Fakultäten fordern Qualitätsoffensive für das Praktische Jahr

7. Juni 2018

In der Debatte um den von der Politik beklagten quantitativen Ärztemangel und die Unterversorgung auf dem Land stellten die Fakultäten unter den 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern des 79. Medizinischen Fakultätentages die Qualität des Medizinstudiums und der fertig ausgebildeten Ärzte in den Mittelpunkt ihrer Erörterungen.

Die Ergebnisse der bayerischen Absolventenstudie MediBAP widerlegte dabei Grundannahmen im Masterplan 2020 Medizinstudium: So können die Daten keine „substantielle“ Abwanderung von jungen Ärzten ins Ausland feststellen. Im Regelfall bleiben sie in der Klinik und sind trotz hoher Belastungen überwiegend hoch zufrieden mit ihrem Beruf.

Die klinische Ausbildung im Praktischen Jahr ist für die spätere Facharztausbildung so bedeutend, dass eine Qualitätsoffensive hier vielversprechend wäre, zumal nicht nur die Allgemeinmedizin Nachwuchssorgen plagen, sondern auch andere Facharztausrichtungen (Chirurgie, Psychiatrie, Kardiologie).  Gegen einen rein quantitativen Ausbau der Medizinstudienplätze sprach sich auch die Vizepräsidentin der HRK, Frau Prof. Johanna Weber, in der abschließenden Podiumsdiskussion aus. „Es wäre naiv zu glauben, dass sich allein durch die Erhöhung der Zahl der Studienplätze der Bedarf an Hausärzten in ländlichen Regionen decken lasse.“

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