Employability ist auch für Universitäten kein Unwort

16. Oktober 2018

Eine geführte Posterausstellung zeigte eine beeindruckende Vielfalt von ins Studium eingebetteten qualitätsgesicherten Praktika an den Hochschulen. Bild: nexus

„Das Thema Praktika ist an den Universitäten angekommen”, stellte Prof. Dr. Joachim Metzner, ehemaliger HRK-Vizepräsident in seiner Eröffnung der nexus-Tagung „Qualitätsgesicherte Praktika im Studium. Chancen für Kompetenzerwerb und Employability‘“ vergangene Woche an der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) Münster fest. Tatsächlich kamen bei der dritten Praktika-Tagung von nexus nach Potsdam 2016 und Frankfurt 2017 mehr als die Hälfte der knapp 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus einer Universität. 

Dass Employability auch für Universitäten kein Unwort ist, machte die WWU am Beispiel eines hochschulweiten Qualitätspakt Lehre-Projekts deutlich: Auf Anregung des Career Services haben Fachbereiche/Fakultäten hier zunächst strategisch definiert, welches Verständnis von Beschäftigungsbefähigung ihrer jeweiligen Fachkultur zugrunde liegt und daraus abgeleitet, welchen curricularen Stellenwert Praktika und Anwendungsbezüge in der Lehre haben sollen. Über die Prämisse, dass die Ausgestaltung von Praktika und deren Integration ins Studium besonders von der jeweiligen Fächerkultur, aber auch von studiengangstypischen Bedingungen abhängt, herrschte unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern weitgehend Einigkeit. Eine geführte Posterausstellung zeigte eine beeindruckende Vielfalt von ins Studium eingebetteten qualitätsgesicherten Praktika an den Hochschulen teils unter Mitwirkung der Career Services, die sich so zu einer Schnittstelle auch für die Studiengänge entwickeln.

Insbesondere bei der Abschlussdiskussion unter dem Motto „Wieviel Praktikum braucht und verträgt ein Studium?” kamen auch die trotz vieler Erfolge weiterhin bestehenden Herausforderungen zur Sprache. So hat an den Fachhochschulen/Hochschulen für angewandte Wissenschaften die Einführung sechssemestriger Bachelorstudiengänge vielerorts zur faktischen Abschaffung des Praxissemesters geführt. Dies schwächt das außerhochschulische Praktikum als eigenständiges, gleichwertig anerkanntes Lernmodul zur Verknüpfung von Theorie und Praxis sowie Entwicklung nachhaltiger Reflexionskompetenzen im Studium. nexus wird diese Grundsatzfragen in einer der nächsten Thementagungen an einer FH/HAW gezielt aufgreifen und die je nach Hochschulart unterschiedlichen Funktionen des Praktikums in der Gesamtstrategie der Studiengänge öffentlich mit allen beteiligten Akteuren zur Diskussion stellen. 

  • Die Tagungsdokumentation finden Sie hier.
  • Der Deutschlandfunk hat im Vorfeld unserer Tagung Interviews mit u.a. mit Andreas Eimer vom Career Service der WWU und Prof. Dr. Schubarth, Autor eines von nexus in Auftrag gegebenen Fachgutachtens zum Thema Praktika, geführt. Der Beitrag kann hier angehört werden.