre auf. „Interdisziplinarität ist kein Selbstläufer“ betonte Prof. Dr.-Ing Ralph Bruder, Vizepräsident der TU Darmstadt.

Es wurde deutlich, dass die konkrete Ausgestaltung immer ein Ausbalancieren von fachkulturellen Ansprüchen und interdisziplinären Vorstellungen ist. Zentral für das Engagement von Studierenden und Lehrenden sei, den Mehrwert von interdisziplinären Formaten, Fragestellungen und Problemlösungen klar zu vermitteln. Wenn dies gelänge, könne die fachübergreifende Zusammenarbeit auch den Kulturwandel an der Hochschule befördern.

Am zweiten Veranstaltungstag bot das nexusCAMP den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Möglichkeit, eigene Themen zur Zukunft der Interdisziplinarität in Lehre und Studium vorzuschlagen und so auch neue Aspekte in die Debatte einzubringen.