Digitaler Wandel in Studium und Lehre

13. September 2019

Die Digitalisierung bietet zusätzliche Möglichkeiten für Lehre und Studium. Damit diese Möglichkeiten erfolgreich genutzt werden können, bedarf es entsprechender Anreize, Strategien und finanzieller sowie personeller Kapazitäten und Kompetenzen. Wie dies im Hochschulalltag umgesetzt werden kann – und welche Chancen und Herausforderungen sich dadurch ergeben, diskutierten Expertinnen und Experten bei der Fachtagung „Digitaler Wandel in Studium und Lehre“ des HRK-Projektes „nexus – Übergänge gestalten, Studienerfolg verbessern“ am 12. und 13. September an der Technischen Universität Kaiserslautern.

Kapazitäten schaffen und Kompetenzen fördern

Damit Hochschulen die Chancen der Digitalisierung nutzen können, um Prozesse in Wissenschaft und Verwaltung zu optimieren und ihre Studierenden auf die Anforderungen einer digitalisierten Arbeitswelt vorzubereiten, müssen entsprechende Kompetenzen auf allen Ebenen vermittelt werden. Dabei sei es wichtig, immer wieder das Primat der Didaktik hervorzuheben, betonte Prof. Dr. Monika Gross, HRK-Vizepräsidentin für Digitalisierung und wissenschaftliche Weiterbildung: „Eine digitalisierte Lehre ist zu begrüßen und zu unterstützen, aber sie darf kein Selbstzweck sein. Das Ziel ist und bleibt die bestmögliche Wissensvermittlung und Persönlichkeitsentwicklung mit zukunftsweisenden Kompetenzen.“

Die Digitalisierung dürfe nicht zu Einsparungen führen, so der Tenor der Tagung. Im Gegenteil: Um entsprechende Kompetenzen bei Lehrenden und Studierenden fördern zu können, sollten zusätzliche Stellen geschaffen und die technische Ausstattung verbessert werden. Wichtig sei es zudem, flächendeckend Kenntnisse in Themenfeldern zu vermitteln, die mit der Digitalisierung eng verknüpft sind, wie etwa rechtliche Fragen von Urheberrecht bis hin zu Datenschutz, beispielsweise beim Thema Learning Analytics. Netzwerke von Akteuren innerhalb und außerhalb von Hochschulen seien hier von entscheidender Bedeutung.

Veränderungsprozesse an Hochschulen gestalten

Ein Ziel des digitalen Wandels sollte sein, Alltagskultur und Hochschulkultur miteinander in Einklang zu bringen, so die Diskussion. Es sei nicht mehr die Frage, ob, sondern wie Hochschulen den digitalen Wandel gestalten. Der Einsatz digitaler Medien könne etwa Präsenzveranstaltungen in vielen Bereichen ergänzen, den persönlichen Kontakt und Diskurs zwischen Studierenden und Akteuren in Lehre, Wissenschaft und Verwaltung könne und solle er aber nicht ersetzen.

Publikationen zum Thema:

  • Praxisbeispiele zur Umsetzung der Digitalisierung an Hochschulen werden in der Good-Practice-Datenbank veröffentlicht. Die Beispiele gehen auf einen Aufruf im Sommer 2019 zurück.

Weitere Informationen und Materialien
zur Tagung an der TU Kaiserslautern finden Sie in Kürze unter Tagungsdokumentationen