Anerkennung und Mobilität: Potenziale zur Internationalisierung der Studiengänge

11. Oktober 2019

Anerkennung und Mobilität:
Potenziale zur Internationalisierung der Studiengänge

Die Internationalisierung des Studiums ist eine Entwicklung, die durch die Initiative der „Europäischen Hochschulen“ in der EU noch einmal an zusätzlich an Bedeutung gewinnt. Bei der nexus-Tagung „Anerkennung und Mobilität: Potenziale zur Internationalisierung der Studiengänge“ am 7. und 8. Oktober 2019 an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg wurde das Thema aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet und diskutiert. Rund 120 Teilnehmer tauschten Erfahrungen aus und suchten gemeinsam nach Wegen, die Mobilität der Studierenden zu stärken und die Weichen in den Hochschulen so zu stellen, dass die Anerkennung von im Ausland erbrachten Studienleistungen möglichst reibungslos gelingt.

Neue Perspektiven durch Mobilität

Die Universität Freiburg ist ein gutes Beispiel für internationale Zusammenarbeit. Seit 1988 ist sie Mitglied im Verbund EUCOR und seit diesem Jahr Teil der „Europäischen Universität“ EPICUR. Die Prorektorin für Studium und Lehre an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Frau Prof. Dr. Juliane Besters-Dilger, formulierte in ihrer Eröffnungsrede den Leitgedanken der Tagung: „Die Gesellschaft braucht Menschen, die die globalen Herausforderungen annehmen. Dazu müssen sie in der Lage sein, andere Perspektiven einzunehmen und so die Grenzen des eigenen Denkens zu überwinden.“

Bildung wandelt sich

Laura E. Rumbley, PhD, Associate Director der EAIE (European Association for International Education), zeigte in ihrem Grundsatzvortrag, wie sich die Vorstellung von Internationalisierung der Bildung in den letzten Jahren entwickelt hat. Die Veränderung der Arbeitswelt bedeute, dass sich alle Berufe wandeln und daher ein „upskilling“ durch lebenslanges Lernen notwendig sei. Sie stellte außerdem verschiedene Trends vor. Kurzfristig stünden eine Umgestaltung der Lernwelten und eine Verstärkung des „blended learnings“ im Vordergrund. Mittelfristig gehe es um eine fortgeschrittene Innovationskultur („failing forward“) und eine Messung der Lernergebnisse.

Erfahrungsaustausch zur Internationalisierung

Verschiedene Aspekte der Internationalisierung und der Anerkennung wurden in parallelen Foren vertieft. Die Themen reichten von strategischen Überlegungen über die Kooperation in Netzwerken bis hin zu gemeinsamen Studiengängen. Internationalität im Lehramt und die Chancen für „Kleine Fächer“ wurden ebenso diskutiert wie die Strukturen und Prozesse in der Verwaltung.

Studierende brachten ihre Sicht durch Berichte ihrer Auslandserfahrungen ein. Neben fachlichen Impulsen hoben sie hervor, wie wichtig es für sie war, andere Kulturen kennenzulernen und den eigenen Horizont zu erweitern. Allerdings beklagten sie auch Defizite bei der Organisation und die nicht kostendeckende Finanzierung.

Die Zukunft der Mobilität und der Anerkennung

In der Abschlussdiskussion fragten sich die Teilnehmer, wie Internationalität im Jahre 2030 aussehen solle. Prof. Dr. Katrin Löhr von der Fachhochschule Dortmund wünschte sich eine einfachere, flexiblere und nach Möglichkeit automatisierte Anerkennung von Studienleistungen. Helfen soll dabei die Verankerung der Auslandsaufenthalte in den Curricula. Insgesamt wurde eine bessere Transparenz der Rahmenbedingungen und der Finanzierungsmöglichkeiten als Ziel ausgegeben. Ronja Hesse, Studentin der Leuphana Universität Lüneburg mahnte eine bessere Finanzierung der Auslandsaufenthalte an, damit möglichst alle Studierenden Auslandserfahrungen machen können. Einig waren sich die Teilnehmer, dass die internationale Vernetzung der Lehrenden eine große Rolle spielt. Daher sei auch die Berufungspraxis ein wesentlicher Bestandteil der Internationalisierungsstrategie. Die internationale Harmonisierung der Semesterzeiten könnte eine einfache und wirksame Verbesserung der Mobilität sein, wie die Beispiele der Universitäten in Mannheim und Flensburg zeigen.


Fazit: Die Tagung bot viele Möglichkeiten zum Austausch und zur Diskussion von Internationalisierungsstrategien in den Hochschulen. Viele Ansätze wiesen in die Richtung stärker strukturierter und fester Kooperationen, die die Anerkennung von Studienleistungen vereinfachen und standardisieren könnten. Gleichzeitig darf den Studierenden jedoch die Herausforderung des Auslandsaufenthaltes nicht genommen werden.


Publikationen von nexus zum Thema:

Weitere Informationen:

Die ausführliche Tagungsdokumentation zur Expertentagung „Anerkennung und Mobilität: Potenziale zur Internationalisierung der Studiengänge“ an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg finden Sie hier: